Blutmond – lieber spät als nie

Auch ich habe mich am 28.09. früh aus dem Bett geschwungen um den Blutmond zu fotografieren. Für meine Frau und mich ging es zum Kraftwerk Plessa. Diese Ortswahl hatte zwei große Vorteile. Erstens waren wir dort allein und somit sind die Fotos einzigartig und zweitens hatten wir die ganze Zeit klare Sicht. In Dresden zogen ja bekanntlich Wolken auf.

Blutmond
Blutmond

Leider sind 200mm Brennweite an Vollformat nicht sonderlich lang und deswegen konnte ich den Mond nicht näher „heranholen“. Ich bin trotzdem zufrieden.

Milchstraße über Brandenburg – 4 Belichtungszeiten

Am Wochenende war es nachts wieder mal sehr klar und der Mond lag unterm Horizont. Also ging ich nachmal raus und wollte die Milchstraße fotografieren. Außerdem hatte ich gehofft vielleicht die ein oder andere Sternschnuppe zu sehen und abzulichten. Zur Zeit sind die Perseiden ja recht aktiv.
Für die Fotos habe ich dann zum ersten Mal das 12mm Fisheye von Walimex* benutzt, über das ich hier schon mal geschrieben habe. Und was soll ich sagen? Es ist wirklich gut für Astro-Fotografie geeignet. Kaum Koma um die Sterne und schon bei Offenblende im Zentrum sehr scharf und in den Ecken immer sehr scharf für ein Fisheye-Objektiv.
Nun aber zu den Fotos. Ich habe zuerst ein Foto mit der korrekte Belichtungszeit gemacht, also mit 30s. Wie zu erwarten traten keine Sternspuren auf.

milky way
(D750, 12mm, f/2.8, 30s, ISO4000)

Da ich schon Fotos im Netz gesehen hatte, bei denen leichte Sternspuren auftraten und die Milchstraße trotzdem noch scharf abgebildet war, habe ich die Belichtungszeit schrittweise angehoben und dabei den ISO-Wert in gleichem Maße reduziert.

milky way
(D750, 12mm, f/2.8, 60s, ISO2000)

milky way
(D750, 12mm, f/2.8, 122s, ISO1000)

milky way
(D750, 12mm, f/2.8, 600s, ISO160)

Selbst bei 2 Minuten Belichtungszeit ist die Milchstraße noch recht gut definiert, wirklich scharf ist sie nur bis 60s. Bei 10 Minuten ist sie noch klar zu erkennen, aber schon sehr verschwommen. Ich finde das 10 Minuten Foto trotzdem irgenwie faszinierend, da der Blick förmlich ins Bild hineingezogen wird. Die Rotation der Sterne um den Polarstern wirkt wie ein Strudel.

Mein Fazit dieses kleinen Experiments ist, dass die Belichtungszeit etwas länger sein darf als berechnet, wenn der Fokus auf der Milchstraße und nicht den Sternen liegt.
Für alle, die die Daumenregel zwischen Brennweite und Belichtungszeit nicht (mehr) kennen, kommt die hier nochmal:

 max. Belichtungsezit=500/(Brennweite x Crop-Faktor)

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Andromeda Galaxie – der Nachthimmel hat viel zu bieten

Vor einiger Zeit wollte ich mal testen, was die D750 wirklich drauf hat wenn es um die Low-Light-Performance geht. Mein Ziel waren Fotos der Milchstraße und wenn möglich der Andromeda-Galaxie. Für letztere macht ein Weitwinkel-Objektiv natürlich keinen Sinn, also kam mein 70-200mm f/2.8 von Tamron bei 200mm und Offenblende zum Einsatz.
Die Milchstraße ist ja in Südbrandenburg schon mit bloßem Auge zu erkennen, bei der Andromeda-Galaxie ist das (für mich) nicht machbar. Also habe ich die App „Google Sky Map“ benutz um ungefähr zu wissen wo sie liegt und mit der Kamera in die entsprechende Richtung gezielt. Und siehe da, was ich nicht mehr sehen konnte, konnte ich mit der D750 recht passabel ablichten. Noch besser wurde das Ergebnis dann beim Stacken von 5 Aufnahmen und der Verrechnung mit den zusätzlichen Darkframes. Benutzt habe ich dafür die kostenlose Software „DeepSkyStacker„.

