Meine ersten Zeitrafferversuche

Ich war vor kurzem bei einem Vortrag von Gunther Wegner über seine Reise durch Afrika und Zeitrafferfotografie allgemein. Dabei wurde ich angeregt, auch mal solche faszinierenden Aufnahmen zu versuchen. Gunther nutzte schließlich für seine Zeitraffer auch  oft die D7000, bevor er zur D800 gewechselt ist. Der Vorteil der Nikon D7000 liegt im integrierten Intervalometer, also der Möglichkeit von derKamera selbst aller x Sekunden ein Bild machen zu lassen. bis zu 9990 Aufnahmen sind so theoretisch möglich. Das erspart die Anschaffung eines Fernauslösers mit Intervallfunktion.

Das eigentlich Interessante sind jedoch die Überlegungen, die man anstellen muss, um eine sinnvolle Beschleunigung zu erzeugen. Da muss ich sagen, dass ich den Dreh da noch nicht so raus hab. Oben ist mein erster Zeitraffer vom Sternenhimmel über Gorden (Brandenburg) zu sehen. Ich bin leider zu spät aufgestanden, so dass 4:50 Uhr die Fotos schon gnadenlos überbelichtet waren. Auch das Timing der Belichtungskorrekturen muss wohl geplant sein, habe ich auf diese Weise feststellen müssen. Warum ich im manuellen Modus fotografiert habe? Gunther empfahl es, da es eine bessere Kontrolle über die Ergebnisse liefert und die spätere Verarbeitung der RAW-Dateien ermöglicht.

Bearbeitet habe ich die Rohdaten dann in Lightroom 4 und der Zeitraffer-Software LRTimelapse von Gunther Wegner. Mit Lightroom 5 scheint der Export solcher Zeitraffer-Sequenzen nicht mehr zu funktionieren, da dort das Diashow-Modul verändert wurde. Gunther arbeitet daher zur Zeit an einer neuen Version von LRTimelapse, die den Videoexport selbst übernimmt. Mal sehen, ob es in Lightroom 6 wieder klappt, Adobe scheint da wohl etwas voreilig gewesen zu sein. Aber ich schweife ab 😉

Ich habe am Wochenende einige, verschiedene Sequenzen aufgenommen, ohne zu wissen, ob sie als Film taugen, oder nicht. Ich hatte keinen Rechner mit der nötigen Software zur Verfügung, da ich  bei meinen Schwiegereltern war. Also habe ich versucht die Bilder in einer Art Schnellvorschau auf dem Kamera-Display abzuspielen, indem ich den Weiter-Button gedrückt hielt. Ist zwar nicht perfekt, aber es funktioniert (ein bisschen). Letztenendes hab ich dann doch eher nach Gefühl gearbeitet. Und mit Kopfrechnen, denn ich kann in der Testversion von LRTImelapse nur maximal 400 Fotos verarbeiten. Also waren 400 Bilder fix und dann ging es darum, diese gleichmäßig auf die Dauer eines Ereignisses abzustimmen. Gunther meinte in seinem Vortrag, dass man immer versucht, die Belichtungszeit halb so lang zu wählen wie das Intervall. Dann ergibt sich teilweise allein schon aus der Belichtungszeit die Intervalllänge. Klappt aber halt nicht immer.

Bei den Wolken habe ich ich mir gedacht, dass 4s Intervalllänge bei der vorherrschenden Windgeschwindigkeit okay sein sollten. Dazu habe ich dann noch einen Graufilter genutzt, um die Wolken schon auf den Fotos etwas Dynamischer aussehen zu lassen. Aber um ehrlich zu sein, selbst bei 1/10s sehen die Wolken fast knackscharf aus ^^

Das Wolkenvideo hat mir dann offenbart, dass ich dringend mal wieder den Sensor der D7000 reinigen lassen sollte. Das sind ein paar unschöne Blendeflecken zusehen, und das schon bei f/11 😦

Das letzte Video entstand komplett  bei Offenblende meines Makro-Objektivs, also bei f/2.8. Da stellen Blendenflecken kein Problem dar. Das viel größere Problem bestand in der Abschätzung, wie lange es dauert, bis die von mir ausgewählte Seerosenblüte sich komplett geschlossen haben würde. Also fragte ich meine Schwiegermutter. Sie meinte, dass das in einer Stunde erledigt sei, höchstens anderthalb Stunden. Naja, wie das so ist im Leben, es hat für alle Blüten gestimmt, nur nicht für die, die ich fotografierte. Es dauerte 3 Stunden und 18 Minuten! Immer wieder musste ich die Sequenz verlängern, so dass aus den ursprünglich avisierten 400 Fotos für über 1,5h, 790 Fotos wurden. Aber ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Ich konnte zwar LRTimelapse nicht nutzen, aber bei Offenblende kommt es sowieso kaum zu dem gefürchteten Flickern im Video.

