Herbstlaub und Wassertropfen

leaf II

Heute sind meine Frau und ich mal wieder am Grünewalder Lauch spazieren gewesen. Das Wetter war zwar grau und trist, aber die frische Luft tat uns sehr gut. Unterwegs sah ich dann vereinzelte Blätter, auf denen noch Wassertropfen zu sehen waren.
Als ich dann das obige Foto gemacht hatte und es auf dem Display betrachtete war ich positiv überrascht. Der Weißabgleich der meiner D750* lag deutlich daneben, aber genau das macht das Foto erst so stimmig, wie ich finde. Beim unteren Foto passierte das gleiche und auch hier finde ich das super. In Lightroom habe ich dann ein VSCO-Preset (Fuji Sensia 100 Warm aus dem VSCO Film 07 Paket) angewendet, weil es die Stimmung noch mehr verstärkt und noch etwas Charakter erzeugt.

leaf I

Während unseres Spazierganges wurden wir dann auch noch von einem leichten Graupelschauer heimgesucht. Leider blieb vom Graupel nichts liegen, sonst hätte ich auch davon noch einige Fotos gemacht.


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Windows 10 und die Adobe Creative Cloud

Ja, ich muss zugeben, ich bin einer von denen, die gleich auf Windows 10 umgestellt haben. Die Umstellung von Windows 7 auf Version 10 verlief fast reibungslos. Lediglich die Unterstützung für beide Bildschirme war nicht von Anfang an gegeben. Treiber-Programm von Nvidia gestartet und schon lief alles ohne Probleme. Sogar die Kalibrierungsdaten von den Bildschirmen wurde übernommen. Auch sonst sind keine Daten verloren gegangen. Was mich sehr freut ist, dass auch alle Programme ohne Probleme laufen. Da hat Microsoft wirklich ganze Arbeit geleistet.
Für den Notfall hatte ich natürlich alle Daten gesichert. Nichts wäre ärgerlicher, als wenn meine Masterarbeit und alle Quellen dazu plötzlich weg wären.

Was mich persönlich natürlich auch sehr interessiert hat, war ob denn Lightroom CC und Photoshop CC auf Windows 10 laufen.

Lightroom auf Win10

Das Bibliotheksmodul von Lightroom CC funktioniert einwandfrei mit Windows 10. Auch das Entwickeln-Modul zeigt kein ungewöhnliches Verhalten. Die Geschwindigkeit in Lightroom hat sich nicht verändert. Allerdings startet es bei mir jetzt deutlich schneller.

Photoshop auf Win10

Photoshop läuft bei mir genauso stabil unter Windows 10 wie es das auch schon unter Windows 7 gemacht hat. Auch hier ist von der Geschwindigkeit kein Unterschied festzustellen. Auch beim Start nicht. Es funktionieren auch alle Plugins, die ich getestet habe (Nik Complete Collection, Plugins von Topaz Labs). Und zudem laufen meine Panels (Raya Pro, Beauty Retouch CC 1.2, Contrast Masking 1.2) ebenfalls ohne Einschränkungen.

In meinen Augen ist der Umstieg auf Windows 10 für Nutzer Lightroom CC und Photoshop CC (sowohl das ursprüngliche, als auch Version 2015) kein Problem, also für alle die auch das Fotografen-Abo der Adobe Creative Cloud besitzen. Beide Programme haben heute auch ein kleines Update von Adobe spendiert bekommen. Ob damit die Kompatibilität zu Windows 10 sichergestellt werden sollte weiß ich nicht. Wie es mit LR6 und allen älteren Versionen aussieht und mit Photoshop CS6 und älter bzw. den Elements-Versionen aussieht kann ich leider nicht sagen.

Topaz Glow – Angebot und kleiner Test

Es gibt ja viele Spielereien in Sachen Fotosoftware. Plug-Ins, Ergänzungen schießen wie Pilze aus dem Boden. Die meisten kann man getrost links liegen lassen. Man braucht sie einfach nicht. Vor allem nicht, wenn man Photoshop CC besitzt. Nun hat Topaz Labs Glow vorgestellt. Damit lassen sich ganz verrückte Effekte zaubern, die schwer in Worte zu fassen sind. Aus Strukturen werden Lichtblitze, oder so.

