Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX – viel Licht und etwas Schatten

Nach langer Zeit der Benutzung möchte ich heute mal eine Bericht über das Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX schreiben. Ich wollte das eigentlich schon länger machen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Nun nehm ich mir mal die Zeit, Vor- und Nachteile des 35mm 1.8G DX näher zu beleuchten.

So sieht es aus, das Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX.

So sieht es aus, das Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX.

Was man immer als erstes an einem Objektiv sieht, ist das Gehäuse und die Verarbeitungsqualität. Beides ist beim 35mm f/1.8G DX in Ordnung, aber nicht herausragend. Plastik dominiert, allerdings ist diese doch relativ wertig, gut verarbeitet und wirkt nicht billig oder klapprig. Das darf man jedoch für auch ca. 160€ erwarten. Zum Lieferumfang gehört neben der Gegenlichtblende und den beiden Deckeln auch eine Objektivtasche.

Wer noch alte Filter für den früher gängigen Durchmesser von 52mm hat, wird sich freuen, denn auch das 35mm f/1.8G DX hat ein 52mm Filtergewinde. Wer allerdings eine Vollformatkamera sein Eigen nennt, dem sei gesagt, dass das Objektiv nur für das DX-Format (also Crop-Sensor) gedacht ist.

Fokuswahlschalter am Nikkor

Fokusart-Wahlschalter am Nikkor

Nun aber zum viel interessanteren Teil, der Bildqualität und dem Autofokus. Der Autofokus ist ein Ultraschallmotor, der seinen Dienst leise und flott verrichtet. Zudem ist er an meiner D7000 sehr treffsicher. Ich musste jedoch vorab eine Fokuskorrektur vornehmen, damit er wirklich punktgenau sitzt. Vor der Anpassung zeigte sich ein merklicher Backfokus. Das ist jedoch an meiner D7000 bei einigen Objektiven der Fall. Wie bei den neueren Nikon-Objektiven üblich, gibt es die Möglichkeit den Autofokus manuell zu beeinflussen (Stellung M/A).

Lediglich schummriges Kerzenlicht und ein kleines Kellerfenster beleuchteten die Szene. Der Autofokus traf auf Anhieb sein Ziel und die Lichtstärke des Nikkor sorgt dafür, dass eine allzu hohen ISO-Werte benötigt werden.

Lediglich schummriges Kerzenlicht und ein kleines Kellerfenster beleuchteten die Szene. Der Autofokus traf auf Anhieb sein Ziel und die Lichtstärke des 35mm f/1.8G DX sorgt dafür, dass keine allzu hohen ISO-Werte benötigt werden.

Nun zur Bildqualität. Die Schärfe ist in meinen Augen absolut top, schon bei Offenblende sind die Fotos auf jeden Fall zu gebrauchen, was ja nicht bei allen Festbrennweiten mit großer Blendenöffnung der Fall ist. Das 35mm 1.8G DX ist hier dem Nikon AF-S 50mm f/1.8G etwas überlegen. Blendet man auf f/2.2 ab, so nimmt die Schärfe nochmal deutlich zu. Die schärfsten Ergebnisse liefert das 35mm 1.8G DX bei Blende 4. Das ist mein persönlicher, subjektiver Eindruck. Ich werde nicht anfangen und irgendwelche Siemenssterne fotografieren, denn was in meinen Augen wirklich zählt sind die Ergebnisse im echten Einsatz. Oberhalb von f/4 nimmt die Schärfe an sich nicht mehr zu, bis f/8 aber auch kaum ab. Allerdings muss ich sagen, dass das Nikon AF-S DX 16-85mm f/3.5-5.6G ED VR ab Blende 5.6 absolut ebenbürtig ist, bei f/8 subjektiv sogar etwas überlegen. Wer also die Lichtstärke des 35mm f/1.8G DX nicht benötigt und das Nikon 16-85mm f/3.5-5.6G DX schon sein Eigen nennt, der verbessert sich nicht und kann sich die Investition sparen. Das Zoomobjektiv ist dem 35mm f/1.8G DX auch in Bezug auf Verzeichnung überlegen. In diesem Punkt leistet sich das 35er doch eine deutliche Schwäche. Klar lässt sich diese zusammen mit der Vignette in Lightroom und Photoshop korrigieren, aber das muss bei einer Festbrennweite nicht sein. Das 50mm f/1.8G von Nikon verzeichnet beispielsweise so gut wie gar nicht.

