Warum ich einen Polfilter nutze

Oft wird gesagt, dass mit dem Einzug digitaler Kameras und der Möglichkeit der nachträglichen Bildbearbeitung, Filter aus der analogen Zeit des Fotografierens überflüssig geworden sind. Um es kurz zu machen, das ist völliger Quatsch! Es gibt Filter, deren Effekte man nicht mittels Fotosoftware künstlich erzeugen kann. Ein Polfilter ist dafür ein Beispiel. Eine spiegelnde Wasseroberfläche kann man im Nachhinein nicht durchsichtig zaubern. Und sollte vor Ort zuviel Licht für eine gewünschte Kombination aus Blende und Belichtungszeit, hilft im Nachhinein auch kein Photoshop mehr. Da hilft nur ein ND-Filter (oder auch Graufilter genannt). In diesem Beitrag soll es vor allem um erstgenannte Filter gehen.

Ich nutze zurzeit einen Polfilter für mein 16-85mm Nikkor, für die anderen Objektive habe ich keinen. Brauche ich aber auch nicht, da das 16-85er alle wichtigen Brennweitenbereiche abdeckt, bei denen ich einen Polfilter nutzen will. Was ein Polfilter genau macht, wird bei Wikipedia genauer beschrieben. Warum ich ihn nutze, will ich hier schreiben.

Auf der US Car Convention habe ich fast die ganze Zeit mit Polfilter fotografiert. Ich wollte verhindern, dass im Lack des fotografierten Fahrzeugs nur Reflektionen und Spiegelbilder zu sehen sind. Stattdessen sollten die Autos in ihrer vollen Pracht zu Geltung kommen, mit möglichst satten Farben und knackigen Kontrasten. Vor allem bei ordentlich polierten Fahrzeugen mutiert die Lackierung häufig zum reinsten Spiegel. Wer schon mal durch eine Glasscheibe fotografiert hat, weiß, dass man oftmals sich selbst fotografiert, und nicht das Objekt hinter der Scheibe. Das ist im Prinzip dasselbe. In beiden Fällen kann ein Polfilter Abhilfe schaffen.

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Ich selbst nutze übrigens einen Polfilter von B+W, mit dem ich sehr zufrieden bin. Der oben gezeigte Effekt funktioniert auch bei Seen und sonstigen reflektierenden Gegenständen. Man muss nur beachten, dass der Effekt seine Grenzen hat. Die Lichtquelle (es muss ja nicht immer die Sonne sein), sollte aus einer seitlichen Richtung kommen. Beim roten Chevy unten sieht man ganz deutlich, dass zwar die Spieglungen an den Seitenflächen verschinden, auf der Motorhaube jedoch nur leicht reduziert werden. So ist das auch, wenn man einen See mit Himmel fotografiert. Wird der Himmel schön kräftig, kann es sein, dass der See flau wirkt und spiegelt. Ein Allheilmittel ist der Polfilter also nicht.

Grenzen des Polfilters

Grenzen des Polfilters

Es gilt aber beim Gebrauch eine Polfilters auch ein paar Dinge zu beachten. Erstens, er schluckt Licht und zwar nicht wenig. Bei meinem B+W ist es circa eine Blende. Das ist am helllichten Tage nicht der Rede wert, aber sobald weniger Licht vorhanden ist, merkt man das schon. Bei Ultraweitwinkelobjektiven ist ein Polfilter meist wenig sinnvoll, da es bei ihnen zu einer ungleichmäßigen Belichtung kommt. Das liegt am großen Bildwinkel der Objektive und der damit unterschiedlichen Wirksamkeit des Filters. Selbst bei 16mm Brennweite an meiner D7000 kann man diesen Effekt schon beobachten. Es ist zudem manchmal etwas fummelig, den Filter zu drehen, wenn man eine Streulichtblende am Objektiv hat. Ich hatte auf der USCC den Finger immer nahe des Filters, um ihn fix drehen zu können. Naja, und manchmal war der Finger am Auslöser schneller, als der Finger am Filter und dann passiert sowas:

Finger am Filter

Finger am Filter

Es steht an meinen Fotos zwar immer dran, mit und ohne Polfilter, aber ich habe ihn nie wirklich abgenommen. Vielmehr hab ich ihn immer soweit gedreht, dass die Reflektionen auftraten, die ich auch mit dem Auge so gesehen hab. In Oberwiesenthal hatte ich den Polfilter auch ein paar mal drauf, um den Himmel zu einem kräftigeren Blau zu verhelfen und die Kontraste etwas zu verstärken.

Einen Polfilter kannman auch nutzen, um Reflektionen zu verstärken, denn das funktioniert natürlich auch super:

gewollte Reflektion

gewollte Reflektion

Demnächst wird noch ein Beitrag über Graufilter folgen, denn wie geschrieben, sind auch diese keinesfalls überflüssig geworden.

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2 Kommentare zu „Warum ich einen Polfilter nutze

  1. Toller Beitrag 🙂 Ich benutze Polfilter immer bei Spiegelungen im Wasser, da wirken sie Wunder. Obwohl ich die Auto-Aufnahmen ohne Polfilter auch spannend finde 😉
    Liebe Grüße
    Jonas

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