Topaz Glow - vorher und nachher

Topaz Glow – vorher und nachher

Braucht man das? Nicht wirklich. Am Anfang denk man sich, wow, das sieht ja cool aus. Aber nach einer Weile setzt die Ernüchterung ein. Zu speziell ist der Effekt, zu oft wird er wohl gezeigt werden. Es wird wie mit dem HDR-Hype. Erst finden es alle genial und wollen es probieren, dann übertreiben es die meisten und man kann es nicht mehr sehen. Schade eigentlich, denn sowohl HDRI als auch der Glow-Effekt bieten viele Möglichkeiten. Also gilt auch hier das Credo, weniger ist manchmal mehr.

Und genau dabei hilft Glow dem Benutzer, denn der Effekt kann in der Stärke von vornherein angepasst werden. In Photoshop kann man natürlich auch nachträglich die Deckkraft der Ebene senken, aber der Lightroom-Nutzer guckt da normalerweise dumm aus der Wäsche. Ist eine gute Lösung, genau wie die verschiedenen Blend-Modes, die Photoshop entlehnt sind (Normal, Überlagern, Miltiplizieren, weiches Licht, hartes Licht, …). Außerdem lässt sich jede der Effekt-Vorgaben noch genauer anpassen, je nach Geschmack (hier ist ein bisschen Probieren angesagt). Insgesamt ist die Bedienoberfläche sehr übersichtlich und selbsterklärend. Die Vorschauen bauen sich fix auf, da gibt es nichts zu meckern.

Topaz Glow Bedienoberfläche

Topaz Glow Bedienoberfläche

Wer kein Photoshop oder Lightroom besitzt muss nicht traurig sein, denn Topaz Glow funktioniert auch als unabhängiges Programm. RAWs kann es nicht lesen, aber das wäre wohl auch zuviel verlangt.

Abschließend kann ich nur empfehlen, sich Glow mal anzusehen. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit, lässt sich damit die Licht-stimmung auf eine spezielle Art und Weise manipulieren. Ist wie mit vielem natürlich Geschmackssache.

Königstein Glow
Historischer Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein (mit Glow)

Königstein
Historischer Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein (ohne Glow)

Übrigens gibt es Topaz Glow bis zum 31.12. noch für einen reduzierten Preis zu erwerben. $49,99 statt $69,99, einfach „introglow“ als Gutschein-Coupon angeben und schon gibt’s den Rabatt.

Update auf Lightroom 5.7 nun verfügbar

Adobe hat heute das Update auf Lightroom 5.7 herausgebracht. Vor allem für alle bisherigen Nutzer von Apples Raw-Konverter Aperture bringt diese Version eine praktische Neuerung mit sich. Ein Import-Modul für Fotos aus Aperture. Ansonsten gibt es nicht viel Neues, außer dem üblichen, wie Unterstützung neuer Kameras und Beseitigung kleinerer Bugs.

Sollte das Update nicht automatisch in Lightroom oder der Creative Cloud funktionieren, dann findet ihr es hier zum Download.

Herbstmorgen – wieder Weimar, wieder Park an der Ilm … diesmal jedoch mit Bearbeitungs-Making-of

Am 4. Oktober machte der goldene Herbst seinem Namen alle Ehre. Vor allem am Morgen, als die Sonne noch recht tief stand und der Morgennebel sich langsam lichtete. An diesem Morgen entstanden neben dem Foto „Morgennebel“ noch weitere Bilder. Unter anderem dieses hier:

Herbstmorgen

Es zeigt den Blick vom Römischen Haus in Weimar ins Tal der Ilm.

Im Original sah das Foto jedoch etwas anders aus, da das grelle Gegenlicht zu viel für die besten Linsenbeschichtungen ist. Hässliche Flares zeigten sich an Stellen, an denen sie nicht leicht zu korrigieren sind. Auch leichtes Verschieben des Bildausschnitts beim Fotografieren brachte keine Abhilfe. Die Flares tauchten nur an anderer Stelle wieder auf.

Ausgangsmaterial

Ausgangsmaterial

Also hhieß die Lösung Photoshop. So einfach, wie es Jimmy McIntyre in seinem Youtube-Video erklärt, ging es bei mir nicht. Ich hatte schließlich kein Stativ benutzt und konnte somit nicht einfach zwei Fotos mit identischen Bildausschnitten überlagern. Aber der Grundgedanke ist ähnlich. Ich bearbeitete alle Basisfotos voll-kommen gleich. Also gleiche Raw-Entwicklung in Lightroom und identische Farb- und Detailanpassungen in Color Efex.

