eine Rose und viel Licht

rose

Wie ich schon im letzten Beitrag geschrieben habe, besitze ich auch eine weiße Plexiglasplatte. Ich wusste letzte Woche noch nicht so recht, was ich genau damit anstellen würde. Heute hab ich die Lösung gefunden und das Ergebnis seht ihr oben. Sieht ein bisschen aus wie ein Röntgenbild, ist aber natürlich keines.

Wie ich das genau gemacht habe ist eigentlich ganz einfach. Die weiße Plexiglasplatte lässt im Gegensatz zur schwarzen noch ein kleines bisschen Licht hindurch (Transmissionsgrad ca. 7%). Also habe ich die Platte auf zwei Seiten auf die Sitzflächen von Stühlen gelegt und einen Blitz drunter gestellt. Nach oben durch die Platte blitzen und schon hat man eine Art Leuchttisch. Rose oben drauf legen und eine recht kleine Blende (ich habe f/11 genutzt) nutzen, damit auch viele Bereiche der Rose scharf abgebildet werden. Mehr ist da nicht dazu.

Plexiglas statt Photoshop – Spiegelungen leicht gemacht

Wenn man so durch die eigene Wohnung stöbert, findet man hier und da Objekte, die auf einem Foto was her machen könnten. Seien das nun Urlaubsmitbringsel, Deko-Staubfänger oder abgefallene Blüten. Während einige Dinge auch mit klassischen Licht-Setups gut rüberkommen (z.B. Tropfen auf einer Tulpenblüte oder ein Terrakotta-Krieger), wollen manche einfach nicht wirken. Eine kleine Spiegelung würde einiges bringen.

Einige denken sich dann, nichts wie ran an Photoshop und fix einfügen. Geht zwar, muss aber nicht sein. Der Baumarkt bietet da eine einfachere Lösung: Plexiglas. Das gibt’s in verschieden Farben, Dicken und Lichtdurchlässigkeiten. Eine schwarze Scheibe Plexiglas mit 0% Transmission ist nichts anderes als ein schwarzer Spiegel. Der Vorteil von einer Plexiglasplatte ist, dass man sie immer wieder nutzen und mit Lichtsituationen experimentieren kann. Auch die Ausrichtung des Objektes auf der Platte und die Position der Kamera relativ zum Objekt kann beliebig ausprobiert werden. In Photoshop muss man da jedes mal von neuem anfangen. Man läuft auch nicht Gefahr, dass die Spiegelung unecht aussieht, oder vielleicht verzerrt.

gespiegelte Muschel

gespiegelte Muschel (D7000, 60mm, 1/200s, f/16, ISO100)

Das Foto oben kommt direkt aus der Kamera. Es ist schwarzweiß, da ich Picture Control in meiner D7000 auf Monochrom gestellt habe, somit kann ich Kontraste besser beurteilen. Mal davon abgesehen mag ich die interne schwarzweiß-Konvertierung der D7000 sehr gern.

Das Lichtsetup für das das Foto ist recht einfach:

Licht-Setup für Spiegelungen

Licht-Setup für Spiegelungen

Links ein einfacher Yongnuo-Blitz mit Softbox, rechts ein Stück weißer Karton als Aufheller und dahinter schwarzer Karton, mehr ist nicht zu machen. Ihr müsst nur aufpassen, dass weder der Blitz, noch der Aufheller eine Spiegelung auf der Plexiglasplatte erzeugen, die im Bild liegt. Außerdem muss die Platte sauber sein, eigentlich staubfrei. Ist aber unrealistisch, weswegen hier und da doch etwas digitale Nacharbeit nötig ist. Geht jedoch in Lightroom recht flott. Wer keinen Blitz sein Eigen nennt, der kann auch eine Taschenlampe nehmen.

Nach ein paar Verbesserungen in Lightroom sieht das Endergebnis dann so aus: crystal Kleiner Hinweis: je flacher der Winkel von Objektivachse zu Plexiglasplatte, desto besser bzw. heller die Spiegelung. Ich habe das Plexiglas übrigens nicht aus dem Baumarkt, sondern hier bestellt: Expresszuschnitt.de. Erstens sind sie günstig und zweitens schneiden die einem genau die Größe zu, die man möchte. Schnell sind sie auch noch, Montag Nachmittag bestellt und Donnerstag schon da. Ich habe mir eine schwarze und eine weiße Platte (mal sehen, was ich damit anstelle ^^) zuschneiden lassen, jeweils 50x50cm.

Feuerwerk fotografieren – ein paar Tipps von mir

Es steht wieder einmal Silvester an. Überall werden Böller gezündet und Raketen in die Luft geschossen. Als Besitzer einer Kamera fragt man sich immer wieder, wie man Feuerwerk am besten fotografiert.

Eins gleich vorweg, es gibt kein Patentrezept. Alles was ich hier schreibe, basiert auf meinen Erfahrungen.

Vorm eigentlichen Fotografieren muss man erstmal ein paar Überlegungen anstellen. Wo fotografiere ich? Was will ich alles aufs Bild bekommen? Wie ist das Wetter und woher kommt der Wind? Welche Ausrüstung nehme ich mit?

