Kromlauer Park und Rakotzbrücke

Schon vor einiger Zeit sah ich Fotos einer wunderschönen Steinbrücke. Ich dachte damals, die müsste irgendwo in Richtung Balkan zu finden sein, aber doch bestimmt nicht in Deutschland. Doch vor ein paar Wochen sah ich wieder ein Foto davon und dort stand, dass sie in Sachsen zu finden sei. Ihr Name ist Rakotzbrücke und sie ist bei Weißwasser zu finden. Also war der Entschluss schnell gefasst, dass wir dort mal hinfahren würden. Eigentlich wollten meine Frau und ich zusammen mit Ali dort hin. Leider klappte das zeitlich nicht und so war Ali schon letze Woche dort. Er hat auch einen Artikel dazu verfasst.
Meine Frau und ich waren dann gestern bei schönstem Herbstwetter unterwegs zum Kromlauer Park.

Rakotzbrücke I

Die herbstlichen Farben leuchteten nur so, dass es ein optischer Hochgenuss war dort zu fotografieren. Die Brücke an sich ist schon ein super Motiv, aber der Rest vom Park ist auch sehr schön und läd zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Die 2€ Parkgebühr für den gesamten Tag sind eigentlich viel zu wenig.

Rakotzbrücke II

Natürlich wollte ich auch wieder Langzeitbelichtungen machen. Erst von der Brücke und dann von der Basaltinsel. Ersteres sieht irgendwie nicht so klasse aus, da zu viele Blätter auf dem Wasser schwammen und das Foto sehr unruhig wirkte. Letzteres hingegen finde ich sehr gut gelungen, da durch die lange Belichtungszeit von 10 Minuten die Reflektion sehr gut herauskommt.

Kromlauer Park

Alles in Allem kann ich den Kromlauer Park nur empfehlen. Er ist auf jeden Fall einen Tagesausflug wert.

Rakotzbrücke III

Sonnenschein – und noch etwas Landschaft

Nach den eher menschenlastigen Fotos der letzten Beiträge möchte ich auch mal wieder etwas aus landschaftliches zeigen. Genauer gesagt vom Grünewalder Lauch in Südbrandenburg. Obwohl das erste Foto auch als Werbefoto für einen Brausehersteller durchgehen könnte 😉

Sonnenschein

Dieses Foto habe ich mit dem wunderbaren Sigma 35mm f/1.4 Art* fotografiert. Wobei ich es auf f/11 abgeblendet habe um diesen schönen Blendenstern für die Sonne zu erzeugen. Von links wurde die Flasche und das Schilf mit einem goldenen Reflektor* (den habe ich jetzt immer mit) aufgehellt.

sunny

Als es mir dann zu warm in der Sonne wurde bin ich in den Schatten geflüchtet und habe von dort aus gegen die Sonne in Richtung Lauch fotografiert. Der See ist wahrlich ein kleines Idyll und ich entdecke immer wieder neue Dinge wenn wir dort sind. Oder es ändert sich an manchen Stellen das Aussehen durch weiteren Schilf-Bewuchs, Wind und Erosion oder eben durch Menschenhand.

bench

Auf dem Rückweg fiel mir noch eine rote Bank auf, die halb im Schatten lag und vor der seichte Wellen zu sehen waren. Die ganze Szenerie hatte einfach etwas romantisches. Noch schöner wäre es natürlich, wenn ein Pärchen (bzw. ein Brautpaar) auf der Bank säße. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben 😉


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Längenfeld – der zweite Tag im Ötztal

Brandalm – Hängebrücke – Burgstein – Fischbach – Stuibenfall

Am zweiten Tag unseres Urlaubs wollten wir unbedingt zur Hängebrücke über Längenfeld, die sich zwischen der Brandalm und Burgstein befindet. Außerdem wollten wir auch den Stuibenfall besichtigen.

