Wenn meine Frau mal nicht zuhause ist …

… wird unser Wohnzimmer umgebaut, denn dann ist es Heimstudiozeit. Dann werden Blitze, Reflektoren und Stative ausgepackt und so lange angepasst, bis der Aufbau zu den gewünschten Ergebnissen führt.

Zumeist waren es bisher Blumen oder Modellautos, die ich in Szene gesetzt habe. Doch diesmal standen alte Filmkameras vor meiner Kamera, allerdings nur die, die ich auch noch benutze. Das schließt die Reflekta II aus, denn die funktioniert leider nicht mehr und ich habe bis jetzt noch nicht die Muse gehabt sie zu reparieren. Also sollten auf dem Foto die Ihagee Exakta Varex VX, die Mamiya RB67 Pro-S und die Konica Auto S1.6 zu sehen sein. Im Ergebnis sah das Ganze dann so aus:

Da ich schon lange kein Licht-Setup mehr gepostet habe, möchte ich bei diesem Foto zeigen, wie das Foto entstanden ist. Es hat eine Weile, mehrere Versuche und einige Anpassungen gebraucht, bis ich zufrieden mit dem Ergebnis war.

DSCF4784

Licht-Setup

Da man auf dem Foto nicht alles eindeutig erkennen kann, hier noch eine kurze Beschreibung. Das Hauptlicht, eine 80x120cm Softbox, kam direkt von oben. 2 Reflektoren habe ich rechts positioniert (schräg von vorn und schräg von hinten) und einen weiteren links vorn aufgestellt. Ich benutze generell die silberne Seite, um keinen ungewollten Farbstich zu erhalten. Als Fülllicht kam eine kleine Softbox (15x20cm) von vorn oben (direkt auf der Kamera) zum Einsatz.

Im Nachhinein habe ich mir gedacht, dass ich auch meine schwarze Plexiglasplatte als Unterlage hätte nehmen können. Versuche ich beim nächsten Mal.

Wenn ich einmal so ein Licht-Setup aufgebaut habe, pobiere ich natürlich auch aus, wie es bei anderen Objekten funktioniert. Als erstes kam unser gusseiserner Teekessel vor meine Linse:

tea pot

Teekessel

Danach kamen noch zwei Flaschen Fanta Klassik auf den Tisch. Die wollte ich schon lange mal ablichten:

Fanta Klassik

Fanta Klassik

Allerdings habe ich für sie das Setup ein bisschen verändert. Das Fülllicht kam nicht mehr zum Einsatz, stattdessen habe ich noch ein Stück weißen Karton links hinter den Flaschen platziert, um dort eine Lichtkante zu erzeugen.

Soviel zu meiner Beschäftigung, wenn meine Frau nicht da ist.

Plexiglas statt Photoshop – Spiegelungen leicht gemacht

Wenn man so durch die eigene Wohnung stöbert, findet man hier und da Objekte, die auf einem Foto was her machen könnten. Seien das nun Urlaubsmitbringsel, Deko-Staubfänger oder abgefallene Blüten. Während einige Dinge auch mit klassischen Licht-Setups gut rüberkommen (z.B. Tropfen auf einer Tulpenblüte oder ein Terrakotta-Krieger), wollen manche einfach nicht wirken. Eine kleine Spiegelung würde einiges bringen.

Einige denken sich dann, nichts wie ran an Photoshop und fix einfügen. Geht zwar, muss aber nicht sein. Der Baumarkt bietet da eine einfachere Lösung: Plexiglas. Das gibt’s in verschieden Farben, Dicken und Lichtdurchlässigkeiten. Eine schwarze Scheibe Plexiglas mit 0% Transmission ist nichts anderes als ein schwarzer Spiegel. Der Vorteil von einer Plexiglasplatte ist, dass man sie immer wieder nutzen und mit Lichtsituationen experimentieren kann. Auch die Ausrichtung des Objektes auf der Platte und die Position der Kamera relativ zum Objekt kann beliebig ausprobiert werden. In Photoshop muss man da jedes mal von neuem anfangen. Man läuft auch nicht Gefahr, dass die Spiegelung unecht aussieht, oder vielleicht verzerrt.

gespiegelte Muschel

gespiegelte Muschel (D7000, 60mm, 1/200s, f/16, ISO100)

Das Foto oben kommt direkt aus der Kamera. Es ist schwarzweiß, da ich Picture Control in meiner D7000 auf Monochrom gestellt habe, somit kann ich Kontraste besser beurteilen. Mal davon abgesehen mag ich die interne schwarzweiß-Konvertierung der D7000 sehr gern.