Viel Spaß mit den 3 Videos. Kritik und Anregungen sind immer erwünscht.

 

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Google Nexus 7 für Fotografen sinnvoll?

Warum soll es in diesem Post gehen? Ganz einfach: ich möchte zeigen, was mit der Kombination aus D7000, Nexus 7 und ein paar kostenlosen Apps möglich ist.

Zu Weihnachten bekam ich ein Google Nexus 7 mit 32GB (nur WiFi; 3G brauche ich nicht wirklich und würde jeden Monat einiges zusätzlich kosten) Speicher geschenkt. Es sollte vor allem eine Hilfe/Erleichterung beim Studium sein. Und diesen Zweck erfüllt es hervorragend, denn es ist nicht zu groß und schwer, man kann es also immer dabei haben, es hat ein sehr gut lesbares, hochauflösendes Display und es hat einen sehr guten Akku. Alle technischen Daten sind hier zu finden: Google Nexus 7. Und gerade durch den Fakt, dass es massig Speicher hat und so ein tolles Display, liegt es doch nahe, das Nexus 7 auch mal in den fotografischen Workflow einzubinden.

Nun hat das Nexus 7 keinen vollwertigen USB-Port, also muss ein sogenanntes OTG-Kabel beschafft werden, um die Kamera anschließen zu können. Das kostet aber nicht viel, um die 3€. Eigentlich habe ich mir das Kabel nur besorgt, damit ich via Nexus Media Importer Dateien von einem USB-Stick auf das Nexus ziehen kann. Das ist auch die bisher einzige App, die ich im Play Store gekauft habe. Die Investition hat sich aber gelohnt, soviel ist sicher. Ich schweife ab 😉 Das Kabel ist jedenfalls nötig, um eine Kamera mittels USB-Kabel an das Nexus anzuschließen. Sicher, es gibt auch Möglichkeiten der Fernsteuerung einer Kamera mittels WLAN, aber diese Varianten sind meist ungleich teurer. Deshalb bleibe ich bei der kabelgebundenen Variante. So sieht das dann z.B. aus:

D7000 und Nexus 7

D7000 und Nexus 7

Was gibt es denn so für (kostenlose) Foto-Apps, habe ich mich gefragt. Die erste, auf die ich gestoßen bin, ist „DslrDashboard„. Diese App ist sehr umfangreich und erlaubt Zugriff auf alle wesentlichen Einstellungen der D7000. Das macht sie einerseits zur perfekten Fernsteuerungssoftware, aber andererseits ist sie dadurch auch etwas überladen. Sämtliche Einstellungsbuttons sind rund um die Liveview-Ansicht angeordnet. Der Liveview klappt einwandfrei und auch Fokussieren funktioniert sehr gut.

DslrDashboard auf dem Nexus 7 mit der Nikon D7000

DslrDashboard auf dem Nexus 7 mit der Nikon D7000

Nutzt man den Liveview nicht, sondern fotografiert mittels Sucher, so zeigt DslrDashboard den zur Zeit aktiven Fokuspunkt an und zeigt automatisch eine Vorschau des soeben gemachten Bildes.

DslrDashboard Fotoanzeige

DslrDashboard Fotoanzeige

Anschließend kann man die gemachten Fotos auf das Nexus importieren. Das schöne an DslrDashboard ist, dass es in der Lage ist, auch die Raw-Dateien der D7000 (also die NEF-Dateien) zu lesen und anzuzeigen.

Die zweite App, die ich mir näher angeschaut habe, ist Helicon Remote. Diese App ist etwas abgespeckter und kann in der Standardversion nur Jpeg aufnehmen und anzeigen. Dadurch, dass in Helicon Remote mehrere Reiter mit verschieden Unterfunktionen vorhanden sind, ist sie nicht so schnell bedienbar, wie DslrDashboard, aber dafür wirkt sie weniger überladen.