Andromeda Galaxie
(D750, 200mm, f/2.8, 2,5s, ISO25600 - gestackt aus 5 Fotos 
und zahlreichen Darkframes in DeepSkyStacker)

Es ist klar, dass bei ISO25600 aus den RAW-Dateien an sich nicht mehr so viel herauszuholen ist. Nach dem Stacken sieht das dann schon anders aus. Insgesamt liegen schon Welten zwischen der D750 und der D7000 was die ISO-Leistung betrifft.
Mal sehen, ob irgendwann mal noch ein längeres Objektiv kommt, um noch etwas tiefer ins Weltall vordringen zu können.

Flug des Orion – Sternschnuppeneffekt

flight of the orion

Dieses Foto mit dem Sternschnuppeneffekt entstand aus 30 Einzelfotos, die ich in Photoshop zusammengefügt habe. Dabei habe ich die Deckkraft der Ebenen schrittweise (gleichmäßig, also jeweils um 1/Fotoanzahl %) erhöht. Wobei ich auf allen Ebenen außer der Hintergrundebene den Modus „Aufhellen“ angewendet habe. Die Richtung von dünn (wenig Deckkraft) nach dick (hohe Deckkraft) könnt ihr dabei frei wählen. Aber Achtung, so eine Bearbeitung braucht recht viel Rechenpower, da die PSD-Datei je nach Anzahl der eingebunden Fotos schnell mehrere Gigabyte groß wird. Deshalb solltet ihr am Ende einfach alle Ebenen auf eine sichtbare reduzieren und schon ist die Datei wieder rechnerfreundlich klein.
Ich habe den Fehler gemacht die Kamera-interne Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen eingeschaltet zu lassen. Diese erstellt ein Schwarzbild mit gleicher Belichtungszeit wie bei der eigentliche Aufnahme. Durch diese zusätzliche Zeit zwischen den einzelnen Fotos sind kleine Lücken zwischen den Sternen entstanden. Das fällt vor allem bei den etwas dunkleren Sternen auf. Nächstes mal bin ich da klüger und schalte sie ab.
Ganz wichtig für solche Fotos ist ein stabiles Stativ, damit die Sterne eine gleichmäßige Spur ziehen und nicht irgendwelche Wellen oder Ausreißer entstehen. Man sollte das Stativ auch auf einen festen Untergrund stellen und auch nicht drum-herum rennen, denn selbst solche Erschütterungen reichen um ein Foto zu verwackeln.

Orionnebel – ein erster Versuch

Astrofotografie fasziniert mich schon länger, sie lässt Himmelsobjekte erscheinen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Nebel, Galaxien und Planeten sind plötzlich greifbar. Vielerorts in Deutschland ist die Lichtverschmutzung so groß, dass es dort keinen Sinn macht, in die Tiefen des Weltalls zu blicken. Nicht so in Südbrandenburg. Dort ist nicht viel los und das bedeutet, dort ist es nachts sehr dunkel. Die Milchstraße ist dort mit bloßem Auge zu erkennen.

Zur Zeit ist das Sternbild Orion in seiner ganzen Pracht zu bewundern. Und da wollte ich in der klaren Nacht am Valentinstag versuchen, den Orionnebel zu fotografieren. Ich wusste, dass es ihn gibt, aber dummerweise nicht genau wo er liegt und wie groß er ist. Das Nikkor AF-S 50mm f/1.8 vor meine D7000 geschnallt und los gings. Irgendwo in der Nähe der drei zentralen Sterne musste er liegen. Also grob aufs Zentrum gezielt und mit dem Intervallauslöser 35 Aufnahmen gemacht. Alle bei 4s Belichtungszeit, Blende f/2 und zwischen ISO2500 und ISO 6400. So sahen dann die Einzelbilder aus:

Orion Nebula
Aufnahme bei ISO2500

Orion Nebula
Aufnahme bei ISO4000

Orion Nebula
Aufnahme bei ISO6400

Die Aufnahmen sind schon in Lightroom bearbeitet und gecropped. Man kann sehen, wie klein der Orionnebel ist. 50mm Brennweite an einer APS-C-Kamera sind also immer noch viel zu kurz. Das nächste mal werde ich mein Nikkor 105mm f/1.8 AIS nutzen, da sollten bessere Ergebnisse herauskommen. Es sollte auch nur ein erster Versuch sein. Deshalb habe ich die 35 Aufnahmen mit Deepskystacker zu einem Foto kombiniert/gestacked. Hier ist das Ergebnis, dass ich für den ersten Versuch gar nicht so schlecht finde.

Orion Nebula
Fertig gestacktes Foto aus 35 Einzelaufnahmen.

Durch das Überlagerung der Informationen aller Fotos bekommt der Nebel mehr Struktur und kann im Nachhinein noch besser herausgearbeitet werden. Ich werde mich demnächst nochmal auf den Weg machen, um ihn noch besser abzulichten.