Standort

Ich stelle mich lieber etwas weiter weg vom Feuerwerk, um möglichst viel aufs Bild zu bekommen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Teile vom Motiv abgeschnitten sind. Croppen kann man später immer noch. Mehr dazu beim Punkt Einstellungen. Euer Standort sollte nicht grad in Windrichtung des Feuerwerks liegen, denn spätestens nach 5 Minuten seht ihr durch den Rauch nichts mehr. Wasser vor einem Feuerwerk macht sich auch immer gut, da die Reflektionen sehr schön aussehen.

fireworks in Dresden

Ausrüstung

Ein Stativ ist in meinen Augen unabdingbar. Aus der Hand lässt sich ein Feuerwerk nicht gut fotografieren. Man ist was die Belichtungszeit betrifft zu sehr limitiert. Ein Fernauslöser ist von Vorteil, denn so könnt ihr die Finger von der Kamera nehmen. Die Spiegelvorauslösung ist zwar eine feine Sache, um Verwacklungen weiter zu reduzieren, allerdings verzögert sie auch die Auslösung. Das müsst ihr dann mit bedenken, wenn ihr fotografiert.

Ich nutze meist ein recht weitwinkliges Objektiv um Feuerwerke zu fotografieren. Also entweder mein 11-16mm Tokina oder mein 16-85mm Nikkor, Mehr als 24mm Brennweite stelle ich aber nie ein. Lichtstark muss das Objektiv auch nicht sein. Feuerwerke sind hell genug.

Manchmal sind auch 11mm nicht weit genug, wenn das Feuerwerk zum Beispiel sehr streut oder man doch noch zu nah dran ist.

Einstellungen

So, nun zum interessanten Teil, den Einstellungen. Vom ISO-Wert gehe ich meist sehr weit runter, also ISO100 bist ISO200. Als Brennweite nutze ich meistens alles zwischen 11 und 24mm, bei Blendenzahlen von f/4 bis f/8. Meistens nutze ich eine Blende von f/5.6.

Die Belichtungszeit sollte nicht zu kurz sein, denn sonst sieht man nur Punkte oder kurze Linien und das ist nicht so hübsch. 1/10s ist meistens zu kurz, aber manchmal reicht schon eine halbe Sekunde aus. Hängt von der Art des Feuerwerks ab.

Zwischen 1s und 10s klappt meistens ganz gut. 5s sind meistens ein guter Startwert.

fireworks in Dresden

10s und länger sind dann sinnvoll, wenn es nicht nur ein Feuerwerk ist, sondern ihr viele zeitlich etwas versetzt abgefeuerte Raketen einfangen wollt. Wie zum Beispiel hier auf der Augustusbrücke in Dresden.

fireworks in Dresden

Manche Fotografen empfehlen auch den Bulb-Modus, der einen in die Lage versetzt, individuell und nach Gefühl zu belichten. Ich mache das kaum, weil ich persönlich dabei immer zum Überbelichten neige. Und bei ausgebrannten Bereichen ist auch in der Nachbearbeitung kaum noch was zu retten.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Feuerwerke fotografieren und natürlichen eine guten Rutsch.

Portraitfotografie – ein Gastbeitrag von Kathi Steiner

Das besondere „Etwas“ beim Porträt

Die Portrait-Fotografie ist sozusagen eine eigene Disziplin inmitten der weiten und umfangreichen Welt der Fotografie. Viele von uns können sich sicherlich noch daran erinnern, als man im Kindergarten oder in der Grundschule schon vor dem Fotografen gesessen ist und dabei sein allerschönstes Lächeln präsentiert hat, um danach schöne Fotos zu haben. Oder vielleicht ist man ja vor nicht allzu langer Zeit zum Fotografen gegangen um Passfotos machen zu lassen. Doch die Porträt-Fotografie kann auch sehr viel spannender sein. Einige Fotografen sind dadurch berühmt geworden, dass sie richtig gute Fotos von sehr berühmten Personen geschossen haben. Die meisten dieser Fotos haben bei allen Unterschieden eines gemeinsam: Sie haben das gewisse „Etwas“, das sie von herkömmlichen Passfotos unterscheidet. Ein gutes Foto erzählt eben auch immer eine Geschichte, auch wenn man dazu vielleicht ein kreativer Kopf sein muss.

Quelle: happyfoto.at

Quelle: happyfoto.at

Eine gute Vorbereitung kann zum guten Bild führen

Im optimalen Fall ist das Foto bereits im Kopf des Fotografen, bevor er überhaupt auf den Auslöser gedrückt hat. Wenn man einen Menschen fotografieren möchte, ist es meistens von Vorteil, auch etwas über ihn zu wissen. So kann man zum Beispiel herausfinden, wo sich das Fotoobjekt (in diesem Fall die Person) gerne aufhält. Eine gewohnte Umgebung kann zum Beispiel dazu beitragen, dass sich die Menschen locker und natürlich verhalten. Das wiederum kann sich in einem Foto widerspiegeln und es zu einer ganz besonders gelungenen Aufnahme werden lassen. Doch als Fotograf muss man natürlich auch immer mit unerwarteten Ereignissen umgehen können. Oft ist es trotz aller Vorbereitung auch der Zufall, der für das gewisse „Etwas“ sorgt. Als Fotograf muss man es nur rechtzeitig erkennen, um es auch auf Bild bannen zu können. Im Normalfall braucht man aber doch auch viel Zeit und Ruhe, um das perfekte Porträt aufnehmen zu können.

Welche Art von Porträt möchte ich aufnehmen?

Einzelporträt, Doppelporträt oder ein Familien- bzw. Gruppenporträt – auch auf einem Porträt-Foto können mehrere Menschen abgebildet sein. Außerdem gibt es die Möglichkeit, zwischen einem Oberkörperporträt (Kopf, Brust bis maximal zur Taille), einem Ganzkörperporträt, einer Nahaufnahme (nur Kopf und Hals) oder einer Halbtotalen (Kopf bis zur Hüfte) zu wählen. Bei Menschen mit ganz besonders markanten Gesichtszügen bietet sich die Nahaufnahme an. Als Beispiel könnte man hier ältere Menschen nennen, deren Falten vielleicht etwas über ein hartes und entbehrungsreiches Leben erzählen könnten. Man muss sich als Fotograf überlegen, auf welchen Aspekt man sich konzentrieren sollte, um vielleicht ein gutes Foto machen zu können.