Helicon Remote auf dem Nexus 7 mit der D7000

Helicon Remote auf dem Nexus 7 mit der D7000

Helicon Remote zeigt, genauso wie DslrDashboard, ein Live-Histogramm an. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber dem normalen Liveview der D7000. Dabei hat man bei beiden Apps die Wahl zwischen der monochromen und der RGB-Variante.

Was mir an Helicon Remote sehr gefällt, ist das Fokus-Peeking. Das unterstützt den Fotografen hervorragend beim manuellen Fokussieren. Des weiteren kann man sich mit Hilfe der App noch die Tiefenschärfe berechnen lassen, sowie die hyperfokale Distanz angeben lassen. Das brauch ich nicht wirklich, ist aber mal ganz interessant.

Fokus-Peeking mit Helicon Remote

Fokus-Peeking mit Helicon Remote

Zudem können von der App die Bereich des Bildes hervorgehoben werden, die zur Zeit scharf fokussiert sind. Auch das ist sehr praktisch, vor allem bei kontrastarmen Motiven, bei denen man per Hand fokussieren möchte.

Kontrolle der scharf fokussierten Bereiche in Helocon Remote

Kontrolle der scharf fokussierten Bereiche (blau) in Helocon Remote

Des weiteren kann man sich die überbelichteten Bereiche im Liveview anzeigen lassen.

Anzeige der überbelichteten Bereiche im Foto in Helicon Remote

Anzeige der überbelichteten Bereiche (rot) im Foto in Helicon Remote

Auch in Helicon Remote wird nach dem Auslösen das Foto groß angezeigt, da gibt es keinen Unterschied zu DslrDashboard.

Beide Apps sind in meinen Augen sehr gut geeignet, um den Fotografen zu unterstützen. Jedoch führt die Kabelverbindung und der etwas träge Liveview dazu, dass diese Vorteile nur bei unbewegten Motiven vorhanden sind, also z.B. für Produktfotografie oder Landschaften. Um sich die Fotos nach einem Shooting anzusehen, braucht man die Apps hingegen nicht. Da reichen der Nexus Media Importer und die Galerie, um sie einerseits auf das Nexus zu übertragen, und andererseits anzusehen.

Es gibt auch Apps, wie z.B. Snapseed, um Fotos auf dem Nexus zu bearbeiten. Hierbei wählt man aus verschiedenen Filtern und Effekten die gewünschten aus und passt dann die Stärke an. Klingt ganz nett, aber ist in meinen Augen eher weniger sinnvoll. Bildbearbeitung mache ich lieber am Computer, nicht auf einem Tablet. Denn dafür ist das Display dann doch zu klein und die Möglichkeiten sind zu sehr beschränkt.

FAZIT

Das Nexus 7 kann mit den richtigen Apps eine Hilfe für Fotografen sein. Dabei leisten auch kostenlose Apps sehr gute Arbeit. Schon allein, um Fotos nach einem Shooting etwas größer anzuschauen und z.B. dem Model zu zeigen, lohnt es sich, es mit dabei zu haben. Vor allem seine geringe Größe und sein geringes Gewicht machen es zum perfekten Begleiter.

Welche Meinung habt ihr zu Tablets für Fotografen, bzw. was hab ihr für Erfahrungen gemacht?

 

P.S. Die im Post gezeigten Fotos sollen nicht unbedingt schön sein, sondern nur als Beispiele dienen 😉

 

Batteriegriffvergleich: Nikon MB-D11 vs. Meike Multi-Power Battery Pack

Ich nutze meine D7000 nur noch mit Batteriegriff, da sich vor allem das Handling im Hochformat deutlich verbessert. Zudem steht mit dem Griff mehr Akku-Ausdauer zur Verfügung. Letzteres ist mir nicht so wichtig, da der EN-EL15-Akku ein wahrer Ausdauermeister ist, aber beim Fotografieren von längeren Veranstaltungen ist es ein willkommener Nutzen. Nichts ist schlimmer, als wenn der Akku im ungünstigsten Augenblick leer ist und gewechselt werden muss. Zudem ist es möglich, normale LR6-Batterien (bzw. AA) zu nutzen. Gerade bei Kosten von z.Z. circa 50€ für einen originalen EN-EL15 ist diese Option durchaus reizvoll.

