Woher bekomme ich als Anfänger mein Fotowissen? – Teil 3: Blogs, Foren und Youtube

Die ersten beiden Teile der Blogserie „Woher bekomme ich als Anfänger mein Fotowissen?“, behandelten Fotozeitschriften und Bücher über Fotografie. In diesem Teil soll es um die verfügbaren Internetquellen, wie Blogs, Foren und Youtube gehen.

Als erstes etwas zu Blogs. Das hier ist ja auch einer. Also müsste ich ja sagen, dass sie super für Anfänger sind. Mache ich aber nicht. Denn es gibt unzählige von ihnen. Speziell für allgemeines Grundlagenwissen habe ich bisher noch keinen guten Blog gefunden. Häufig sind die behandelten Themen zu speziell. Sie drehen sich meist eher um ein einziges Teilgebiet der Fotografie, nicht aber um das Basiswissen. Ein Fotobuch ist da deutlich bequemer, denn man hat hier sämtliche Informationen sofort zur Hand. Bei Blogs muss man sich das Wissen eher zusammensuchen. Eine Einschätzung, welcher Blog der richtige ist, ist oftmals schwer bis unmöglich. Zu viele Themen werden zu unterschiedlich abgehandelt. Wenn man die Grundlagen beherrscht, können Blogs eine wahre (und vor allem kostenlose) Fundgrube für Spezialwissen und Anregungen sein. Gerade zum Thema entfesseltes Blitzen gibt es einen richtig guten Blog: strobist.com! Ich habe hier mal auf sein Tutorial „Lighting 101“ verlinkt, da es die Grundlagen des entfesselten Blitzens erklärt; allerdings in englischer Sprache. Gerade, um sich Anregungen zu besorgen, sind Blogs in meinen Augen gut geeignet. Hier erklärt der Autor nämlich meist noch, wie es zu dem Bild kam, bzw. sein Idee dahinter. Bei reinen Fotosharing-Websites, wie flickr oder 500px ist das eher selten der Fall. Hier mal eine kleine Linkliste mit Blogs, die ich regelmäßig lese/besuche:

  • neunzehn72.de / patrickludolph.de (Portrait- und Hochzeitsfotografie und Fototechnik)
  • gwegner.de (Zeitraffer, Natur- und Landschaftsfotografie, sowie Technikreviews)
  • ddpix.de (Architektur- und Landschaftsfotografie vor allem aus der Umgebung von Dresden)
  • elbsandstein-bilder.de (Landschaftsfotografie aus dem Elbsandsteingebirge)
  • stilpirat.de (Reisefotografie und Fotophilosophie)
  • lensviews.de (Zeitraffer, Architektur- und Landschaftsfotografie)
  • Krolop und Gerst (teilweise etwas unübersichtlicher Blog, aber dafür sehr informativ mit vielen behandelten Themen)

Das schöne an den meisten Blogs ist, dass man mittels der Kommentarfunktion Fragen an den Autor richten kann und diese meistens auch beantwortet werden. Desweiteren achten Blogger auch auf Etikette und werden Anfängerfragen nicht abfällig beantworten. Blogs sollten jedoch nicht als Kummerkasten missbraucht werden, dafür gibt es Foren! Ich denke, das reicht erstmal zum Thema Blogs.

Nun etwas zu Fotoforen. Ich bin da zwiespältiger Meinung. Auf der einen Seite sind Foren gut geeignet, um Probleme mit bestimmten Aufnahmesituationen und Fragen zur Technik zu klären, aber auch Verbesserungsvorschläge für eingene Aufnahmen zu erhalten. Anfängerfragen werden jedoch häufig nicht mehr beantwortet, sondern es wird auf die Suchfunktion hingewiesen. Also heißts als Anfänger wieder, suchen suchen suchen. Wie gesagt, Bücher halte ich für die Anfänger in der Fotografie für das geeignetste Mittel. Zum anderen schweifen Diskussionen häufig ab, ohne die eigentlichen Fragen zu klären. Hin und wieder kommt es zudem noch zu Anfeindungen zwischen einigen Forenteilnehmern. Das macht keinen Spaß und sollte so auch nicht sein. Die Moderatoren sind da häufig recht hilflos. Bei Fotodiskussionen wird teilweise einfach geschrieben, dass das Bild schlecht wäre, aber ohne Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Das ist nicht nur demotivierend, sondern auch sinnlos! Nunja, einen riesigen Vorteil haben Foren jedoch, und zwar für alle. Ihren Marktplatz. Dort kann man günstig gebrauchte Objektive, Kameras und Zubehör kaufen, von Privat. Das hat den Vorteil, dass die Preise viel niedriger liegen, als z.B. bei ebay. Ein kleines Risiko ist, dass man keine Garantie mehr bekommt, und nichts umtauschen kann. Auch soll es schwarze Schafe unter den Mitgliedern geben. Die gibts bei ebay und Amazon Marketplace aber auch! Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit dem Marktplatz des dslr-forum gemacht. Ein weiterer Vorteil des genannten Forums ist, dass es dort eine Rubrik mit Beispielbildern zu so gut wie jeder Kamera und zu so gut wie jedem Objektiv gibt. Anhand derer kann man sich ein gutes Bild von der Kamera- bzw. Objektivleistung machen.