Licht und Tageszeit

Bei Aufnahmen im Freien ist es am günstigsten, wenn man sich am Vormittag oder am späten Nachmittag hinter den Fotoapparat klemmt. Das Licht ist zu dieser Tageszeit nicht allzu intensiv, somit kommen viele Farben besser zur Geltung. Außerdem müssen die Modelle nicht ständig blinzeln oder die Augen zusammenzwicken, was auf dem Foto sicherlich nicht zum Vorteil des Motivs ist. Wenn die Sonne schon tief steht, kann man ganz tolle Aufnahmen machen, wenn man sich die fallenden Schatten zunutze macht. So kann man die Konturen oft ganz besonders gut betonen. Wenn man jedoch zur Mittagszeit fotografieren muss oder möchte, dann sollte man wenn möglich einen schattigen Platz wählen. Die Porträtfotos, die man vielleicht später in seine Fotobücher mitaufnehmen möchte, kann man aber natürlich auch in geschlossenen Räumen machen. Dabei ist es oft einfacher, die optimalen Lichtverhältnisse herzustellen. Aufpassen sollte man aber mit dem Blitz. Am besten ist es, indirekt zu blitzen, falls man dazu die Möglichkeit hat.

Quelle: happyfoto.at

Quelle: happyfoto.at

Der Hintergrund

Sehr entscheidend ist natürlich auch bei einem Porträt der Hintergrund. Das Hauptaugenmerk des Betrachters sollte auf der Person liegen, nicht auf einem auffälligen Hintergrund. Moderne Kameras haben meist eine eigene Porträt-Funktion, die die Einstellungen für Blende und Belichtungszeit automatisch vornimmt. Bei Porträt-Aufnahmen ist eine geringe Tiefenschäfte von Vorteil, das bedeutet, dass der Vordergrund (der Mensch als Motiv) scharf erscheint, während der Hintergrund unscharf ist. Für eine geringe Schärfentiefe ist ein lichtstarkes Objektiv von Vorteil, dabei sollte eine eher geringe Distanz zum Fotomotiv und eine weit geöffnete Blende gewählt werden. Natürlich spielt auch die Farbe des Hintergrunds eine gewichtige Rolle. Knallige Farben lenken eher vom eigentlichen Motiv, dem Menschen, ab. Das macht sich in den Fotobüchern eher nicht so gut. Zu starke Kontraste zur Kleidung des Modells sollte man ebenso vermeiden.

Die Position der Kamera

Wichtig bei Porträtfotos ist es, dass die Augen des Modells scharf sind. Günstig ist es außerdem, das Modell eher von oben oder leicht von der Seite zu fotografieren. So wirkt die Person schlanker. Bei Aufnahmen im Freien sollte man außerdem besonders darauf achten, dass dem Modell keine Verkehrsschilder oder Lampenschirme aus dem Kopf wachsen, das kann die Aufnahme ruinieren.

Viele nützliche Tipps zum Fotografieren findet man auf der Homepage von Happyfoto.at. Hier kann man sich über alle möglichen Themen und Motive gute Anleitungen holen, die vor allem Anfängern das Fotografieren ganz beträchtlich erleichtern. Der Blog von Happyfoto.at ist sehr umfangreich und bietet eine wirklich gute Anleitung für gut gelungene Fotos.

Autor: Kathi Steiner

Gläserne Manufaktur Dresden – Making-of Teil 2: Photoshop

Nachdem es im Teil 1 des Making-ofs um den Weg zu den Fotos und um die recht kurze Bearbeitung in Lightroom ging, werde ich in diesem Teil meine Arbeitsschritte in Photoshop erläutern.

Zu allererst muss ich jedoch sagen, dass ich kein Photoshop-Profi bin und jeden Tag noch dazulerne. Also wenn der Workflow ineffizient und nicht erstklassig ist, seht es mir bitte nach.

Ausgangsfoto in Photoshop

Ausgangsfoto in Photoshop

Anhand dieses Fotos möchte ich meinen Weg der Bearbeitung in Photoshop erläutern. Oben seht ihr das Ausgangsfoto; so sah das korrekt belichtete Bild aus. Dieses habe ich dann in Photoshop CC geladen und als Hintergrundebene genutzt.

In Photoshop geladenes Ausgangsbild

In Photoshop geladenes Ausgangsbild

Danach habe ich die anders belichteten Fotos als neue Ebenen eingefügt und diese jeweils schwarz maskiert (entweder die Alt-Taste gedrückt halten beim KLicken aufs Masken-Symbol, oder Maske erstellen und dann Strg+i drücken). Dann habe ich mir angeschaut, welche Bereiche bei welchen Fotos am besten aussahen und die meisten Details zeigten. Die nicht mehr benötigten Ebenen habe ich dann wieder gelöscht.

Erste Ebene: Strukturen wiederherstellen

Erste Ebene: Strukturen wiederherstellen

Die dunkelste Ebene habe ich im Modus weiches Licht und mit 30% Deckkraft angewendet, so sah das Ergebnis am harmonischsten aus. Zudem habe ich die Maskierung nun so angepasst, dass alle über-strahlten Bereiche wieder Zeichnung bekamen. Den Himmel rechts habe ich auch mit dieser Ebene verarbeitet, da ich ihn sowieso sehr dunkel gestalten wollte. Ich habe einfach mit einem weißen Pinsel die schwarzen Bereiche der Maske weiß gemacht, natürlich genau an den Stellen, bei denen ich die Ebene anwenden wollte.