Doch in diesem Post soll es weniger um die Vorzüge eines Batteriegriffs gehen, als vielmehr um einen Vergleich des originalen Nikon MB-D11 und dem Meike Multi-Power Battery Pack für die D7000. Denn bei Kamerazubehör stellt sich immer die Frage: Kamerahersteller, oder doch lieber Dritthersteller? Die Frage stellt sich vor allem aus finanziellen Gründen. Während ich für den Meike-BG gerade mal 37€ bezahlt habe (z.Z. eher so um die 60-70€), musste ich für den Nikon MB-D11 knapp 200€ bezahlen (z.Z. auch wieder teurer mit ca. 230€). Wenn etwas nur ein Fünftel des Originals kostet, kann man schonmal schwach werden. Dass es Nachteile geben muss, das muss einem vorher klar sein.

Schon beim Auspacken stellt man Unterschiede fest. Die Verarbeitung des MB-D11 ist der des Meike-Griffs überlegen und er fühlt sich wertiger an. Dazu riecht der Meike-BG etwas streng nach Gummi. Der Geruch verfliegt jedoch nach ein paar Wochen. Der verwendete Kunststoff ist spröder, als der des Nikon-BG. Das fällt vor allem bei den Einschüben auf. Bei beiden Griffen wird ein Einschub für den EN-EL15-Akku und ein Einschub für die angesprochenen LR6-Batterien mitgeliefert. Bei Nikon ist jedoch noch eine Neopren-Tasche für den nicht verwendeten Einschub vorhanden. Nicht, dass man eine Anleitung wirklich bräuchte, aber beide Anleitungen liegen auch in deutscher Sprache bei, was bei Drittherstellern nicht oft der Fall ist.

Eine Sache, die man nicht von außen sieht, ist dass der Nikon MB-D11 ein Chassis aus einer Magnesiumlegierung besitzt und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist. Der Meike-Griff besteht komplett aus Kunststoff und besitzt keine Abdichtung. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Meike-BG nicht stabil wäre, das ist er durchaus. Zumindest in sich. Zur Stabilität in Verbindung mit der D7000 schreibe ich später mehr. Erstmal soll es jedoch um die weiteren äußeren Merkmale gehen. Die Gummierung des Meike-Griffs ist etwas grober strukturiert, als die des Nikon-BG. Beides ist okay, wobei natürlich die Gummierung des MB-D11 der der D7000 ähnlicher ist und dadurch das Gesamtbild stimmiger ist. Das ist jedoch in meinen Augen kein Kaufargument. Die Rädelschraube zum feststellen des BG an der Kamera klappert bei dem Meike-Griff deutlich hörbar, beim Nikon-Griff läuft sie geräuschlos. Ansonsten sind sich der Meike-BG und der Nikon-Griff äußerlich extrem ähnlich. Unterschiede sind in der Form nicht auszumachen, allenfalls im Material. Aber seht selbst (immer links Meike und rechts Nikon):

Nun zu den Bedienelementen. Hier stellt man dann doch Unterschiede fest. Die Einstellräder laufen beim Meike-BG nicht ganz so softig, wie beim MB-D11, bzw. der D7000. Der Auslöser des Meike-Griff hat überraschenderweise einen besseren Druckpunkt, als der des Nikon-BG. Das ist jedoch nur meine subjektive Meinung. Das Steuerkreuz ist wieder beim MB-D11 besser, schon weil es etwas schwergängiger ist. Das Steuerkreuz des Meike-Griffs habe ich oft aus Versehen betätigt und damit den Fokuspunkt verschoben. Z.B. beim Wechsel vom Hoch- zum Querformat, striff der Kameragurt nur leicht drüber und schon war der Fokuspunkt vollkommen woanders. Das ist nervig und muss nicht sein. Der Lock-Schalter ist ebenfalls etwas zu leichtgängig, auch hier kam es ab und zu zur ungewollten Sperrung der Bedienelemente. Der AE-L/AF-L-Knopf macht, was er soll. Da gibts zwischen Nikon und Meike keinen Unterschied.