Das Lichtsetup für das das Foto ist recht einfach:

Licht-Setup für Spiegelungen

Licht-Setup für Spiegelungen

Links ein einfacher Yongnuo-Blitz mit Softbox, rechts ein Stück weißer Karton als Aufheller und dahinter schwarzer Karton, mehr ist nicht zu machen. Ihr müsst nur aufpassen, dass weder der Blitz, noch der Aufheller eine Spiegelung auf der Plexiglasplatte erzeugen, die im Bild liegt. Außerdem muss die Platte sauber sein, eigentlich staubfrei. Ist aber unrealistisch, weswegen hier und da doch etwas digitale Nacharbeit nötig ist. Geht jedoch in Lightroom recht flott. Wer keinen Blitz sein Eigen nennt, der kann auch eine Taschenlampe nehmen.

Nach ein paar Verbesserungen in Lightroom sieht das Endergebnis dann so aus: crystal Kleiner Hinweis: je flacher der Winkel von Objektivachse zu Plexiglasplatte, desto besser bzw. heller die Spiegelung. Ich habe das Plexiglas übrigens nicht aus dem Baumarkt, sondern hier bestellt: Expresszuschnitt.de. Erstens sind sie günstig und zweitens schneiden die einem genau die Größe zu, die man möchte. Schnell sind sie auch noch, Montag Nachmittag bestellt und Donnerstag schon da. Ich habe mir eine schwarze und eine weiße Platte (mal sehen, was ich damit anstelle ^^) zuschneiden lassen, jeweils 50x50cm.

Rauchende Amphore – es darf wieder geraucht werden

Heute möchte ich euch ein Foto meines neuen Fotoprojekts zeigen. Es geht um Rauchfotografie. Vor einiger Zeit habe ich dazu schon mal eine kleine Anleitung geschrieben. Dort hatte ich vor allem die nachträgliche Einfärbung in Photoshop beschrieben. Diesmal kam zwar auch Photoshop zum Einsatz, allerdings nur für kleinere Korrekturen.

smoking amphora

Diesmal geht es vielmehr um die Verbindung von Objekten und Rauch. Ich hatte das schon mal mit einem Räuchermann versucht, das Ergebnis war aus Mangel an Rauch aber nicht so, wie ich das gern gewollt hätte.

Das Problem waren damals die Räucherkerzen, die kaum Rauch erzeugten. Also mussten diesmal wieder Kerzen ran, die ausgepustet werden. Manche erzeugen da mehr, andere weniger Rauch. Am besten ist es, wenn der Docht noch eine Weile nachglimmt, dann gibt’s für längere Zeit schöne Rauchspuren.

Die Idee mit der Amphore ist übrigens meiner Freundin gekommen, sie ist manchmal halt die etwas kreativere von uns beiden. Ein Teelicht hat gerade so durch den Hals gepasst. Mit meinem Blasebalg war es dann möglich, die Kerze im Inneren auszupusten. Es funktioniert natürlich nicht bei jedem Versuch gleich gut. Mal ist der Rauch zu dünn, mal entschwebt er in die falsche Richtung und manchmal kommt gar nichts. Geduld muss man da schon haben.

Das Lichtsetup war übrigens recht simpel. Im Prinzip ist es ein seitliches Blitzlicht (mit Grid für gerichtetes Licht mit wenig Steuung), ein schwarzer Hintergrund, schwarze Unterlage und ein Stück weißer Karton als Aufheller/Reflektor. Die Kamera habe ich aufs Stativ gepackt. Den Bildausschnitt habe ich vorher festgelegt, ebenso habe ich vorher fokussiert. Somit war ich dann sicher, dass der Fokus sitzt und musste eigentlich nur noch auslösen. Die Einstellungen für das obige Foto waren: 50mm, f/8, 1/125s bei ISO100. Bei anderen Objekten musste ich etwas mit der Blitzleistung und den Blendeneinstellungen experimentieren, bis es gepasst hat. Geblitzt habe ich mit einem Yongnuo YN560 (den Mark I, den ich habe gibt’s leider in dieser Bauart nicht mehr) und ausgelöst wie immer mit meinen Pixel Kings.

Lichtsetup für "Rauchende Amphore"

Lichtsetup für „Rauchende Amphore“

In der Nachbearbeitung habe ich auch wieder Topaz Glow verwendet, um den Rauch noch etwas leuchtender und knackiger zu bekommen. Größere Rußpartikel, die etwas gestört haben, habe ich in Photoshop mit dem Reparaturpinsel, bzw. dem Bereichs-reparaturwerkzeug entfernt.

