Automatischer Weißabgleich – manchmal ganz schön daneben

Fast jeder kennt das, man fotografiert ein schöne Szene und muss nachher feststellen, dass irgendwie die Stimmung im Foto gar nicht rüber kommt. Die Farben sind falsch. Vor allem bei nächtlichen Aufnahmen liegen manchmal Welten zwischen „gesehen“ und „fotografiert“. Was ist das Problem? Meistens ist es der automatische Weißabgleich, der einem einen Strich durch die Rechnung macht. Wie zum Beispiel auf folgendem Bild:

automatischer Weißabgleich der Kamera

automatischer Weißabgleich der Kamera

Naja, der orange-braune Farbstich ist in manchen Augen vielleicht ganz nett, aber so sah es zu dem Zeitpunkt nicht aus! Die Straßenlaternen und die von Dresden angeleuchteten Wolken irritieren den automatischen Weißabgleich der Kamera offenbar gewaltig. Denn stellt man den Weißabgleich in der Kamera (oder in meinem Fall in Lightroom) auf „Wolframlampenlicht“ (2850K), so erscheint das Foto in einem völlig anderen Licht:

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Das sieht schon besser aus und in etwa auch so, wie ich es subjektiv mit meinen Augen gesehen habe. Damit ihr den Weißabgleich im Nachhinein noch verlustfrei ändern könnt bedarf es des Raw-Formats. Klar, man kann auch bei einem Jpeg des Weißabgleich nachher anpassen, allerdings kann es dabei zu sehr hässlichen Tonwertabrissen kommen. Daher mein Ratschlag, immer in Raw zu fotografieren, soweit die Kamera das erlaubt.

Aber zurück zum Weißabgleich und dessen Veränderung. Das Foto oben ist schon ganz gut, haut mich von der Stimmung aber nicht so vom Hocker. Es wirkt noch zu warm. Das passt einfach nicht zu einem Winter-Foto. In Lightroom kann man mit dem Pipetten-Werkzeug einen bestimmten Bereich wählen, der farbneutral sein soll. Ich mache es mir da einfach und wähle den Schnee, denn Schnee ist im Idealfall weiß, bzw. grau. Einen Gelbstich sollte er eher nicht haben 😉

manueller Weißabgleich

manueller Weißabgleich

Die kühle, winterliche Stimmung kommt so besser rüber, finde ich.

Das Winterbild ist schon relativ alt und wenig reizvoll, aber es soll eins verdeutlichen. Der Weißabgleich ist essenziell für die Stimmung eines Fotos, auf seine Wirkung. Egal ob Tag oder Nacht, egal welche Jahreszeit, egal welches Motiv, ein falscher oder ungeschickt gewählter Weißabgleich entwertet jedes Foto. Also verlasst euch nicht auf den automatischen Weißabgleich, denn der liegt manchmal eben ganz schön daneben.

Im Handel gibt es diverse Hilfsmittel, um den korrekten Weißabgleich zu ermitteln: Graukarten, Lenscaps, etc. Ein Stück grauer Karton vom Schreibwarenladen reicht aber meistens auch aus, da muss man nicht unbedingt viel Geld ausgeben.

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Ein Kommentar zu „Automatischer Weißabgleich – manchmal ganz schön daneben

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