Identische Entwicklung der Ausgangsfotos

Identische Entwicklung der Ausgangsfotos

Und nun exportierte ich beide Fotos nach Photoshop. Dort schaute ich mir an, wo die Flares sind, die nicht einfach mit dem Reparatur-pinsel korrigiert werden können. Diese Bereiche sind im anderen Foto fehlerfrei. Folglich musste ich lediglich diesen Bereich kopieren und in das Zielfoto einfügen. Ich habe dafür mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug eine Auswahl erstellt und diese dann als neue Ebene hinzugefügt.

Korrekturauswahl in Photoshop

Korrekturauswahl in Photoshop

Die Korrekturebene habe ich anschließend frei transformiert, da durch die Verschiebung des Bildausschnitts die Proportionen nicht genau gepasst haben. Dieses ganze Prozedere habe ich für mehrere Bereiche durchgeführt. Einige Flecken habe ich ich jedoch nach bewährter Art mit dem Reparaturpinsel ausgebessert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Alles in allem geht so eine Flare-Korrektur recht flott. Ich habe zudem wieder einmal festgestellt, dass es sinnvoll ist, sich eigene Presets in Lightroom zu erstellen. So geht alles viel schneller von der Hand und vor allem kann man so schon eigene Kamera-Farbprofile schon mit anwenden. Auch in Color Efex sind eigene Presets durchaus sinnvoll und beschleunigen das Arbeiten ungemein.

Lightroom Focus Points Plugin – Fokus Punkte anzeigen nun auch in LR möglich

Ich bekam heute einen guten Tipp (Danke Ali) für ein Lightroom-Plugin, mit welchem man sich den gewählten Fokuspunkt anzeigen lassen kann. Die von Nikon selbst entwickelten RAW-Konverter können das zwar auch, sind aber sonst ziemlich doof. Mit dem kosten-losen „Lightroom Focus Points Plugin“ ist dies nun endlich auch in LR möglich.

Lightroom Focus Points Plugin

Lightroom Focus Points Plugin

Zugegeben, es ist eine Spielerei, aber manchmal möchte ich schon wissen, worauf ich denn fokussiert habe und ob denn meine Objektive korrekt fokussieren. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch. Die Bedienung ist etwas umständlich und funktioniert nur im Bibliotheksmodul. Zudem werden nur Kameras von Nikon und Canon unterstützt. Nutzer von Pentax, Sony und Co kommen leider nicht in das Vergnügen des Plugins.

Gläserne Manufaktur Dresden – Making-of Teil 1: Shooting und Lightroom

Hier nun kommt der erste Teil des Making-ofs von meinen Fotos der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Zuerst geht es um den fotografischen Weg zu den Fotos und dann kurz um die Bearbeitung in Lightroom.

Was man generell für nächtliche Fotos braucht, möchte ich gleich zu Beginn auflisten. Man braucht:
– ein stabiles Stativ,
– Fernauslöser oder Selbstauslöser,
– am besten noch Spiegelvorauslösung,
– und vor allem viel Geduld.


Das Shooting – der Weg zum Foto

Als ich zur Gläsernen Manufaktur kam, wusste ich noch nicht so recht, was ich wollte. Schwarzweiß sollten die Fotos am Ende werden, damit die Details der Architektur zur Geltung kommen. Also ließ ich das Ambiente auf mich wirken und veränderte meine Position, die Brennweite und die Belichtungszeit.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 1

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 1 (D7000, 11mm, f/11, 4s, ISO100)

Es wehte nur ein laues Lüftchen, also kam eine Langzeitbelichtung eher nicht in Frage. Der Himmel war ein ziemlich diesiger Einheitsbrei und schöne Wolkenspuren waren direkt über der Manufaktur nicht zu erwarten. Also machte es auch keinen Sinn, viel Himmel mit auf die Fotos zu nehmen, denn dort passierte ja nichts, was die Bilder hätte spannender gemacht.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 2

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 2 (D7000, 24mm, f/8, 2s/ ISO100)

So kam ich zu dem Schluss, dass das Hauptaugenmerk auf den vielen Facetten der hauptsächlich aus Metall und Glas bestehenden Gebäudearchitektur liegen sollte. Zudem kam ich zu dem Entschluss, dass ich das vor der Manufaktur befindliche Schilf und Gras doch nicht als Vordergrund mit auf die Fotos nehmen sollte. Bei Land-schaftsaufnahmen ist der Vordergrund zwar wichtig, aber hier lenkt er eher ab.