Nun zum viel spannenderen Thema, dem Funktionstest. Ich habe beide Batteriegriffe jeweils ca. ein halbes Jahr getestet. Also ist das, was jetzt folgt ein Erfahrungsbericht. Zum ersten, beide Griffe sitzen fest an der D7000 und lockerten sich im Betrieb kein Bisschen. Also wer da Bedenken hat, den kann ich beruhigen. Dennoch muss man festhalten, dass der MB-D11 fester an der Kamera sitzt, bombenfest. Da wackelt nichts! Der Meike-Griff hingegen lässt sich, trotz bestmöglichem Festdrehen der Rädelschraube, immernoch ein kleines Stück verdrücken. Und da liegt das Problem! Durch die nicht so gute Stabilität an der Kamera kommt es zu ständigen Wackelkontakten zwischen Kamera und Meike-BG. Leicht zu sehen am ständigen Blinken der grünen Zugriffsleuchte der D7000. Diese Wackelkontakte haben einen unschönen Nebeneffekt. Der Akku im BG, als auch in der Kamera entladen sich schneller. Gerade auf der ILA, als ich im Hochformat fotografierte und das schwere 70-200mm Tamron montiert hatte (linke Hand am Objektiv und rechte Hand am BG), kam es immer wieder zu Funktionsstörungen durch den Wackelkontakt. Dieses Problem ist mit dem MB-D11 noch nie aufgetreten. Wenigstens wird der Meike-BG von der D7000  als Batteriegriff erkannt, wodurch die Akkudiagnose funktioniert.

Nun noch kurz zu dem Grund, warum ich den Meike-BG nicht mehr an meine Kamera schraube. Nach einer Weile der Benutzung wurde ich stutzig, weil meine Akkus ständig leer waren, obwohl ich nicht fotografiert hatte. Der Meike-Griff entlud den eingelegten Akku, selbst wenn er nicht der Griff nicht an der Kamera befestigt war. Fast 80% Entladung in einer Woche, bei frisch geladenen Akkus (EN-EL15 mit Status 0, also neu). Irgendwo müssen als Ströme fließen und das finde ich sehr bedenklich. Befand sich der BG an der Kamera und die wiederum im Fotorucksack, so entluden sich die Akkus ohne Benutzung um ca. 50% an einem Tag! Beim MB-D11 tritt dieses Problem nicht auf. Die Elektronik des Meike-BG scheint also ein paar Fehler aufzuweisen. Eine kleine Recherche in diversen Foren ergab, dass ich nicht der Einzige mit dem Problem bin.

FAZIT

Auch wenn der Preis sehr verlockend ist, lohnt sich der Kauf eines Batteriegriffs von einem Dritthersteller nur bedingt. Um zu testen, ob man überhaupt mit einem BG zurechtkommt, reicht er vollkommen aus. Nutzt man seine Kamera, so wie ich, nur mit Batteriegriff, rate ich zu einem originalen Griff. Denn nur der bietet Qualität und Funktionssicherheit!

 

Was habt ihr für Erfahrungen mit Kamerazubehör gemacht?

Lightroom 4 und die D7000

Ich nutze Lightroom nun schon seit ungefähr drei Jahren, angefangen mit der Version 3.3, jetzt Version 4.3. Das Programm ist für mich komfortabler zu nutzen, als Photoshop, allein schon, da hier eine Stapelverarbeitung mehrerer Dateien möglich ist, und die Organisationsfunktion integriert ist. Zudem brauche ich diesen ganzen Photoshop-Krams nur ganz selten. Hautkorrekturen und das Entfernen von Bildfehlern (z.B. Sensordreck) lassen sich auch mit Lightroom gut durchführen, letzteres sogar besser, als mit PS, da hier die Korrektureinstellungen für alle gewählten Fotos angewendet werden kann.

Wie das im einzelnen funktioniert, will ich nicht schreiben, dazu gibts gute Videos bei Youtube, aber auch gute Bücher. Vielmehr möchte ich zeigen, was sich aus manchem vermeindlich wertlosen Foto mit Lightroom noch herausholen lässt. Es darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass der Dynamikumfang der RAW-Datei entscheidend für die Möglichkeiten zur Verbesserung ist. Je höher der Dynamikumfang, desto größer die Möglichkeiten.

