Batteriegriffvergleich: Nikon MB-D11 vs. Meike Multi-Power Battery Pack

Ich nutze meine D7000 nur noch mit Batteriegriff, da sich vor allem das Handling im Hochformat deutlich verbessert. Zudem steht mit dem Griff mehr Akku-Ausdauer zur Verfügung. Letzteres ist mir nicht so wichtig, da der EN-EL15-Akku ein wahrer Ausdauermeister ist, aber beim Fotografieren von längeren Veranstaltungen ist es ein willkommener Nutzen. Nichts ist schlimmer, als wenn der Akku im ungünstigsten Augenblick leer ist und gewechselt werden muss. Zudem ist es möglich, normale LR6-Batterien (bzw. AA) zu nutzen. Gerade bei Kosten von z.Z. circa 50€ für einen originalen EN-EL15 ist diese Option durchaus reizvoll.

Doch in diesem Post soll es weniger um die Vorzüge eines Batteriegriffs gehen, als vielmehr um einen Vergleich des originalen Nikon MB-D11 und dem Meike Multi-Power Battery Pack für die D7000. Denn bei Kamerazubehör stellt sich immer die Frage: Kamerahersteller, oder doch lieber Dritthersteller? Die Frage stellt sich vor allem aus finanziellen Gründen. Während ich für den Meike-BG gerade mal 37€ bezahlt habe (z.Z. eher so um die 60-70€), musste ich für den Nikon MB-D11 knapp 200€ bezahlen (z.Z. auch wieder teurer mit ca. 230€). Wenn etwas nur ein Fünftel des Originals kostet, kann man schonmal schwach werden. Dass es Nachteile geben muss, das muss einem vorher klar sein.

Schon beim Auspacken stellt man Unterschiede fest. Die Verarbeitung des MB-D11 ist der des Meike-Griffs überlegen und er fühlt sich wertiger an. Dazu riecht der Meike-BG etwas streng nach Gummi. Der Geruch verfliegt jedoch nach ein paar Wochen. Der verwendete Kunststoff ist spröder, als der des Nikon-BG. Das fällt vor allem bei den Einschüben auf. Bei beiden Griffen wird ein Einschub für den EN-EL15-Akku und ein Einschub für die angesprochenen LR6-Batterien mitgeliefert. Bei Nikon ist jedoch noch eine Neopren-Tasche für den nicht verwendeten Einschub vorhanden. Nicht, dass man eine Anleitung wirklich bräuchte, aber beide Anleitungen liegen auch in deutscher Sprache bei, was bei Drittherstellern nicht oft der Fall ist.

Eine Sache, die man nicht von außen sieht, ist dass der Nikon MB-D11 ein Chassis aus einer Magnesiumlegierung besitzt und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist. Der Meike-Griff besteht komplett aus Kunststoff und besitzt keine Abdichtung. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Meike-BG nicht stabil wäre, das ist er durchaus. Zumindest in sich. Zur Stabilität in Verbindung mit der D7000 schreibe ich später mehr. Erstmal soll es jedoch um die weiteren äußeren Merkmale gehen. Die Gummierung des Meike-Griffs ist etwas grober strukturiert, als die des Nikon-BG. Beides ist okay, wobei natürlich die Gummierung des MB-D11 der der D7000 ähnlicher ist und dadurch das Gesamtbild stimmiger ist. Das ist jedoch in meinen Augen kein Kaufargument. Die Rädelschraube zum feststellen des BG an der Kamera klappert bei dem Meike-Griff deutlich hörbar, beim Nikon-Griff läuft sie geräuschlos. Ansonsten sind sich der Meike-BG und der Nikon-Griff äußerlich extrem ähnlich. Unterschiede sind in der Form nicht auszumachen, allenfalls im Material. Aber seht selbst (immer links Meike und rechts Nikon):