Brandalm

Also ging es von Dorf (dort befand sich unsere Ferienwohnung) in Richtung Fischbach und an diesem ein kleines Stück entlang. Danach führte uns der Schotter-Weg in Serpentinen nach oben in Richtung Brandalm. Dort angekommen bietet sich einem ein herrlicher Blick über das Ötztal. Eine kleine Kapelle rundet das idyllische Gesamtbild ab.

Längenfeld

Brandalm

Brandalm

Brandalm

Brandalm

Brandalm

Hängebrücke

Zwischen der Brandalm und Burgstein befindet sich seit 2013 eine stählerne Hängebrücke. Von ihr hat man auch eine wunderbare Sicht auf die Umgebung. Da man auf ihr nur auf Gitterrosten läuft ist sie nicht unbedingt etwas für Leute mit Höhenangst.

Hängebrücke Längenfeld

Burgstein

Kurze Zeit später erreichten wir Burgstein, wo wir auch Mittag gegessen haben. Die Panorama-Terrasse des dortigen Hotels trägt ihren Namen zu Recht. Von dort habe ich dann auch die erste längere Langzeitbelichtung des Urlaubs gemacht, die ich jedoch erst später zusammen mit den anderen zeigen möchte.
Auch in Burgstein gibt es wieder eine kleine Kapelle und saftig grün-bunte Almwiesen. An deren Anblick zusammen mit den Bergpanoramen kann ich mich irgendwie nicht satt sehen.

Burgstein

Burgstein

Burgstein

Fischbach

Nachdem wir von unserer Tour zurück kamen, gingen wir noch ein bisschen entlang des Fischbachs. Wie so viele Gebirgsbäche ist sein Wasser klar und leicht türkis gefärbt. Hineingegangen sind wir natürlich nicht, auch wenn uns nach einer Abkühlung zumute war. Die Gefahr bei so einer reißende Strömung ist einfach viel zu groß.

Fischbach

Stuibenfall

Nachdem wir wieder in der Ferienwohnung angekommen waren und uns etwas erfrischten, entschlossen wir uns noch nach Umhausen zu fahren und den Stuibenfall, Tirols größten Wasserfall, zu besichtigen.
Nachmittags war dort wirklich gar nichts mehr los, was uns nicht gestört hat. Denn die Tageszeit hatte ihren ganz eigenen Charme: der Wasserfall wurde von der langsam untergehenden Sonne schön angeleuchtet.

Stuibenfall
(D750, 16mm, f/16, 1/5s, ISO50)

Stuibenfall
(D750, Panorama aus 4 Fotos, 16mm, f/7.1, 1/320s, ISO100)

Stuibenfall
(D750, 16mm, f/5.6, 8s, ISO100)

Ich habe bei diesen drei Fotos mal die Aufnahmedaten wieder mal drunter geschrieben, weil man schön sehen kann, dass schon 1/5s Belichtungszeit reicht, um schnell fließenden Wasser verwischen zu lassen. Bei 8s wird es schon sehr milchig, was natürlich auch schick aussieht.

Damit beende ich den Beitrag zum zweiten Tag im Ötztal.

Dämmerung über Dresden

dusk

Dieses Foto entstand auf einem Feld, das quasi vor unserer Haustür liegt. Meine Frau und ich wollen wieder öfter abends spazieren gehen und da wird sicherlich noch das ein oder andere Foto vom Sonnenuntergang entstehen.
Hinter der dunklen Baumreihe lässt sich auf den Fotos das Elbtal erahnen, in dem Dresden liegt. Auf dem zweiten Foto sieht man zwar auch nicht mehr, ich möchte es trotzdem zeigen, weil ich den Verlauf des Himmels so schön finde.

dusk IIBeide Fotos entstanden mit dem Sigma 35mm f/1.4 ART* bei Blende 5.6, das selbst in solch extremen Gegenlichtsituation kaum Flares produziert. Mal sehen, wann ich so einen Sonnenuntergang in der Sächsischen Schweiz einfangen kann.