Zweite Ebene: Himmel

Zweite Ebene: Himmel

Die zweite Ebene habe ich im Modus normal mit 100% Deckkraft angewendet, um den Himmel dunkler zu machen. Klar, ich hätte den Himmel folglich bei der ersten Ebene nicht mit maskieren müssen, aber da meine Bearbeitung Ebene für Ebene erfolgte, war es da schon passiert. Ich habe übrigens beim Maskieren häufiger das Polygon-Lasso-Werkzeug genutzt und eine Auswahl erstellt, die ich dann weiß ausgemalt habe. Vor allem bei geraden Gebäudestrukturen und -formen ist diese Methode genauer, als wenn man nur mit dem Pinsel arbeitet. Zudem geht es viel schneller.

Dritte Ebene: Tower

Dritte Ebene: Tower

Die dritte Ebene ist eins von den überbelichteten Foto und die habe ich wieder im Modus weiches Licht angewendet. Die Deckkraft beträgt nur 65%. Durch die erste Ebene bekam ich zwar wieder etwas Zeichnung in die Elemente des Towers, jedoch wurden einige Teil zu dunkel. Ich wollte jedoch, dass die strahlende Beleuchtung des Towers wieder besser zur Geltung kommt. Deswegen habe ich in dieser Ebene wieder etwas Helligkeit in den Bereich des Towers zurückgebracht.

Vierte Ebene: Dach

Vierte Ebene: Dach

Mit der vierten Ebene wollte ich das Dach und Teile der ins Bild ragenden Säule aufhellen und auch etwas Glanz zurückbringen. Diese Ebene habe ich im Modus normal bei 100% Deckkraft angewendet und wieder die entsprechenden Bereiche maskiert. Damit ist der Teil der Bereichskorrekturen was Helligkeit und Strukturen betrifft abgeschlossen. Die vier Ebenen habe ich dann in eine Gruppe mit dem Namen „Bereichskorrekturen“ gepackt, damit ich später noch den Überblick habe, was genau der Zweck jeder Ebene ist.

Retusche

Retusche

Als nächstes habe ich eine leere Ebene hinzugefügt, die ich für die Retusche genutzt habe. Dazu habe ich den Reparatur-Pinsel genutzt. Wichtig dabei ist, dass er die aktuelle und alle darunterliegenden Ebenen aufnimmt, denn sonst kommt es entweder zu einer Fehler-meldung, dass keine Pixel gewählt sind, oder es kann zu ungewollten Ergebnissen kommen, wenn ihr schon weitere Ebenen über der Retusche-Ebene angelegt habt.
Ich habe nun ein paar hässliche Flecke im Dachbereich und die fünf Lichtflecken im Himmel retuschiert.

Schärfen

Schärfen

Der letzte Schritt ist das Schärfen. Dazu habe ich alle Ebenen dupliziert und auf eine Ebene reduziert, das geht ganz leicht mit Shift+Strg+Alt+E. Dann habe ich die Ebene mit der Option Helligkeit und Kontrast im Bild-bzw. Korrekturen-Menü auf -50 gestellt, obei ich die Option „Früheren Wert verwenden“ gewählt habe. Danach habe ich den Hochpassfilter mit einem Radius von 10 Pixeln angewendet. Diese entstehenden Ebene ist natürlich alles andere als schön, da sie eigentlich nur noch Strukturen zeigt, jedoch keine Farben mehr. Also muss sie im Modus lineares Licht angewendet werden, damit eben nur die Strukturen betont werden, nicht aber die Flächen. Weil ich das ganze etwas überschärft fand, habe ich die Deckkraft der Ebene auf 65% zurückgenommen.

Damit ist das Foto fast fertig bearbeitet. Ich habe es dann abschließend nochmal in Lightroom geladen und den leichten Rotstich, den das Lightroom-Preset am Anfang eingefügt hat, wieder entfernt. Während der Bearbeitung in Photoshop wurde mir langsam klar, dass er doch nicht so ganz zu den Fotos passt.

Erst nachdem ich schon fertig mit Bearbeiten war, habe ich ein kurzes Video von Jimmy Mcintyre gesehen, wie das Zusammenfügen verschiedener Belichtungen (auch Exposure-Blending genannt) mit Hilfe von Luminanz-Ebenen noch viel schneller und besser geht. Wenn mal wieder schlechtes Wetter ist, werde ich das mal ausprobieren.

 

Gläserne Manufaktur Dresden – Making-of Teil 1: Shooting und Lightroom

Hier nun kommt der erste Teil des Making-ofs von meinen Fotos der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Zuerst geht es um den fotografischen Weg zu den Fotos und dann kurz um die Bearbeitung in Lightroom.

Was man generell für nächtliche Fotos braucht, möchte ich gleich zu Beginn auflisten. Man braucht:
– ein stabiles Stativ,
– Fernauslöser oder Selbstauslöser,
– am besten noch Spiegelvorauslösung,
– und vor allem viel Geduld.