Außerdem wollte ich möglichst viel der Gläsernen Manufaktur auf den Fotos festhalten. Daher kam nur eine sehr kurze Brennweite in Frage; also mein Tokina 11-16mm f/2.8. Alle finalen Fotos sind dann bei 11 bzw. 11,5mm Brennweite entstanden.

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 3

Gläserne Manufaktur Testaufnahme 3 (D7000, 11mm, f/8, 6s, ISO100)

Was ebenfalls schnell klar wurde, ist dass der Dynamikumfang der Szenerie viel zu hoch für nur ein Foto war. Das innere der Gläsernen Manufaktur und Teile der Fassade werden nachts hell beleuchtet, die Umgebung und andere Teile der Fassade aber nicht. Also musste ich mehrere Fotos von einem Motiv machen. Dazu habe ich die Bracketing-Funktion genutzt. Ein Foto habe ich korrekt belichtet, eins zwei Blendenstufen unter- und eins zwei Blendenstufen überbelichtet. Deswegen ist ein stabiles Stativ auch unerlässlich. Denn wenn sich die Kamera, sei es auch nur ein kleines Stück, zwischen zwei Fotos bewegt, macht es die Nachbearbeitung in Photoshop unnötig aufwendig. Verwacklungen bei der Aufnahme sind natürlich noch schlimmer, daher nutze ich immer einen Fern-auslöser und die Spiegelvorauslösung. Das reduziert die Vibrationen und sorgt für schärfere Fotos.


Bearbeitung in Lightroom – kurz und knapp

Nachdem ich alle Fotos aufgenommen hatte, ging es am Rechner weiter. Zuerst Habe ich alle Fotos in Lightroom geladen und aus-sortiert. Dann ging es ins Entwickeln-Modul.

Bearbeitung Lightroom - Start

Bearbeitung Lightroom – Start

Ich könnte jetzt schreiben, dass ich lange mit einzelnen Einstellungen experimentiert hätte, aber das wäre schlicht und einfach gelogen. Ich habe einfach mehrere Presets probiert und geprüft, ob sie zu den Fotos passen. Ich habe mittlerweile eine Vielzahl an solchen Light-room-Presets, für alle möglichen Zwecke.

Letzten Endes habe ich ein sehr gutes Schwarzweiß-Preset von lightroomkillertips.com genutzt, das ihr hier findet: Free Lightroom Presets – Black & White HDR Presets for Landscapes. 

Presets sind jedoch meist nur Ausgangspunkt und man muss einzelne Regler noch etwas anpassen, damit das Ergebnis den eigenen Vor-stellungen entspricht. Das habe ich auch gemacht, aber nichts wirklich weltbewegendes.

Bearbeitung Lightroom - Fertig bearbeitet

Bearbeitung Lightroom – Fertig bearbeitet

Was viel wichtiger für die spätere Arbeit in Photoshop ist, ist dass ich alle Fotos eines Motivs gleich bearbeitet habe. Zudem habe ich von jedem Foto drei Varianten erstellt, die sich nur durch eine unter-schiedliche Belichtungskorrektur unterscheiden. Ich habe hier praktisch auch wieder eine Belichtungsreihe von jedem Foto erstellt.

Lightroom . Fertige Belichtungsreihen

Lightroom . Fertige Belichtungsreihen

Den Fotos habe ich dann zur besseren Übersicht noch Farben zugewiesen, damit ich weiß, welches das überbelichtete, welches das unterbelichtete und welches das korrekt belichtete Foto ist. Diese Fotos dienen dann später als Grundlage für die weitere Bearbeitung in Photoshop. Mein Arbeitsschritte dort folgen im zweiten Teil des Making-ofs.


Hier noch als kleiner Bonus ein weiteres Testfoto:

Gläserne Manufaktur

Lightroom 5.6 Update

Adobe hat heute schon wieder ein Update von Lightroom 5 herausgebracht. Die aktuelle Version heißt jetzt Lightroom 5.6 und es wurden kleinere Fehler in früheren Versionen behoben. Zudem wurde auch die Unterstützung neuerer Kameramodelle, wie der Nikon D810 implementiert.

Nutzer der Creative Cloud erhalten das Update automatisch, reguläre Lightroom-Nutzer bekommen einen entsprechenden Hinweis beim Neustart von Lightroom.

Wer sich das Update herunterladen möchte, klickt einfach hier.