Lightroom

Vorher-Nachher-Screenshot eines Fotos des Grünewalder Lauchs

Und hier kommt die D7000 ins Spiel. Der Dynamikumfang ihrer RAW-Dateien ist einfach nur phänomenal. Selbst bei ISO1600 lässt sich noch einiges retten. Dennoch fotografiere ich soweit es möglich ist, mit ISO100; einfach, um mir mehr Möglichkeiten offen zu halten. Im oberen Bild des Grünewalder Lauchs wusste ich, dass die Szene zu große Helligkeitsunterschiede aufweist, also musste ich mich entscheiden, ob ich auf den Himmel, oder die Landschaft belichten will. Ich habe mich für den Himmel entschieden. Warum? Ganz einfach, Lichter brennen schnell aus, sodass Strukturen unwiederbringlich verloren gehen. Die Tiefen saufen zwar ab, aber die D7000 hält vor allem hier einige Reserven bezüglich Dynamik bereit. Genau die wollte ich mir später zunutze machen. Das Ergebnis ist oben zu sehen. Nach dem Absatz seht ihr noch zwei weitere Beispiele, die zeigen, was möglich ist, wenn man sich vorher im Klaren ist, was später in der Bearbeitung noch machbar ist. Allgemein lässt sich sagen, dass moderne DSLR vor allem in den Tiefen Reserven haben (4-5 Blendenstufen aufhellbar, ohne großartige Bildfehler, wie Artefakte und extremes Farbrauschen), in den Höhen eher weniger (meist nur eine Blendenstufe Dynamikumfang nutzbar). Beim Aufhellen tritt immer etwas Kontrastrauschen auf, was sich aber relativ leicht korrigieren lässt. Versucht man, die ausgebrannten Bereiche zu retten, ist das Ergebnis häufig nicht sehr ansehnlich, da es zu Tonwertabrissen kommt, die sehr unnatürlich aussehen.

Lightroom Dresden

Vorher-Nachher-Screenshot eines Dresden-Fotos

Lightroom Tu-144

Vorher-Nachher-Screenshot eines Fotos der Tu-144 in Sinsheim

Am Beispiel des Rittersterns möchte ich einfach nur zeigen, dass auch flaue, kontrastarme Fotos in Lightroom leicht aufgepeppt werden können. Das Foto ist zwar korrekt belichtet, aber es fehlt einfach das gewisse Etwas. Durch die Erhöhung der Klarheit, die Änderung des Weißabgleichs, sowie der Erhöhung des Kontrastes, gelingt es, dem Bild ein bisschen „Drama“ einzuhauchen.

Lightroom Ritterstern

Vorher-Nachher-Screenshot vom Ritterstern-Foto

Also, wenn ihr mehr aus euren Fotos machen wollt, aber auf die ganzen Spielereien von Photoshop verzichten könnt, schaut euch Lightroom doch mal näher an.

Die D7000 und ihre Eigenheiten

Wie ich in „Warum die D7000?“ schon geschieben habe, bin ich stolzer Besitzer der Nikon D7000. Als Kitobjektiv wählte ich das Nikkor AF-S 16-85mm 3.5-5.6G VR, weil ich etwas mehr Weitwinkel wollte, als das 18-105mm Objektiv anbietet. Doch ums Objektiv solls hier nicht gehen. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen mit der D7000 teilen.

Ich war von Anfang an ziemlich begeistert von meiner Neuanschaffung. Naja, ist ja auch ein ziemlicher Sprung von einer relativ alten Consumer-DSLR (Canon 350D) zu einer Semi-Pro-DSLR. Allein schon bezüglich Gewicht und Größe liegen Welten zwischen den Kameras. Daran gewöhnt man sich jedoch relativ schnell. Dann ist die Bedienung natürlich komplett anders, naja, Canon vs. Nikon halt. Gewöhnt man sich auch schnell dran. Aus heutiger Sicht möchte ich die Schnellzugriffe der D7000 (und anderer Nikons) nicht mehr missen. Aber perfekt ist die Kamera nicht, sie hat doch einige Macken! Und genau die will ich auch klar benennen.

Autofokus:

Über den Autofokus der D7000 wurde schon viel gesprochen und diskutiert. Vor allem die Problematik eines latenten Backfokus stetn meist im Mittelpunkt der Beschwerden. Ja, auch ich hab damit zu kämpfen, aber komme mit der AF-Feinabstimmung gut klar. Das ist zwar auch nicht im Sinne des Erfinders, dass man bei jedem Objektiv ein AF-Feintuning durchführen muss, aber was solls. In Dresden gibts zwar einen Nikon Service Point, aber ich bin zu bequem mein ganzes Zeug zu nehmen und dort vorstellig zu werden. Vielleicht mach ich das doch mal, mal sehen.

Schlimmer aus meiner Sicht ist, dass der Autofokus unter bestimmten Lichtverhältnissen falsch fokussiert. Und ich meine hier nicht in der Finsternis, sondern in normal heller Kunstlichtumgebung. Nutzt man das AF-Hilfslicht, klappt es dann wieder. Finde ich doof, denn nicht immer will/kann/darf man mit Hilfslicht arbeiten. Dummerweise tritt dieses Problem gerade bei normaler Zimmerbeleuchtung verstärkt auf.