Das Shooting – der Weg zum Foto

Als ich zur Gläsernen Manufaktur kam, wusste ich noch nicht so recht, was ich wollte. Schwarzweiß sollten die Fotos am Ende werden, damit die Details der Architektur zur Geltung kommen. Also ließ ich das Ambiente auf mich wirken und veränderte meine Position, die Brennweite und die Belichtungszeit.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 1

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 1 (D7000, 11mm, f/11, 4s, ISO100)

Es wehte nur ein laues Lüftchen, also kam eine Langzeitbelichtung eher nicht in Frage. Der Himmel war ein ziemlich diesiger Einheitsbrei und schöne Wolkenspuren waren direkt über der Manufaktur nicht zu erwarten. Also machte es auch keinen Sinn, viel Himmel mit auf die Fotos zu nehmen, denn dort passierte ja nichts, was die Bilder hätte spannender gemacht.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 2

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 2 (D7000, 24mm, f/8, 2s/ ISO100)

So kam ich zu dem Schluss, dass das Hauptaugenmerk auf den vielen Facetten der hauptsächlich aus Metall und Glas bestehenden Gebäudearchitektur liegen sollte. Zudem kam ich zu dem Entschluss, dass ich das vor der Manufaktur befindliche Schilf und Gras doch nicht als Vordergrund mit auf die Fotos nehmen sollte. Bei Land-schaftsaufnahmen ist der Vordergrund zwar wichtig, aber hier lenkt er eher ab.

Außerdem wollte ich möglichst viel der Gläsernen Manufaktur auf den Fotos festhalten. Daher kam nur eine sehr kurze Brennweite in Frage; also mein Tokina 11-16mm f/2.8. Alle finalen Fotos sind dann bei 11 bzw. 11,5mm Brennweite entstanden.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 3

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 3 (D7000, 11mm, f/8, 6s, ISO100)

Was ebenfalls schnell klar wurde, ist dass der Dynamikumfang der Szenerie viel zu hoch für nur ein Foto war. Das innere der Gläsernen Manufaktur und Teile der Fassade werden nachts hell beleuchtet, die Umgebung und andere Teile der Fassade aber nicht. Also musste ich mehrere Fotos von einem Motiv machen. Dazu habe ich die Bracketing-Funktion genutzt. Ein Foto habe ich korrekt belichtet, eins zwei Blendenstufen unter- und eins zwei Blendenstufen überbelichtet. Deswegen ist ein stabiles Stativ auch unerlässlich. Denn wenn sich die Kamera, sei es auch nur ein kleines Stück, zwischen zwei Fotos bewegt, macht es die Nachbearbeitung in Photoshop unnötig aufwendig. Verwacklungen bei der Aufnahme sind natürlich noch schlimmer, daher nutze ich immer einen Fern-auslöser und die Spiegelvorauslösung. Das reduziert die Vibrationen und sorgt für schärfere Fotos.


Bearbeitung in Lightroom – kurz und knapp

Nachdem ich alle Fotos aufgenommen hatte, ging es am Rechner weiter. Zuerst Habe ich alle Fotos in Lightroom geladen und aus-sortiert. Dann ging es ins Entwickeln-Modul.

Bearbeitung Lightroom - Start

Bearbeitung Lightroom – Start

Ich könnte jetzt schreiben, dass ich lange mit einzelnen Einstellungen experimentiert hätte, aber das wäre schlicht und einfach gelogen. Ich habe einfach mehrere Presets probiert und geprüft, ob sie zu den Fotos passen. Ich habe mittlerweile eine Vielzahl an solchen Light-room-Presets, für alle möglichen Zwecke.

Letzten Endes habe ich ein sehr gutes Schwarzweiß-Preset von lightroomkillertips.com genutzt, das ihr hier findet: Free Lightroom Presets – Black & White HDR Presets for Landscapes. 

Presets sind jedoch meist nur Ausgangspunkt und man muss einzelne Regler noch etwas anpassen, damit das Ergebnis den eigenen Vor-stellungen entspricht. Das habe ich auch gemacht, aber nichts wirklich weltbewegendes.

Bearbeitung Lightroom - Fertig bearbeitet

Bearbeitung Lightroom – Fertig bearbeitet

Was viel wichtiger für die spätere Arbeit in Photoshop ist, ist dass ich alle Fotos eines Motivs gleich bearbeitet habe. Zudem habe ich von jedem Foto drei Varianten erstellt, die sich nur durch eine unter-schiedliche Belichtungskorrektur unterscheiden. Ich habe hier praktisch auch wieder eine Belichtungsreihe von jedem Foto erstellt.

Lightroom . Fertige Belichtungsreihen

Lightroom . Fertige Belichtungsreihen

Den Fotos habe ich dann zur besseren Übersicht noch Farben zugewiesen, damit ich weiß, welches das überbelichtete, welches das unterbelichtete und welches das korrekt belichtete Foto ist. Diese Fotos dienen dann später als Grundlage für die weitere Bearbeitung in Photoshop. Mein Arbeitsschritte dort folgen im zweiten Teil des Making-ofs.


Hier noch als kleiner Bonus ein weiteres Testfoto:

Gläserne Manufaktur

Automatischer Weißabgleich – manchmal ganz schön daneben

Fast jeder kennt das, man fotografiert ein schöne Szene und muss nachher feststellen, dass irgendwie die Stimmung im Foto gar nicht rüber kommt. Die Farben sind falsch. Vor allem bei nächtlichen Aufnahmen liegen manchmal Welten zwischen „gesehen“ und „fotografiert“. Was ist das Problem? Meistens ist es der automatische Weißabgleich, der einem einen Strich durch die Rechnung macht. Wie zum Beispiel auf folgendem Bild:

automatischer Weißabgleich der Kamera

automatischer Weißabgleich der Kamera

Naja, der orange-braune Farbstich ist in manchen Augen vielleicht ganz nett, aber so sah es zu dem Zeitpunkt nicht aus! Die Straßenlaternen und die von Dresden angeleuchteten Wolken irritieren den automatischen Weißabgleich der Kamera offenbar gewaltig. Denn stellt man den Weißabgleich in der Kamera (oder in meinem Fall in Lightroom) auf „Wolframlampenlicht“ (2850K), so erscheint das Foto in einem völlig anderen Licht:

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Das sieht schon besser aus und in etwa auch so, wie ich es subjektiv mit meinen Augen gesehen habe. Damit ihr den Weißabgleich im Nachhinein noch verlustfrei ändern könnt bedarf es des Raw-Formats. Klar, man kann auch bei einem Jpeg des Weißabgleich nachher anpassen, allerdings kann es dabei zu sehr hässlichen Tonwertabrissen kommen. Daher mein Ratschlag, immer in Raw zu fotografieren, soweit die Kamera das erlaubt.