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Moritzburg am Morgen

Nachdem wir am Leuchtturm in Moritzburg unsere Fotos gemacht hatten hielten wir nochmal kurz am Schlossteich an, um das Jagdschloss zu fotografieren. Das Wetter war immer noch gut, es zog allerdings schon leichter Dunst am Horizont auf. Da es fast windstill war, lag der Teich auch sehr ruhig und reflektierte sehr schön Schloss und Landschaft.

Moritzburg
(D750, 24mm, f/8, 1/200s, ISO100)

Kirche „Maria am Wasser“ Hosterwitz

Ich war heute Vormittag unterwegs um Fotos für einen Auftrag zu machen. Eins der Motive, die ich dabei ins Auge gefasst hatte, war die kleine Kirche „Maria am Wasser“ in Hosterwitz. Hosterwitz ist ein rechtselbischer Stadtteil von Dresden, der aus dem Zentrum kommend kurz vor Pillnitz liegt. Die Kirche ist zwar nicht groß, dafür umgibt sie ein sehr sorgfältig angelegter und gepflegter Kirchhof. Ihr Baustil ist für Dresden eher untypisch und daher ist  sie etwas Besonderes. Wer also mal in Pillnitz ist, sollte ruhig noch den Kilometer elbabwärts nach Hosterwitz zur „Maria am Wasser“ laufen, es lohnt sich.

Von der anderen Elbseite hat der Blick in Richtung Kirche seinen ganz eigenen Charme.


(D750, 75mm, f/8, 1/400s, ISO100)

Darf man Landschaftsbilder retuschieren? – Meine persönliche Meinung

Ich habe mir am Wochenende das Tutorial „DIGITAL LANDSCAPE“ von Calvin Hollywood auf Youtube angesehen. In dem Training geht es um die Bearbeitung eines Landschaftsfotos mittels Photoshop. Wer Calvin Hollywood kennt, der wird wissen, dass das Endergebnis relativ stark vom Ausgangsmaterial abweicht.

Und hier stellt er selbst die Frage in den Raum, ob man denn Land-schaftsfotos retuschieren darf. Und wenn ja, wie weit man es denn treiben darf. Gute Frage. Habe ich mir selbst auch schon gestellt. Vor allem auf 500px sieht man doch so einige Landschaftsaufnahmen, die einer sehr umfassenden Bearbeitung unterzogen wurden. Ich selbst bin ja auch kein Freund des Out-of-Cam-Looks.

Dresdner Altstadt vorher

Dresdner Altstadt vorher

Das obige Foto habe ich in einer Minute nur in Camera Raw aus dem originalen Raw entwickelt. Ist nicht schlecht. Aber da is so ein häss-licher Flare an der Frauenkirche. Außerdem ist vor dem zweiten Salonschiff ein kleines Motorboot, das mich etwas stört. Also ab in Photoshop damit und anfangen mit Retuschieren.

Dresdner Altstadt nachher Version 1

Dresdner Altstadt nachher Version 1

Neben der Retusche von störenden Elementen habe ich noch ein paar andere Anpassungen vorgenommen (Farbstimmung verstärkt, Wolken betont, Wasser und Gras mit dem Ölfilter aufgehübscht).

Nun stellt sich die Frage, ob das noch authentisch genug ist, um als reines Landschaftsfoto durchzugehen. Meine Meinung ist: ja das ist es. Die Kernaussage und die entscheidenden Bildelemente werden nicht maßgeblich verändert. Als dokumentarisch geht es natürlich nicht mehr durch, aber als Landschaftsfoto durchaus.

Dresdner Altstadt nachher Version 2

Dresdner Altstadt nachher Version 2

Jetzt habe ich (etwas stümperhaft) einfach 3 Wolken oben links eingemalt. Ist das auch noch okay? Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht so recht. Einerseits erzeugen sie eine weitere (gedankliche) Linie zur Sonne hin und erzeugen somit eine Art Dreieck im Bild, das so vorher nicht da ist. Andererseits verändern sie das Bild nicht in der Form, dass ich die Landschaft verändere. Würde ich dezente Strato-cirrus-Wolken, die ja sowieso schon im Bild vorhanden sind, von einem anderen Foto dezent hineinkopieren wäre ich durchaus geneigt es noch als reines Landschaftsfoto durchgehen zu lassen.