Dennoch ist der AF der D7000 klasse, 39 AF-Felder und davon 9 Kreuzsensoren. Auch bei wenig Licht trifft der Autofokus sein Ziel noch schnell und präzise. Nicht, dass jetzt jemand denkt, der AF der D7000 wäre der totale Müll, das ist er nicht, nur ein bisschen zickig hin und wieder.

Pufferspeicher:

Dazu lässt sich nur sagen, dass er viel zu klein ist. Was nützen mir 6 Bilder pro Sekunde, wenn ich gerade mal 10 Bilder in Serie machen kann? Klar, ich könnte auch jpgs speichern und in der Qualität reduzieren, um mehr Serienbilder in einem Rutsch machen zu können, aber das will ich nicht! Ich will RAWs speichern. Gerade auf der ILA 2012 war das extrem ärgerlich, denn bei Flugshows, wie auch beim Sport, ist es oft hilfreich, wenn man 20-30 Fotos in Serie machen kann, um den perfekten Moment nicht zu verpassen. Da muss Nikon beim Nachfolger unbedingt nachbessern!

Spiegelschlag:

Der ist kräftig, soviel vorweg. An sich kein Problem, wenn man ohne Bildstbilisator arbeitet. Schaltet man den VR jedoch ein, kommt es bei bestimmten Belichtungszeiten zu unscharfen Bildern. Der Spiegelschlag scheint den VR des 16-85er zu irritieren, so dass dieser nachregelt, wo nichts zu regeln ist. Naja, VR ist bei mir immer aus, es sei denn ich brauch ihn wirklich. Wenn ich Stativaufnahmen mache, dann aktiviere ich generell die Spiegelvorauslösung. Sicher ist sicher.

Warum die D7000?

Bevor ich mir meine erste digitale Spiegelreflex-Kamera kaufen konnte, musste erstmal eine Entscheidung getroffen werden, welche es sein sollte. Canon, Nikon, Pentax oder Sony kamen in Frage. Sony fiel sehr schnell aus dem Rennen, da ich die Translucent Mirror Geschichte nicht so prall finde und lieber einen echten optischen Sucher nutze, als einen elektronischen. Pentax fiel alsbald ebenfalls weg, weil sie scheinbar große Probleme in der Fertigung der K5 hatten. Zudem gibt es bei Pentax weniger Auswahl an Objektiven. An Pentax gefiel mir die extreme Robustheit und Wetterfestigkeit, zudem lag sie gut in der Hand.

Also kam es zum Showdown zwischen Nikon und Canon, den Platzhirschen unter den DSLR-Herstellern. Vom Niveau kam nur eine Kamera oberhalb des Einsteigersegmentes infrage. Also landete ich bei der Canon 60D (die 7D war mir zu teuer, ohne einen echten Mehrwert gegenüber der 60D zu bieten), bzw. der Nikon D7000. Puh, schwere Entscheidung. Letztenendes ist es die D7000 geworden. Aber warum eigentlich?

Um mir die Entscheidung leichter zu machen las ich jeden Test, der sich mit den beiden Kameras beschäftigte, unzählige Blogs und Foreneinträge. Danach war ich genauso klug, wie zuvor. Fast jedenfalls. Der Sensor der D7000 sollte wohl bezüglich Rauschverhalten besser sein. Dafür hat die 60D einen Klappmonitor. Verdammt!

Letztenendes bin ich in einen Elektronikmart gegangen und hab sie beide angefasst und direkt verglichen. Zugegeben, ich hatte beide schonmal in der Hand. Aber in einem Shop im Flughafen Heathrow, wo doch etwas die Zeit und Ernsthaftigkeit fehlte. Also da stand ich nun und fingerte an beiden rum. Und die D7000 lag einfach besser in der Hand und ließ sich intuitiver bedienen, war aber zu dem Zeitpunkt auch etwas teurer. Naja, etwas besser verarbeitet ist sie auch, hat aber keinen Klappmonitor.

Das Ende vom Lied, ich hab nach Haptik, Ergonomie und sehr viel Bauch entschieden. Aber ich habe die Entscheidung noch keinen Tag bereut. Wobei ich denke, dass auch die Canon 60D ihren Dienst zuverlässig getan hätte.