Aber zurück zum Weißabgleich und dessen Veränderung. Das Foto oben ist schon ganz gut, haut mich von der Stimmung aber nicht so vom Hocker. Es wirkt noch zu warm. Das passt einfach nicht zu einem Winter-Foto. In Lightroom kann man mit dem Pipetten-Werkzeug einen bestimmten Bereich wählen, der farbneutral sein soll. Ich mache es mir da einfach und wähle den Schnee, denn Schnee ist im Idealfall weiß, bzw. grau. Einen Gelbstich sollte er eher nicht haben 😉

manueller Weißabgleich

manueller Weißabgleich

Die kühle, winterliche Stimmung kommt so besser rüber, finde ich.

Das Winterbild ist schon relativ alt und wenig reizvoll, aber es soll eins verdeutlichen. Der Weißabgleich ist essenziell für die Stimmung eines Fotos, auf seine Wirkung. Egal ob Tag oder Nacht, egal welche Jahreszeit, egal welches Motiv, ein falscher oder ungeschickt gewählter Weißabgleich entwertet jedes Foto. Also verlasst euch nicht auf den automatischen Weißabgleich, denn der liegt manchmal eben ganz schön daneben.

Im Handel gibt es diverse Hilfsmittel, um den korrekten Weißabgleich zu ermitteln: Graukarten, Lenscaps, etc. Ein Stück grauer Karton vom Schreibwarenladen reicht aber meistens auch aus, da muss man nicht unbedingt viel Geld ausgeben.

Langzeitbelichtungen am Tag

In diesem Beitrag soll es um Langzeitbelichtungen am Tag gehen und wie ich das Foto „Sanfte Ostsee“ gemacht habe.

Während es nachts recht einfach ist, lange Belichtungszeiten zu erzielen, ist es bei Tageslicht eher schwer. Selbst mit sehr kleinen Blenden, also ab f/16 oder noch kleiner, ist es kaum möglich, auf Belichtungszeiten länger als 1/10s zu kommen. Und selbst wenn man es mit z.B. f/32 schafft, muss man mit den Nachteilen solch weit geschlossener Blenden leben. Es wird zu Beugungsunschärfen kommen, die dazu führen, dass das Foto nicht so recht scharf wirkt, obwohl eigentlich so gut wie alle Bildbereiche im Fokus liegen sollten. Manchmal möchte man auch mit kreativer Unschärfe arbeiten, wodurch sich eine weit geschlossene Blende von selbst verbietet. Was kann man also tun?

Man muss dafür sorgen, dass weniger Licht zum Sensor vordringt. Genau das schafft ein Graufilter. Ein solcher Filter funktioniert ähnlich wie eine Sonnenbrille, er lässt weniger Licht hindurch ohne idealerweiser die Farben zu beeinflussen. Es gibt schon relativ preiswerte Exemplare zu kaufen, wie zum Beispiel die von Haida. Ich selbst nutze zwei dieser Filter, einmal mit 77mm und einmal mit 67mm Durchmesser, und bin sehr zufrieden mit ihnen.

Warum will man eigentlich lange Belichtungszeiten am Tag erreichen? Ganz einfach, weil der Effekt der ziehenden Wolken eine ungewohnte Dynamik erzeugt, geglättetes Wasser wirkt beruhigend und lenkt den Blick des Betrachters auf andere, interessantere Bildinhalte.

ohne ND-Filter - farbig

Das obere Foto zeigt die gleiche Szenerie wie das nachfolgende Foto. Während das obere eher uninteressant wirkt, erzeugt das untere eine gewisse Atmosphäre, die den Betrachter verleitet, den Blick schweifen zu lassen und immer wieder neues im Bild zu entdecken.

mit ND-Filter - farbig

Der einzige Unterschied zwischen beiden Fotos liegt in der Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert sind identisch. Das erste Foto wurde mit 1/50s belichtet, das zweite mit 30s.

Anschließend habe ich das Foto in Lightroom 4 in schwarzweiß konvertiert, da ich den monochromen Look einfach sehr mag. Nur der Vollständigkeit halber habe ich auch das kurz belichtete Foto in der selben Weise in schwarzweiß konvertiert.

ohne ND-Filter - monochrom

silky sea

Was man auf jeden Fall für derartige Fotos, außer einem Graufilter braucht, ist ein stabiles Stativ und eine Sucherabdeckung. Während sich das Stativ bei Belichtungszeiten von über 1s von selbst erklärt, ist der Nutzen einer Sucherabdeckung nicht allen sofort klar. Auch wenn der Spiegel der DSLR nach oben klappt, kann es sein dass Licht durch den Sucher zum Sensor gelangt. Das führt zu einem reduzierten Kontrast und im schlechtesten Fall zu falsch belichteten Bildbereichen und zum Verlust von Bildinformationen. Also deckt euren Sucher ab, um derlei Probleme zu vermeiden. Das gilt natürlich nur für die Nutzer von Spiegelreflexkameras, Nutzer von Systemkameras werden diese Probleme nicht haben.

Der oben gezeigte Unterschied zwischen 1/50s und 30s Belichtungszeit ist sehr gravierend und deshalb möchte ich auch noch die Unterschiede zwischen 2s, 4s und 30s zeigen. Auch dieses Mal müssen der Strand von Koserow auf Usedom und die Ostsee herhalten.