Apple stoppt Aperture-Entwicklung – Capture One Pro 7 im Angebot

Apple stellt die Entwicklung von Aperture ein, stattdessen legen die Entwickler aus Cupertino ihr Augenmerk nun auf die neue App „Photos“ und die iCloud Photo Library. Diese scheinen jedoch weniger für den professionellen Einsatz ausgelegt zu sein, da Apple nach eigener Auskunft mit Adobe zusammenarbeitet um den Aperture-Nutzern den Wechsel zu Lightroom zu vereinfachen. Eventuell soll es eine Aperture-to-Lightroom-App geben, so ist es jedenfalls bei Petapixel.com nachzulesen. Es scheint der Zeitpunkt gekommen, dass Apple-User nicht mehr um Lightroom herumkommen.

Phase One bietet, rein zufällig natürlich, seinen RAW-Konverter „Capture One Pro 7“ zurzeit für 114€ statt 229€ an. Ich persönlich mag Capture One jedoch nicht, da es wenig intuitiv bedienbar ist und in vielen Belangen (Schärfen, Entrauschen, selektive Anpassungen) Lightroom unterlegen ist. Zudem funktionieren viele nützliche Plug-Ins, wie die Google Nik Collection oder die onOne Perfect Photo Suite, nicht mit Capture One.

Automatischer Weißabgleich – manchmal ganz schön daneben

Fast jeder kennt das, man fotografiert ein schöne Szene und muss nachher feststellen, dass irgendwie die Stimmung im Foto gar nicht rüber kommt. Die Farben sind falsch. Vor allem bei nächtlichen Aufnahmen liegen manchmal Welten zwischen „gesehen“ und „fotografiert“. Was ist das Problem? Meistens ist es der automatische Weißabgleich, der einem einen Strich durch die Rechnung macht. Wie zum Beispiel auf folgendem Bild:

automatischer Weißabgleich der Kamera

automatischer Weißabgleich der Kamera

Naja, der orange-braune Farbstich ist in manchen Augen vielleicht ganz nett, aber so sah es zu dem Zeitpunkt nicht aus! Die Straßenlaternen und die von Dresden angeleuchteten Wolken irritieren den automatischen Weißabgleich der Kamera offenbar gewaltig. Denn stellt man den Weißabgleich in der Kamera (oder in meinem Fall in Lightroom) auf „Wolframlampenlicht“ (2850K), so erscheint das Foto in einem völlig anderen Licht:

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Weißabgleich Wolframlampenlicht

Das sieht schon besser aus und in etwa auch so, wie ich es subjektiv mit meinen Augen gesehen habe. Damit ihr den Weißabgleich im Nachhinein noch verlustfrei ändern könnt bedarf es des Raw-Formats. Klar, man kann auch bei einem Jpeg des Weißabgleich nachher anpassen, allerdings kann es dabei zu sehr hässlichen Tonwertabrissen kommen. Daher mein Ratschlag, immer in Raw zu fotografieren, soweit die Kamera das erlaubt.

Aber zurück zum Weißabgleich und dessen Veränderung. Das Foto oben ist schon ganz gut, haut mich von der Stimmung aber nicht so vom Hocker. Es wirkt noch zu warm. Das passt einfach nicht zu einem Winter-Foto. In Lightroom kann man mit dem Pipetten-Werkzeug einen bestimmten Bereich wählen, der farbneutral sein soll. Ich mache es mir da einfach und wähle den Schnee, denn Schnee ist im Idealfall weiß, bzw. grau. Einen Gelbstich sollte er eher nicht haben 😉

manueller Weißabgleich

manueller Weißabgleich

Die kühle, winterliche Stimmung kommt so besser rüber, finde ich.

Das Winterbild ist schon relativ alt und wenig reizvoll, aber es soll eins verdeutlichen. Der Weißabgleich ist essenziell für die Stimmung eines Fotos, auf seine Wirkung. Egal ob Tag oder Nacht, egal welche Jahreszeit, egal welches Motiv, ein falscher oder ungeschickt gewählter Weißabgleich entwertet jedes Foto. Also verlasst euch nicht auf den automatischen Weißabgleich, denn der liegt manchmal eben ganz schön daneben.

Im Handel gibt es diverse Hilfsmittel, um den korrekten Weißabgleich zu ermitteln: Graukarten, Lenscaps, etc. Ein Stück grauer Karton vom Schreibwarenladen reicht aber meistens auch aus, da muss man nicht unbedingt viel Geld ausgeben.