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus dem Elbsandsteingebirge.

Jägersteig vorher

Jägersteig vorher

Das Foto oben ist nur in Lightroom bearbeitet. Da fehlt nichts und wurde nichts hinzugefügt.

Jägersteig nachher

Jägersteig nachher

Mit etwas Photoshop-Spielerei sieht es nun so aus. Den Himmel hab ich stark dramatisiert und natürlich ist der Blitz auch neu. Geht das noch als Landschaftsfoto durch? Nein. Der Blitz stellt schon eine maßgebliche Änderung dar. Aus den abziehenden Wolken mit der Aussage, dass die Gefahr vorbei ist, wird etwas völlig anderes. Jetzt scheint das Gewitter noch im vollen Gange zu sein, also die Gefahr nicht gebannt. Ein solches Bild ist dann eher ein Composing, wenn auch ein sehr einfaches. Gleiches gilt, wenn ein markantes Objekt hinzugefügt oder entfernt wird, egal ob Baum, Gebäude, Denkmal, …

Der Grünewalder Lauch muss nun als letztes Beispiel herhalten.

Grünewalder Lauch vorher

Grünewalder Lauch vorher

So sieht das nur mit Camera Raw entwickelte Foto im Original aus. Die Lightroom-Version war noch ausgereifter, aber dort hatte ich auch schon selektiv eingegriffen, was Helligkeit, Kontrast, Sättigung, und und und betrifft.

Grünewalder Lauch nachher

Grünewalder Lauch nachher

Bei dem Foto habe ich nun wieder einiges in Photoshop verändert: Ölfilter, farbige Verläufe, Details verstärkt, Wolken hervorgehoben, selektive Farbkorrektur, Beschnitt geändert, lokale Helligkeits- und Kontrastanpassungen, …
Geht das noch als Landschaftsfoto durch? In meinen Augen nicht wirklich, da ich hier unter anderem den Bäumen einen herbstlichen Look verpasst habe. Das Foto entstand jedoch im Juni. Außerdem sind auch an anderen Stellen die Farben sehr verfälscht. Folglich bleibt vom Original zu wenig übrig, als dass es noch als reines Land-schaftsfoto durchgehen könnte.

Also kurz zusammengefasst, wenn ein Landschaftsfoto in seiner Aussage und in seinen maßgeblichen Elementen und Farben ver-ändert wird, dann ist es in meinen Augen kein reines Landschafts-foto mehr. Werden unwichtige, störende Elemente entfernt, die ohnehin vorhanden (farbliche) Stimmung verstärkt oder sonstige dann sehe ich es immer noch als Landschaftsfoto an. Eine reine S/W-Konvertierung zähle ich nicht unter farblicher Veränderung, Color-Key aber schon.

Ich weiß, dass sicherlich nicht jeder meine Meinung teilen wird. Wie ist eure Meinung zum Thema Retusche bei Landschaftsfotos?

Elbsandsteingebirge am Männertag

Es ist soweit, die Galerie ist fertig 😉

Am Männertag war ich mit einem Kumpel unterwegs ins Elbsandsteingebirge. Wir fuhren in der überfüllten S1 von Dresden nach Bad Schandau, um von dort aus loszuwandern. Der Wetterbericht verhieß eigentlich nichts Gutes, denn es sollte ab Mittag regnen und gewittern. Entfernt konnte man das Grollen auch schon hören, wir liefen dennoch los.

Wir stiegen zuerst zur Ostrauer Höhe auf, um dann Richtung Schrammtorwächter weiterzuwandern. Die Aussicht war eher diesig und ließ die Hoffnung auf schöne Fotos etwas schwinden.