2s
2s Belichtungszeit

4s
4s Belichtungszeit

30s
30s Belichtungszeit

Der Unterschied zwischen 2s und 4s Belichtungszeit ist lediglich eine etwas ausgeprägtere Glättung der Wellen, der Himmel sieht so gut wie identisch aus und zeigt noch keinerlei Dynamik durch Bewegungsunschärfe. Bei 30s Belichtungszeit ist das Meer milchig und wirkt sehr glatt, zudem zeigt der Himmel mehr Dynamik. Das alles hängt natürlich sehr von der Stärke der Wellen und der Geschwindigkeit der Wolken ab, welche Belichtungszeit die richtige ist, muss vor Ort ermittelt werden. Erfahrung hilft zwar, aber manchmal muss man auch mal experimentieren und verschiedene Kombinationen aus Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert ausprobieren.

Wer sich für Langzeitbelichtungen interessiert, dem lege ich das Buch „Langzeitbelichtungen und Nachtfotografie“ von Ronny Ritschel ans Herz. Es vermittelt alle Grundlagen der Fotografie mit langen Belichtungszeiten mit Hilfe von sehr vielen Beispielen.

Warum ich einen Polfilter nutze

Oft wird gesagt, dass mit dem Einzug digitaler Kameras und der Möglichkeit der nachträglichen Bildbearbeitung, Filter aus der analogen Zeit des Fotografierens überflüssig geworden sind. Um es kurz zu machen, das ist völliger Quatsch! Es gibt Filter, deren Effekte man nicht mittels Fotosoftware künstlich erzeugen kann. Ein Polfilter ist dafür ein Beispiel. Eine spiegelnde Wasseroberfläche kann man im Nachhinein nicht durchsichtig zaubern. Und sollte vor Ort zuviel Licht für eine gewünschte Kombination aus Blende und Belichtungszeit, hilft im Nachhinein auch kein Photoshop mehr. Da hilft nur ein ND-Filter (oder auch Graufilter genannt). In diesem Beitrag soll es vor allem um erstgenannte Filter gehen.

Ich nutze zurzeit einen Polfilter für mein 16-85mm Nikkor, für die anderen Objektive habe ich keinen. Brauche ich aber auch nicht, da das 16-85er alle wichtigen Brennweitenbereiche abdeckt, bei denen ich einen Polfilter nutzen will. Was ein Polfilter genau macht, wird bei Wikipedia genauer beschrieben. Warum ich ihn nutze, will ich hier schreiben.

Auf der US Car Convention habe ich fast die ganze Zeit mit Polfilter fotografiert. Ich wollte verhindern, dass im Lack des fotografierten Fahrzeugs nur Reflektionen und Spiegelbilder zu sehen sind. Stattdessen sollten die Autos in ihrer vollen Pracht zu Geltung kommen, mit möglichst satten Farben und knackigen Kontrasten. Vor allem bei ordentlich polierten Fahrzeugen mutiert die Lackierung häufig zum reinsten Spiegel. Wer schon mal durch eine Glasscheibe fotografiert hat, weiß, dass man oftmals sich selbst fotografiert, und nicht das Objekt hinter der Scheibe. Das ist im Prinzip dasselbe. In beiden Fällen kann ein Polfilter Abhilfe schaffen.

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Autolack und Polfilter

Ich selbst nutze übrigens einen Polfilter von B+W, mit dem ich sehr zufrieden bin. Der oben gezeigte Effekt funktioniert auch bei Seen und sonstigen reflektierenden Gegenständen. Man muss nur beachten, dass der Effekt seine Grenzen hat. Die Lichtquelle (es muss ja nicht immer die Sonne sein), sollte aus einer seitlichen Richtung kommen. Beim roten Chevy unten sieht man ganz deutlich, dass zwar die Spieglungen an den Seitenflächen verschinden, auf der Motorhaube jedoch nur leicht reduziert werden. So ist das auch, wenn man einen See mit Himmel fotografiert. Wird der Himmel schön kräftig, kann es sein, dass der See flau wirkt und spiegelt. Ein Allheilmittel ist der Polfilter also nicht.

Grenzen des Polfilters

Grenzen des Polfilters

Es gilt aber beim Gebrauch eine Polfilters auch ein paar Dinge zu beachten. Erstens, er schluckt Licht und zwar nicht wenig. Bei meinem B+W ist es circa eine Blende. Das ist am helllichten Tage nicht der Rede wert, aber sobald weniger Licht vorhanden ist, merkt man das schon. Bei Ultraweitwinkelobjektiven ist ein Polfilter meist wenig sinnvoll, da es bei ihnen zu einer ungleichmäßigen Belichtung kommt. Das liegt am großen Bildwinkel der Objektive und der damit unterschiedlichen Wirksamkeit des Filters. Selbst bei 16mm Brennweite an meiner D7000 kann man diesen Effekt schon beobachten. Es ist zudem manchmal etwas fummelig, den Filter zu drehen, wenn man eine Streulichtblende am Objektiv hat. Ich hatte auf der USCC den Finger immer nahe des Filters, um ihn fix drehen zu können. Naja, und manchmal war der Finger am Auslöser schneller, als der Finger am Filter und dann passiert sowas:

Finger am Filter

Finger am Filter

Es steht an meinen Fotos zwar immer dran, mit und ohne Polfilter, aber ich habe ihn nie wirklich abgenommen. Vielmehr hab ich ihn immer soweit gedreht, dass die Reflektionen auftraten, die ich auch mit dem Auge so gesehen hab. In Oberwiesenthal hatte ich den Polfilter auch ein paar mal drauf, um den Himmel zu einem kräftigeren Blau zu verhelfen und die Kontraste etwas zu verstärken.

