Google Nexus 7 für Fotografen sinnvoll?

Warum soll es in diesem Post gehen? Ganz einfach: ich möchte zeigen, was mit der Kombination aus D7000, Nexus 7 und ein paar kostenlosen Apps möglich ist.

Zu Weihnachten bekam ich ein Google Nexus 7 mit 32GB (nur WiFi; 3G brauche ich nicht wirklich und würde jeden Monat einiges zusätzlich kosten) Speicher geschenkt. Es sollte vor allem eine Hilfe/Erleichterung beim Studium sein. Und diesen Zweck erfüllt es hervorragend, denn es ist nicht zu groß und schwer, man kann es also immer dabei haben, es hat ein sehr gut lesbares, hochauflösendes Display und es hat einen sehr guten Akku. Alle technischen Daten sind hier zu finden: Google Nexus 7. Und gerade durch den Fakt, dass es massig Speicher hat und so ein tolles Display, liegt es doch nahe, das Nexus 7 auch mal in den fotografischen Workflow einzubinden.

Nun hat das Nexus 7 keinen vollwertigen USB-Port, also muss ein sogenanntes OTG-Kabel beschafft werden, um die Kamera anschließen zu können. Das kostet aber nicht viel, um die 3€. Eigentlich habe ich mir das Kabel nur besorgt, damit ich via Nexus Media Importer Dateien von einem USB-Stick auf das Nexus ziehen kann. Das ist auch die bisher einzige App, die ich im Play Store gekauft habe. Die Investition hat sich aber gelohnt, soviel ist sicher. Ich schweife ab 😉 Das Kabel ist jedenfalls nötig, um eine Kamera mittels USB-Kabel an das Nexus anzuschließen. Sicher, es gibt auch Möglichkeiten der Fernsteuerung einer Kamera mittels WLAN, aber diese Varianten sind meist ungleich teurer. Deshalb bleibe ich bei der kabelgebundenen Variante. So sieht das dann z.B. aus:

D7000 und Nexus 7

D7000 und Nexus 7

Was gibt es denn so für (kostenlose) Foto-Apps, habe ich mich gefragt. Die erste, auf die ich gestoßen bin, ist „DslrDashboard„. Diese App ist sehr umfangreich und erlaubt Zugriff auf alle wesentlichen Einstellungen der D7000. Das macht sie einerseits zur perfekten Fernsteuerungssoftware, aber andererseits ist sie dadurch auch etwas überladen. Sämtliche Einstellungsbuttons sind rund um die Liveview-Ansicht angeordnet. Der Liveview klappt einwandfrei und auch Fokussieren funktioniert sehr gut.

DslrDashboard auf dem Nexus 7 mit der Nikon D7000

DslrDashboard auf dem Nexus 7 mit der Nikon D7000

Nutzt man den Liveview nicht, sondern fotografiert mittels Sucher, so zeigt DslrDashboard den zur Zeit aktiven Fokuspunkt an und zeigt automatisch eine Vorschau des soeben gemachten Bildes.

DslrDashboard Fotoanzeige

DslrDashboard Fotoanzeige

Anschließend kann man die gemachten Fotos auf das Nexus importieren. Das schöne an DslrDashboard ist, dass es in der Lage ist, auch die Raw-Dateien der D7000 (also die NEF-Dateien) zu lesen und anzuzeigen.

Die zweite App, die ich mir näher angeschaut habe, ist Helicon Remote. Diese App ist etwas abgespeckter und kann in der Standardversion nur Jpeg aufnehmen und anzeigen. Dadurch, dass in Helicon Remote mehrere Reiter mit verschieden Unterfunktionen vorhanden sind, ist sie nicht so schnell bedienbar, wie DslrDashboard, aber dafür wirkt sie weniger überladen.

Helicon Remote auf dem Nexus 7 mit der D7000

Helicon Remote auf dem Nexus 7 mit der D7000

Helicon Remote zeigt, genauso wie DslrDashboard, ein Live-Histogramm an. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber dem normalen Liveview der D7000. Dabei hat man bei beiden Apps die Wahl zwischen der monochromen und der RGB-Variante.