Tafelberg von der Ostrauer Höhe

Tafelberg (Großer und kleiner Zschirnstein – Danke Micha für die Info) von der Ostrauer Höhe 

Doch der erste Eindruck war mehr als nur falsch, wie sich später zeigen sollte.

Es ging weiter Richtung Schrammsteine,am Schrammtorwächter vorbei, hin zum Jägersteig. Dort kam nun das angekündigte Gewitter, mitten auf dem Steig. Freundlicherweise noch von Daumennagel-großen Hagelkörnern begleitet. Nach diesen ca. 10 Minuten, die wir zum Glück etwas geschützt in einer Felsspalte verbrachten, stiegen wir sofort ganz hinauf. Was dort zu sehen war, war schlicht und ergreifend atemberaubend. Die Feuchtigkeit stieg aus den Wäldern um die Schrammsteine herum auf, und bildete schöne Nebelschwaden, die von der durchbrechenden Sonne perfekt beleuchtet wurden (wie der Wald an sich auch). Dazu kam noch der dramatische Gewitterhimmel mit seinen abziehenden, dunklen Wolken und natürlich die wundervolle Landschaft der Sächsischen Schweiz.

Zum Abschluss ging es wieder hinab und via Mittelsteigweg und Wenzelsweg zurück nach  Bad Schandau. Dabei warf ich einen letzten Blick zurück auf die Schrammsteine.

Blick zurück auf die Schrammsteine

Blick zurück auf die Schrammsteine

Alles in allem war es ein perfekter Tag und verlangt nach häufigeren Wanderungen in der Sächsischen Schweiz =)

Meine Arbeitsweise in Lightroom 4 – Making-of Wertach

Da es großes Interesse an meinem Foto „Wertach“ und dem Artikel  „Lightroom 4 und die D7000“ gab, habe ich mich entschlossen, am Beispiel des Wertach-Fotos meine Arbeitsweise in Lightroom 4 bei Landschaftsfotos zu erläutern. Dabei soll es ausschließlich um die Bildbearbeitung, genauer gesagt die Raw-Entwicklung gehen. Wie ich Fotos aussortiere und ordne/archiviere, werde ich später mal erläutern.

Nach dem Import der Raw-Dateien, und noch vor dem ersten Aussortieren, frage ich mich häufig, ob manche Fotos überhaut noch zu retten sind. Und vor allem, wie ich es vielleicht bewerkstelligen könnte. Meist entwickle ich beim Probieren schon eine grobe Idee, wie das spätere Foto einmal aussehen soll. Nun zum Wertach-Bild; so sah das Foto im unbearbeiteten Zustand (häufig auch als „out-of-cam“ bzw. „ooc“ bezeichnet) aus:

Start in Lightroom - die unbearbeitete Raw-Datei

Start in Lightroom – die unbearbeitete Raw-Datei

Man kann gut sehen, dass der Himmel zu großen Teilen einfach nur weiß ist, jedoch nicht ausgebrannt. Dazu kann man sich in Lightroom die Lichterbeschneidung anzeigen lassen, entsprechende Bereiche sind dann rot markiert. Bei diesem Foto war das nur bei dem Teil der Fall, der später mal als Sonne erkennbar wird (oben links). Auf der anderen Seite wirkt die Landschaft sehr flau und kontrastarm. Das ganze Bild wirkt somit eher langweilig und wenig betrachtenswert. Dies wollen wir nun ändern! Dazu geht man in den Entwickeln-Modus (Tastenkürzel „d“) und fängt an.