Einen Polfilter kannman auch nutzen, um Reflektionen zu verstärken, denn das funktioniert natürlich auch super:

gewollte Reflektion

gewollte Reflektion

Demnächst wird noch ein Beitrag über Graufilter folgen, denn wie geschrieben, sind auch diese keinesfalls überflüssig geworden.

Rauchfotografie – Wie wird’s gemacht?

Ich bin schon länger von Fotos begeistert, bei denen Rauch die Grundlage bildet. Also lag es nah, diese Art der Fotografie einmal selbst zu probieren. Und siehe da, es ist gar nicht so schwer und die Ergebnisse können sich in meinen Augen sehen lassen.

Rauchtrichter

Rauchtrichter

Wie also macht man sowas? Was benötigt man dazu? Letztere Frage ist leicht beantwortet: nicht viel! Was genau liste ich im Folgenden auf:

  1. Fotoapparat
  2. externer Blitz
  3. Funkblitzauslöser
  4. 2 Bögen schwarzer Karton (50x70cm)
  5. Kerzen oder andere Raucherzeuger

Der Funkblitzauslöser ist nicht unbedingt nötig, da man die meisten Blitze auch im Slave-Modus betreiben kann. Jedoch muss man dafür den Kamerablitz aktivieren und kann durchaus ungewollt den Hintergrund beleuchten. Zudem ist bei meinem Setup der externe Blitz von einem Bogen schwarzem Karton umhaust, was die Zuverlässigkeit des Auslösens doch sehr einschränkt. So sieht das Ganze dann aus:

Setup Rauchfotografie

Setup Rauchfotografie

Einen Bogen des schwarzen Kartons habe ich als Hintergrund verwendet (1) und den anderen U-förmig als Abschatter um den Blitz positioniert (2). Der Blitz befindet sich somit nicht sichtbar innerhalb des U (3). Die Öffnung des U zeigt in Richtung Kerze (4) und ist parallel zum Hintergrund ausgerichtet. Das ganze Setup ist innerhalb von 2 Minuten aufgebaut. Man fotografiert jetzt einfach in Richtung Hintergrund.

Man hat beim Fotografieren zwei Möglichkeiten. Entweder man nutzt ein Stativ und löst die Kamera aus der Ferne aus oder man hat eine Assistentin (oder einen Assistenten) und fotografiert frei Hand. Der Vorteil bei Variante zwei ist, dass man den Rauch gleich aus Kamerasicht sieht und den Bildausschnitt entsprechend situativ anpassen kann. Variante eins kommt dafür ohne zweite Person aus. Ich habe mich für Variante zwei entschieden und zusammen mit meiner Freundin fotografiert, wobei wir die Rollen (Fotograf und Assistenz) auch mal getauscht haben. Ihre Idee war es auch, die Kerze mit einem Luftballon auszupusten; durch schnelles Ablassen der Luft.

So sieht dann ein unbearbeitetes Ergebnis aus:

Kerze und Rauch

Kerze und Rauch

Das ist zwar ganz nett, aber noch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich wusste aber vorher, dass es ohne Photoshop nur schwer geht. Will man ohne Bildbearbeitung auskommen, so muss man sein Setup etwas komplizierter gestalten und mit Farbgels vor den Blitzen arbeiten. Es geht jedoch einfacher in PS. Ich möchte hier jetzt zeigen, wie das Eingangsbild entstanden ist.

Am Anfang habe ich das Ausgangsfoto in Lightroom ein wenig bearbeitet. Und zwar zuerst beschnitten, dann in monochrom umgewandelt. Dazu noch etwas an den Reglern zu Kontrast, Schwarz- und Weißwert, sowie Klarheit gedreht. Einfach, um einen komplett schwarzen Hintergrund zu erzeugen und etwas mehr Tiefe in den Rauch zu bekommen. Danach habe ich das Bild in Photoshop Elements exportiert:

Start

Start in PSE

In PSE habe ich nun drei Einstellungsebenen „Farbton/Sättigung“ eingefügt, um bestimmte Bereiche des Bildes einzufärben. Dabei habe ich den Ebenen jeweils unterschiedliche Farben zugeordnet. Wichtig ist, dass die Ebenen weiche Kanten haben, damit die Farben sanft ineinander übergehen.

farbiger Rauch

farbiger Rauch

Man muss bei der Farbwahl vorher entscheiden, ob man einen weißen Hintergrund möchte, oder einen schwarzen. Möchte man später einen weißen HG, so muss man beim Einfärben die Negativfarben wählen. Den Farben werden in PSE Werte zwischen 0 und 360 zugeordnet, also muss man von seiner Zielfarbe 180 abziehen, um die entsprechende Negativfarbe zu erreichen. Ich wollte einen weißen HG. Daher musste ich nun das gesamte Bild invertieren.

farbiger Rauch invertiert

farbiger Rauch invertiert

Die schräge Ausrichtung des Rauchs lud förmlich zur Erzeugung eines symmetrischen Bildes ein. Also habe ich das Bild noch gespiegelt und anschließend neu zusammengefügt.

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

Nun war das Bild fast fertig. Abschließend habe ich die TIF-Datei aus PSE wieder in Lightroom importiert und noch etwas verfeinert, um ein bisschen mehr Plastizität zu erzeugen.

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachmachen =)

P.S. Es wird noch ein kleine Galerie zum Thema Rauchfotografie geben.

Als Bonus noch ein Schnappschuss von mir beim Fotografieren =D

bei der Arbeit

bei der Arbeit 😉