Meine ersten Zeitrafferversuche

Ich war vor kurzem bei einem Vortrag von Gunther Wegner über seine Reise durch Afrika und Zeitrafferfotografie allgemein. Dabei wurde ich angeregt, auch mal solche faszinierenden Aufnahmen zu versuchen. Gunther nutzte schließlich für seine Zeitraffer auch  oft die D7000, bevor er zur D800 gewechselt ist. Der Vorteil der Nikon D7000 liegt im integrierten Intervalometer, also der Möglichkeit von derKamera selbst aller x Sekunden ein Bild machen zu lassen. bis zu 9990 Aufnahmen sind so theoretisch möglich. Das erspart die Anschaffung eines Fernauslösers mit Intervallfunktion.

Das eigentlich Interessante sind jedoch die Überlegungen, die man anstellen muss, um eine sinnvolle Beschleunigung zu erzeugen. Da muss ich sagen, dass ich den Dreh da noch nicht so raus hab. Oben ist mein erster Zeitraffer vom Sternenhimmel über Gorden (Brandenburg) zu sehen. Ich bin leider zu spät aufgestanden, so dass 4:50 Uhr die Fotos schon gnadenlos überbelichtet waren. Auch das Timing der Belichtungskorrekturen muss wohl geplant sein, habe ich auf diese Weise feststellen müssen. Warum ich im manuellen Modus fotografiert habe? Gunther empfahl es, da es eine bessere Kontrolle über die Ergebnisse liefert und die spätere Verarbeitung der RAW-Dateien ermöglicht.

Bearbeitet habe ich die Rohdaten dann in Lightroom 4 und der Zeitraffer-Software LRTimelapse von Gunther Wegner. Mit Lightroom 5 scheint der Export solcher Zeitraffer-Sequenzen nicht mehr zu funktionieren, da dort das Diashow-Modul verändert wurde. Gunther arbeitet daher zur Zeit an einer neuen Version von LRTimelapse, die den Videoexport selbst übernimmt. Mal sehen, ob es in Lightroom 6 wieder klappt, Adobe scheint da wohl etwas voreilig gewesen zu sein. Aber ich schweife ab 😉

Ich habe am Wochenende einige, verschiedene Sequenzen aufgenommen, ohne zu wissen, ob sie als Film taugen, oder nicht. Ich hatte keinen Rechner mit der nötigen Software zur Verfügung, da ich  bei meinen Schwiegereltern war. Also habe ich versucht die Bilder in einer Art Schnellvorschau auf dem Kamera-Display abzuspielen, indem ich den Weiter-Button gedrückt hielt. Ist zwar nicht perfekt, aber es funktioniert (ein bisschen). Letztenendes hab ich dann doch eher nach Gefühl gearbeitet. Und mit Kopfrechnen, denn ich kann in der Testversion von LRTImelapse nur maximal 400 Fotos verarbeiten. Also waren 400 Bilder fix und dann ging es darum, diese gleichmäßig auf die Dauer eines Ereignisses abzustimmen. Gunther meinte in seinem Vortrag, dass man immer versucht, die Belichtungszeit halb so lang zu wählen wie das Intervall. Dann ergibt sich teilweise allein schon aus der Belichtungszeit die Intervalllänge. Klappt aber halt nicht immer.

Bei den Wolken habe ich ich mir gedacht, dass 4s Intervalllänge bei der vorherrschenden Windgeschwindigkeit okay sein sollten. Dazu habe ich dann noch einen Graufilter genutzt, um die Wolken schon auf den Fotos etwas Dynamischer aussehen zu lassen. Aber um ehrlich zu sein, selbst bei 1/10s sehen die Wolken fast knackscharf aus ^^

Das Wolkenvideo hat mir dann offenbart, dass ich dringend mal wieder den Sensor der D7000 reinigen lassen sollte. Das sind ein paar unschöne Blendeflecken zusehen, und das schon bei f/11 😦

Das letzte Video entstand komplett  bei Offenblende meines Makro-Objektivs, also bei f/2.8. Da stellen Blendenflecken kein Problem dar. Das viel größere Problem bestand in der Abschätzung, wie lange es dauert, bis die von mir ausgewählte Seerosenblüte sich komplett geschlossen haben würde. Also fragte ich meine Schwiegermutter. Sie meinte, dass das in einer Stunde erledigt sei, höchstens anderthalb Stunden. Naja, wie das so ist im Leben, es hat für alle Blüten gestimmt, nur nicht für die, die ich fotografierte. Es dauerte 3 Stunden und 18 Minuten! Immer wieder musste ich die Sequenz verlängern, so dass aus den ursprünglich avisierten 400 Fotos für über 1,5h, 790 Fotos wurden. Aber ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Ich konnte zwar LRTimelapse nicht nutzen, aber bei Offenblende kommt es sowieso kaum zu dem gefürchteten Flickern im Video.

Viel Spaß mit den 3 Videos. Kritik und Anregungen sind immer erwünscht.

 

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Ein Kommentar zu „Meine ersten Zeitrafferversuche

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