Als erstes klicke ich bei solchen Extremfällen zumeist erstmal auf den Button „Autom.“ im Abschnitt „Tonwert“. Jetzt versucht Lightroom automatisch die Tonwerte zu optimieren. Das Ergebnis ist meist ein guter Einstieg in die nachfolgende Bearbeitung. Alternativ kann man auch mit sogenannten Presets starten. Diese sind links im Entwickeln-Modul zu finden. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Presets kann man sich im Internet weitere Presets herunterladen, teilweise kostenlos, teilweise kostenpflichtig. Eine gute Seite für kostenlose Presets ist lightroomkillertips.com. Beim Wertach-Bild startete ich jedoch mit der automatischen Tonwertanpassung.

automatische Tonwertanpassung in Lightroom

automatische Tonwertanpassung in Lightroom

Das Ergebnis ist etwas besser geworden. Dass sich etwas am Foto getan hat, sieht man sehr deutlich am Histogramm oben rechts in Lightroom. Die Lichter wurden abgesenkt, die Tiefen angehoben und die Mitteltöne verstärkt. Aber das Resultat reicht mir nicht, denn dem Foto fehlt eindeutig immer noch der Pepp. Also sehe ich mir jetzt jeden Schieberegler im Tonwert-Abschnitt einzeln an und optimiere weiter. Zuerst Belichtung und Kontrast. Lightroom neigt dazu den Kontrast unnötig zu reduzieren und die Fotos etwas zu hell zu entwickeln. Also reduziert man den Wert bei „Belichtung“ etwas (hier von -0.1 auf -0.2), bei machen Fotos muss man viel mehr reduzieren (vor allem bei LowKey-Aufnahmen). Als nächstes wird der Kontrast wieder angehoben (von -14 auf +25).

Anpassung von Belichtung und Kontrast

Anpassung von Belichtung und Kontrast

Als nächstes werden die Lichter und die Tiefen, sowie der Weiß- und Schwarzwert angepasst. Die Licher werden weiter abgesenkt, die Tiefen ein ganzes Stück mehr aufgehellt – deswegen war auch die Erhöhung des Kontrastes nötig, da dieser Schritt den Kontrast wieder etwas reduziert. Weiß- und Schwarzwert habe ich kaum verändert. Hin und wieder muss man in Lightroom den Schwarzwert sehr stark reduzieren, z.B. bei LowKey- und Nachtaufnahmen, bzw. den Weißwert erhöhen, z.B. bei HighKey-Aufnahmen.

Anpassung der Lichter und Tiefen

Anpassung der Lichter und Tiefen

Die Veränderungen lassen sich im Bild vor allem an den Ufern, aber auch ein wenig am Himmel erkennen. Der nächste Schritt ist nun die Anpassung der Klarheit, Dynamik und der Sättigung. Die Klarheit erhöhe ich fast bei jeden Foto, da ich den Look einfach mag. Die Kanten erscheinen härter und das Foto damit wieder etwas kontrastreicher. Auch die Dynamik muss bei so einem flauen Foto angehoben werden, einfach um die Farben lebendiger wirken zu lassen (im Englischen heißt dieser Punkt „Vibrance“, was ich persönlich für die bessere Bezeichnung halte). Dazu wird die Sättigung erhöht, um die Farben kräftiger erscheinen zu lassen.

Anpassung der Präsenzparameter

Anpassung der Präsenzparameter

Diese Änderungen sind deutlich im Foto zu sehen und machen es schon sehenswerter. Nach der Anpassung der Präsenzwerte, gehe ich weiter zum Punkt „Gradiationskurve“ und stelle hier den Wert „Punktkurve“ häufig auf „mittleren Kontrast“. Der Kontrast wird dadurch noch etwas knackiger.