Als letzten Punkt möchte ich über Youtube schreiben. Auch hier gibt es, ähnlich wie bei den Blogs, unzählige Kanäle zum Thema Fotografie. Der Großteil dieser Channel ist in Englischer Sprache, es gibt aber auch einige deutsche Kanäle. Da hier jeder seine Meinung und Erfahrungen kundtun kann, reicht die Qualität der Informationen von super bis grottenschlecht. Der Vorteil von Youtube ist ganz klar die Videoform. Denn Tutorials in bewegten Bildern sind einfach besser nachzuvollziehen und meist interessanter. Natürlich hängt der Grad, inwieweit man etwas aus den Vidoes mitnimmt, stark von der Art der Präsentation ab. Ein langweiliger Host wird uns kaum fesseln, es wird auch nicht viel hängen bleiben. Mit etwas Humor schaut man doch lieber zu. Allerdings gilt auch hier für Anfänger, das Grundlagenwissen muss man sich mühsam zusammensuchen. Hat man jedoch das Basiswissen erlangt, ist Youtube, genau wie Blogs, eine wertvolle Inspirationsquelle. Ich werde hier mal einige Kanäle verlinken, die ich persönlich regelmäßig anschaue.

In deutscher Sprache:

  • Blende 8 (Kanal von Galileo Press mit Tutorials zu allen möglichen fotografischen Themen, abgehandelt von erfahrenen Fotografen)
  • Fotoschnack (Kanal von neunzehn72.de und gwegner.de, ebenfalls über alle möglichen fotografischen Themen – zur Zeit noch nicht so viele Videos vorhanden)
  • gwegner.de (diesmal nicht der Blog, sondern der Youtube-Channel; Themen sind jedoch dieselben, wie im Blog)
  • jaworskyjpictures (Tipps und Tricks zum Thema Fotografie, auch Grundlagenwissen)
  • neunzehn72.de (ebenfalls nicht der Blog, sondern der Youtube-Channel; vor allem Tutorials zum Blitzen und Lightroom, aber auch Technikreviews)

Und hier noch welche in englischer Sprache:

  • B&H Photo Video Pro Audio (teilweise sehr lange Videos (oft länger als 1h) über bestimmte fotografische Themen, abgehandelt durch bekannte Fotografen)
  • digitalrev (Reviews, Tutorials und verrückte Challenges aus Hongkong; die Qualität der Videos nimmt leider stetig ab und der Humor ist teilweise auch etwas seltsam)
  • PhotoNewsReviews (ThatNikonGuy’s Technikkanal, sehr informativ, mit einer Prise Humor)
  • ThatNikonGuy (Kanal über alles mögliche zur Fotografie, sehr humorvoll präsentiert; die Tutorials sind ebenfalls sehenswert)
  • TheCameraStoreTV (Kanal von TCS aus Calgary (Kanada) bei dem es sich vor allem um Reviews dreht; kombiniert mit etwas Humor und der traumhaften kanadischen Landschaft macht es den Kanal sehr sehenswert)

Es gibt natürlich noch viel mehr Kanäle und das hier sind nur meine persönlichen Empfehlungen zum Thema Fotografie auf Youtube. Wenn ihr noch gute Channel kennt, kann sie bitte als Kommentar unter diesen Post schreiben.

Weiterhin möchte ich noch weitere internetbasierte Wissensquellen nennen, aber nicht genauer darauf eingehen. Es gibt neben die oben genannten Blogs, Foren und Youtube-Kanälen, auch spezielle Online-Lehrgänge zur Fotografie, teilweise kostenlos, teilweise kostenpflichtig. Ich selbst habe damit keine Erfahrungen, da ich einerseits lieber Bücher lese, als ellenlange Texte am Computer, und andererseits keine Lust auf einen kostenpflichtigen Lehrgang habe, der nicht hält, was er verspricht. Zum anderen gibt es eBooks zu allen möglichen Themen, auch hier sind wieder kostenlose und kostenpflichtige Varianten vorhanden. Ich habe mir bisher ein einziges eBook gekauft, und zwar „Shooting Stars“ von Phil Hart. Zu diesem eBook werde ich eventuell später mal einen gesamten Blogpost schreiben. Mal sehen. Meine Erfahrungen mit eBooks sind damit aber auch schon erschöpft, daher werde ich dazu nicht mehr schreiben.

Fazit: Das Internet steckt voller Möglichkeiten, sich Wissen zur Fotografie anzueignen. Allerdings sollte man immer abwägen, ob und inwieweit die dargebrachten Informationen auch richtig und wichtig sind. Mein Tipp ist, sich in einem Fotografieforum anzumelden und einfach mal eine Weile die Themen mitlesen, die einen selbst interessieren. Schaut euch ein paar Youtubevidoes zu einem Thema an und vergleicht mal selbst, welcher Kanal euch besser gefällt. Dadurch, dass man mehrere Vidoes zu einem Thema guckt, kann man auch schnell erkennen, welcher Host keine Ahnung hat und nur Unsinn erzählt.

Was sind eure Erfahrungen mit Blogs, Foren und Youtube, bzw. anderen im Internet verfügbaren Informationsquellen mit Bezug zur Fotografie?

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