Nun zu den Bedienelementen. Hier stellt man dann doch Unterschiede fest. Die Einstellräder laufen beim Meike-BG nicht ganz so softig, wie beim MB-D11, bzw. der D7000. Der Auslöser des Meike-Griff hat überraschenderweise einen besseren Druckpunkt, als der des Nikon-BG. Das ist jedoch nur meine subjektive Meinung. Das Steuerkreuz ist wieder beim MB-D11 besser, schon weil es etwas schwergängiger ist. Das Steuerkreuz des Meike-Griffs habe ich oft aus Versehen betätigt und damit den Fokuspunkt verschoben. Z.B. beim Wechsel vom Hoch- zum Querformat, striff der Kameragurt nur leicht drüber und schon war der Fokuspunkt vollkommen woanders. Das ist nervig und muss nicht sein. Der Lock-Schalter ist ebenfalls etwas zu leichtgängig, auch hier kam es ab und zu zur ungewollten Sperrung der Bedienelemente. Der AE-L/AF-L-Knopf macht, was er soll. Da gibts zwischen Nikon und Meike keinen Unterschied.

Nun zum viel spannenderen Thema, dem Funktionstest. Ich habe beide Batteriegriffe jeweils ca. ein halbes Jahr getestet. Also ist das, was jetzt folgt ein Erfahrungsbericht. Zum ersten, beide Griffe sitzen fest an der D7000 und lockerten sich im Betrieb kein Bisschen. Also wer da Bedenken hat, den kann ich beruhigen. Dennoch muss man festhalten, dass der MB-D11 fester an der Kamera sitzt, bombenfest. Da wackelt nichts! Der Meike-Griff hingegen lässt sich, trotz bestmöglichem Festdrehen der Rädelschraube, immernoch ein kleines Stück verdrücken. Und da liegt das Problem! Durch die nicht so gute Stabilität an der Kamera kommt es zu ständigen Wackelkontakten zwischen Kamera und Meike-BG. Leicht zu sehen am ständigen Blinken der grünen Zugriffsleuchte der D7000. Diese Wackelkontakte haben einen unschönen Nebeneffekt. Der Akku im BG, als auch in der Kamera entladen sich schneller. Gerade auf der ILA, als ich im Hochformat fotografierte und das schwere 70-200mm Tamron montiert hatte (linke Hand am Objektiv und rechte Hand am BG), kam es immer wieder zu Funktionsstörungen durch den Wackelkontakt. Dieses Problem ist mit dem MB-D11 noch nie aufgetreten. Wenigstens wird der Meike-BG von der D7000  als Batteriegriff erkannt, wodurch die Akkudiagnose funktioniert.

Nun noch kurz zu dem Grund, warum ich den Meike-BG nicht mehr an meine Kamera schraube. Nach einer Weile der Benutzung wurde ich stutzig, weil meine Akkus ständig leer waren, obwohl ich nicht fotografiert hatte. Der Meike-Griff entlud den eingelegten Akku, selbst wenn er nicht der Griff nicht an der Kamera befestigt war. Fast 80% Entladung in einer Woche, bei frisch geladenen Akkus (EN-EL15 mit Status 0, also neu). Irgendwo müssen als Ströme fließen und das finde ich sehr bedenklich. Befand sich der BG an der Kamera und die wiederum im Fotorucksack, so entluden sich die Akkus ohne Benutzung um ca. 50% an einem Tag! Beim MB-D11 tritt dieses Problem nicht auf. Die Elektronik des Meike-BG scheint also ein paar Fehler aufzuweisen. Eine kleine Recherche in diversen Foren ergab, dass ich nicht der Einzige mit dem Problem bin.

FAZIT

Auch wenn der Preis sehr verlockend ist, lohnt sich der Kauf eines Batteriegriffs von einem Dritthersteller nur bedingt. Um zu testen, ob man überhaupt mit einem BG zurechtkommt, reicht er vollkommen aus. Nutzt man seine Kamera, so wie ich, nur mit Batteriegriff, rate ich zu einem originalen Griff. Denn nur der bietet Qualität und Funktionssicherheit!

 

Was habt ihr für Erfahrungen mit Kamerazubehör gemacht?

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