Anpassung der Gradiantionskurve

Anpassung der Gradiantionskurve

Das war es auch schon mit den allgemeinen Anpassungen für das gesamte Bild, jetzt kommen noch einige selektive Veränderungen an die Reihe. Über dem linken Zufluss der Wertach sind bei vergrößerter Ansicht blaue Schilder und ein blau leuchtender Turm zu sehen. Diese stachen mir zu sehr ins Auge und lenkten den Blick immer wieder auf sich. Hier hilft es die Bereiche einfach etwas zu entsättigen, damit sie weniger dominant sind. Dafür nutze ich den Korrekturpinsel (oben rechts unterhalb des Histogramm zu finden) und stelle bei ihm den Wert „Sättigung“ auf -100. Es reicht hierbei, den Pinsel grob über die entsprechenden Bereiche zu führen. Durch das Anheben der Sättigung für das ganze Bild, wird kein Bereich, den man überpinselt, völlig entsättigt, bzw. monochrom. Etwas Sättigung bleibt erhalten. Daher muss man nicht allzu präzise arbeiten. Man hat hier die Möglichkeit, sich die überpinselten Bereiche farbig anzeigen zu lassen, oder das Veränderungen 1:1 zu sehen. Zwischen den Ansichten kann man einfach mit der Taste „o“ wechseln.

Anpassungen mittels Korrekturpinsel

Anpassungen mittels Korrekturpinsel

Als letzten wichtigen Schritt nehme ich mich des Himmels an, und zwar mit Hilfe des Verlaufsfilters (ebenfalls oben rechts unterhalb des Histogramms zu finden). Dabei legt man die Grenze zwischen zwei Gebieten des Fotos fest und legt ebenfalls die Ausprägung des Übergangs fest. Ich wollte einen relativ harten Übergang zwischen Himmel und Landschaft, daher ist dieser relativ schmal geraten. Den Himmel wollte ich nun etwas dramatischer gestalten, also musste die Belichtung abgesenkt werden. Dazu kam noch eine Erhöhung des Kontrastes, eine weitere Absenkung der Lichter, die Erhöhung der Klarheit, sowie die Erhöhung der Sättigung.

Anpassung des Himmels mittels des Verlaufsfilters

Anpassung des Himmels mittels des Verlaufsfilters

So, nun sieht der Himmel so aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Aber eine kleine Sache fiel mir dann auf; ich hatte einen Fleck auf dem Foto, rechts oberhalb der Bäume im Himmel. Wahrscheinlich stammt der von einem Staubkorn auf dem Sensor. Durch das starke Anheben der Klarheit und des Kontrastes wurde dieser Fleck nun sichtbar. Den zu entfernen ist aber in Lightroom kein Problem, dafür gibt es das Werkzeug „Bereichsreparatur“. Man stellt nun einfach das Werkzeug auf die gewünschte Größe und klickt den Bereich an. Lightroom sucht dann automatisch einen umliegenden Bereich, den es als Basis für die Reparatur nimmt. Achtung, nehmt nicht die Einstellung „Kop.Stempel“ (Kopierstempel), denn dann kommt es oft zu harten, sichtbaren Kanten im Bild, da hier einfach ein Referenzbereich kopiert wird. Die Einstellung „Repar.“ (Reparieren) ist die eindeutig bessere Wahl beim Entfernen von Sensorflecken. Die 100%-Ansicht hilft beim Arbeiten mit dem Werkzeug Bereichsreparatur ungemein, da man hier die Flecken besser sieht und die Größe des Werkzeugs optimal einstellen kann.

Entfernung eines Sensorflecks mit der Bereichsreparatur

Entfernung eines Sensorflecks mit der Bereichsreparatur

So, nun ist das Foto fertig bearbeitet und kann als Jpeg exportiert werden. Die ganze Bearbeitung dauert in der Regel um die 5 Minuten, wenn man etwas Übung in der Arbeit mit Lightroom hat.

Wie man sieht, braucht man für vieles nicht unbedingt Photoshop zu bemühen, denn Lightroom bietet viele Möglichkeiten zur Bildbearbeitung. In Sachen Raw-Entwicklung ist es Photoshop aufgrund seines Funktionsumfanges sogar überlegen!

Das soll es auch schon gewesen sein, mit diesem kleinen Tutorial zur Bearbeitung von Landschaftsfotos in Lightroom 4. Falls weitere Fragen auftauchen, scheut euch nicht, sie zu stellen 🙂