Es werden noch weitere Fotos vom Shooting folgen. Es bieten sich ja einige Objekte an, denen man mit Rauch etwas Stimmung einhauchen kann.

Fotoserie „Autoportraits“

Schon vor vielen Jahren habe ich angefangen Modellautos im Maßstab 1:18 zu sammeln. Im Laufe der Jahre kamen so Autos aller Art zusammen. Mittlerweile kommen keine neuen mehr dazu, weil sie erstens sehr teuer geworden sind und zweitens, weil die Fotografie mir nunmehr wichtiger ist.
Diese Woche habe ich mir jedoch gedacht, dass ich mein aktuelles Hobby (Fotografie) mal auf mein altes (die Modellautos) treffen lassen könnte. Aber es sollten nicht irgendwelche Fotos werden. Der Charakter der Autos sollte zu Ausdruck kommen. Also habe ich mir überlegt, dass es eine Art Silhouette vor schwarzem Hintergrund werden sollte.

So sah mein ursprüngliches Setup aus:
model car setup
Striplight mit Grid von oben und weißer Karton an den Seiten zur Aufhellung

Die Ergebnisse sahen schon nicht schlecht aus, waren aber noch nicht, was ich wollte. Ich experimentierte weiter, immer mehr weißer Karton kam zum Einsatz, um perfektes Licht rund um die Modellautos zu erzeugen. Die Ergebnisse wurden zwar besser, aber durch die vielen Richtungen aus denen nun das Licht kam, war es nicht mehr möglich, den Charakter der Autos einzufangen.
Letzten Endes war die Lösung sehr einfach. Ich positionierte das Striplight etwas tiefer, um das Licht gleichmäßiger von ober auf die Autos scheinen zu lassen. Sämtliche Aufheller habe ich entfernt und mit diesem reduzierten Licht-Setup kam ich meinem Ziel schon sehr nah. Es war nur noch etwas Feinschliff in Lightroom nötig.

vorher_nachher
Feinschliff in Lightroom

Während der Bearbeitung habe ich mich entschieden, alle Fotos in schwarzweiß zu konvertieren. Es unterstreicht einfach den reduzierten Stil der Fotos.

Hier nun ist meine fertige Fotoserie „Autoportraits“:

Auto Union Typ C
Auto Union Typ C

Auto Union Typ C
Auto Union Typ C

Shelby Cobra 427
67′ Shelby Corbra 427

Audi R8 GT
Audi R8 GT

Audi Rosemeyer
Audi Rosemeyer

Bulli
VW Bulli

Audi R8
Audi R8 (Rennprototyp)

Trabant 601
Trabant 601

Porsche 550
Porsche 550

SLR
Mercedes-Benz McLaren SLR

Jaguar
Jaguar XK 120

Volvo
Volvo PV544

'69 Corvette Stingray
69′ Corvette Stingray

Rosa Rosen – mit Lichtsetup

Wenn mein Vater mich bittet, mal ein Foto von Rosen zu machen, die er meiner Mutter geschenkt hat, dann sag ich natürlich nicht nein. Schon gar nicht, wenn sie wirklich so schön aussehen. Die Frage war nur, wie ich sie am besten in Szene setze. Ich habe mehrere Varianten probiert und schlussendlich bin ich bei der hier gezeigten gelandet.

roses
Nikon D7000 mit dem Nikkor AF-S 50mm f/1.8G bei ISO 100, f/2.8 und 1/250s

Ich bin ja normalerweise eher ein Freund von dunklen Hintergründen, aber zu den rosafarbenen Blüten passt ein weißer Hintergrund einfach besser. Und weil mir das Foto so gut gefällt und ich kaum in Lightroom nacharbeiten musste, gibt es heute das Lichtsetup in abstrakter Form dazu.

Lichtsetup Rosa Rosen

Lichtsetup Rosa Rosen

Entstanden ist das Diagramm mit Hilfe des „Lighting Diagram Creator“, nur den Text habe ich nachträglich in PS Elements noch eingefügt. Was ich nicht hineingeschrieben habe, ist, dass ich den Metz 58AF-2 mit dem Pixel King ausgelöst habe. Das ist insofern wichtig, da ich den Metz-Blitz im iTTL-Betrieb belassen habe. Normale Funkauslöser ohne TTL gehen natürlich auch, aber da muss man dann etwas mit der Leistung experimentieren. Das habe ich mir dank des Pixel King sparen können.