Was mir an Helicon Remote sehr gefällt, ist das Fokus-Peeking. Das unterstützt den Fotografen hervorragend beim manuellen Fokussieren. Des weiteren kann man sich mit Hilfe der App noch die Tiefenschärfe berechnen lassen, sowie die hyperfokale Distanz angeben lassen. Das brauch ich nicht wirklich, ist aber mal ganz interessant.

Fokus-Peeking mit Helicon Remote

Fokus-Peeking mit Helicon Remote

Zudem können von der App die Bereich des Bildes hervorgehoben werden, die zur Zeit scharf fokussiert sind. Auch das ist sehr praktisch, vor allem bei kontrastarmen Motiven, bei denen man per Hand fokussieren möchte.

Kontrolle der scharf fokussierten Bereiche in Helocon Remote

Kontrolle der scharf fokussierten Bereiche (blau) in Helocon Remote

Des weiteren kann man sich die überbelichteten Bereiche im Liveview anzeigen lassen.

Anzeige der überbelichteten Bereiche im Foto in Helicon Remote

Anzeige der überbelichteten Bereiche (rot) im Foto in Helicon Remote

Auch in Helicon Remote wird nach dem Auslösen das Foto groß angezeigt, da gibt es keinen Unterschied zu DslrDashboard.

Beide Apps sind in meinen Augen sehr gut geeignet, um den Fotografen zu unterstützen. Jedoch führt die Kabelverbindung und der etwas träge Liveview dazu, dass diese Vorteile nur bei unbewegten Motiven vorhanden sind, also z.B. für Produktfotografie oder Landschaften. Um sich die Fotos nach einem Shooting anzusehen, braucht man die Apps hingegen nicht. Da reichen der Nexus Media Importer und die Galerie, um sie einerseits auf das Nexus zu übertragen, und andererseits anzusehen.

Es gibt auch Apps, wie z.B. Snapseed, um Fotos auf dem Nexus zu bearbeiten. Hierbei wählt man aus verschiedenen Filtern und Effekten die gewünschten aus und passt dann die Stärke an. Klingt ganz nett, aber ist in meinen Augen eher weniger sinnvoll. Bildbearbeitung mache ich lieber am Computer, nicht auf einem Tablet. Denn dafür ist das Display dann doch zu klein und die Möglichkeiten sind zu sehr beschränkt.

FAZIT

Das Nexus 7 kann mit den richtigen Apps eine Hilfe für Fotografen sein. Dabei leisten auch kostenlose Apps sehr gute Arbeit. Schon allein, um Fotos nach einem Shooting etwas größer anzuschauen und z.B. dem Model zu zeigen, lohnt es sich, es mit dabei zu haben. Vor allem seine geringe Größe und sein geringes Gewicht machen es zum perfekten Begleiter.

Welche Meinung habt ihr zu Tablets für Fotografen, bzw. was hab ihr für Erfahrungen gemacht?

 

P.S. Die im Post gezeigten Fotos sollen nicht unbedingt schön sein, sondern nur als Beispiele dienen 😉

 

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Ein Kommentar zu „Google Nexus 7 für Fotografen sinnvoll?

  1. Danke dir für den Beitrag. Bisher der einzige den ich gefunden habe zum Thema „Nexus 7 für Fotografen“.

    Ich verreise bald und habe mein Geld nicht ins gewünschte Mac Book gesteckt sondern in eine neue Kamera, die Alpha 68 von Sony. Leider scheinen Sony Kameras generell nicht so kompatibel zu sein wie Nikon und Canon, deshalb habe ich mir dein gezeigtes Tethern und Steuern via App schon lange abgeschminkt.

    Ich möchte mit meinem Nexus 7 vorort meine geschossenen Fotos ansehen können. Dazu reicht der Media Importer. Auch ich habe bisher nur für diese App Geld im Google Play Store hingelegt 😀

    Mal sehen ob ich noch weitere nützliche Beiträge zu dem Thema finde. Hast du eventuell noch etwas zu ergänzen? Ist ja schon ein bischen her, dass der Beitrag geschrieben wurde.

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