Was scharf sein soll ist es, und zwar knackig. Bei f/4 hat das 35mm f/1.8G DX seine subjektiv beste Schärfeleistung.

Was scharf sein soll ist es, und zwar knackig. Bei f/4 hat das 35mm f/1.8G DX seine subjektiv beste Schärfeleistung.

Crop vom oberen Bild zu besseren Schärfebeurteilung.

Crop vom oberen Bild zu besseren Schärfebeurteilung.

Flares und Geisterbilder sind nicht wirklich ein Thema beim Nikon AF-S 35mmm f/1.8G DX. Ja, ab und zu treten sie auf, aber nur in Maßen und vor allem doch sehr berechenbar. Ganz anders als beim Tokina AT-X 116 Pro DXII. Dafür hat das 35mm f/1.8G DX ein anderes Problem, und zwar Chromatische Aberrationen, zu denen es sehr deutlich neigt. Fotografiert man durch Äste eine Baumes hindurch, so sind an jedem Ast violette und /oder grüne Farbsäume auszumachen. Bei einigen Objektiven hilft Abblenden, um das Auftreten von CAs zu minimieren. Beim 35mm f/1.8G DX bringt nicht viel. Die CAs sind teilweise (bei besonders kontrastreichen Motiven z.B.) dermaßen stark, dass man sie nicht ohne merklichen Qualitätsverlust in Lightroom bzw. Photoshop korrigieren kann. Da bleibt einem häufig nur die Umwandlung in S/W, was aber auch nicht im Sinne des Erfinders ist.

Grün und violette Farbsäume sind bei kontrastreichen Fotos keine Seltenheit.

Grüne und violette Farbsäume sind bei kontrastreichen Fotos keine Seltenheit.

Was mir besonders am 35mm f/1.8G DX gefällt ist, dass es mit nur 30cm eine sehr kurze Naheinstellgrenze besitzt und damit vor allem für Blumen- und Blütenfotografie hervorragend einsetzbar ist. Was mir aber wiederum nicht gefällt, ist die fehlende Entfernungsskala. Sowas gehört einfach an ein Objektiv!

Blüten-und Blumenfotografie ist dank der geringen Naheinstellgrenze sehr gut möglich.

Blüten-und Blumenfotografie ist dank der geringen Naheinstellgrenze sehr gut möglich.

Umso näher man ans Objekt der Begierde heranrückt, desto geringer wird auch die Schärfentiefe. Und da wären wir auch schon beim Thema Bokeh. Wie sieht der unscharfe Bereich hinter dem Objekt aus? Also mir gefällt das Bokeh, vor allem bis f/4 ist es relativ weich, allerdings nie so cremig, wie das vom Tamron 90mm f/2.8 Makro. Ich hab mal nachts Spitzlichter mit Absicht unscharf fotografiert um zu zeigen, wie sich mit dem Schließen der Blende die Unschärfekreise verändern. Bei f/2.8 kann man schon leichte „Ecken“ bei den Kreisen ausmachen, bei f/4 werden sie schon eher zu Polygonen. Für ein Objektiv mit nur 7 Blendenlamellen ist das Ergebnis durchaus in Ordnung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das soll es auch schon gewesen sein mit meinem kleinen Beitrag zum Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX.

Fazit

Das Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX ist ein sehr scharfes Objektiv, mit schnellem Autofokus und kurzer Naheinstellgrenze. Allerdings neigt es sehr stark zu Chromatischen Aberrationen und verzeichnet für eine Festbrennweite doch etwas zu stark. Dennoch ist es in meinen Augen ein sehr gutes Objektiv und sein Geld wert.

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2 Kommentare zu „Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX – viel Licht und etwas Schatten

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