Huch, ein Selfie – eine kleine Homage an Vivian Maier

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Inspiriert von den Selbstportraits von Vivian Maier habe ich auch mal ein solches versucht. Ich hatte mir das aber etwas einfacher vorgestellt. Die RB67 scheint ohne Stativ dafür jedoch nicht so geeignet zu sein, wie die Rolleiflex, die Vivian Maier benutzt hat.

Den Bildband „Vivian Maier – Das Meisterwerk der unbekannten Photographin 1926-2009“ können meine Frau und ich nur empfehlen.
Wir standen von dem Regal mit Bildbänden im Haus des Buches und ich wollte eigentlich einen Helmut Newton oder einen Peter Lindbergh, aber die gefielen meiner Frau nicht so sehr. Sie zeigte mir dann den Bildband von Vivian Maier und ich sagte zu, obwohl ich beim ersten groben Durchblättern nicht ganz überzeugt war. Doch zuhause beim kompletten Betrachten wurde mir klar, dass es ein sehr guter Kauf war. Das Buch ist voller fotografischer Leckerbissen.

Im Buch sind einige Selbstportraits von Vivian Maier zu sehen und genau so eins wollte ich auch erstellen. Eine spiegelnde Fensterscheibe eines Hotels am Augustusplatz in Leipzig bot sich da an, da im Hintergrund das Paulinum. Ich war etwas erschrocken, als ich sah, wie das Foto rauscht, denn der RPX400 besitzt eigentlich ein recht angenehm kleines Korn. Aber dann entsann ich mich, dass ich das Foto deutlich unterbelichtet hatte. Letztlich gefällt es mir gerade, weil es so rauscht. Es scheint einer anderen Zeit zu entstammen, dabei habe ich es im Jahr 2016 aufgenommen. In diesem Sinne: Film lebt!

Congress Center Dresden und Maritim Hotel – neue Blickwinkel

Congress Center Dresden I

Mensch, jetzt zeigt der Paul schon wieder nur Schwarzweiß-Fotos. Kann seine D750 keine Farbe mehr? Doch kann sie, sehr gut sogar. Aber es passt zurzeit einfach nicht. Ich mag Farbfotos, nur passen meine aktuellen Motive irgendwie nicht so dazu. Vielleicht liegt es auch einfach nur am Winter, der sowieso eine etwas düstere Stimmung erzeugt. Keine Ahnung. Es werden auf jeden Fall wieder Farbfotos kommen.

Nun zum Motiv. Besser gesagt den Motiven, denn es gibt ein bisschen mehr zu entdecken. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Congress Center Dresden, auf dessen Terrasse ich mich beim Fotografieren befunden habe. Sichtbar sind aber auch der Erlweinspeicher (bzw. jetzt das Maritim Hotel), der Sächsische Landtag und das Dach der Semperoper.

Congress Center Dresden II

Spiegelnde Oberflächen sind schon was feines. Man kann mit Linien und Strukturen „spielen“. Es ergeben sich immer wieder neue Blickwinkel. Blickwinkel, aus der man ein Stadt vielleicht noch gar nicht betrachtet hat. Blickwinkel, die einen völlig anderen Eindruck vermitteln. Ich mag ja solche optischen Spielereien und Experimente. Also wenn ihr in Leipzig oder Dresden einen Typen seht, der scheinbar wahllos Dinge fotografiert, könnte ich das sein; auf der Suche nach neuen Blickwinkeln ^^

Ich habe am ICC natürlich auch analog fotografiert, allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen den Film zum Entwickeln zu bringen. Mal sehen, was mit der Pentax dabei rausgekommen ist.

Hauptbahnhof Leipzig

Seit einiger Zeit pendle ich mit dem Zug jeden Tag zwischen Dresden und Leipzig. Da komme ich ja unweigerlich am Leipziger Hauptbahnhof vorbei. Und dort ist immer was los (viel mehr als im Dresdner Hauptbahnhof, muss ich zugeben). So auch zur Weihnachtszeit. In der Osthalle wurde ein historisches Karussell betrieben. Und ich fand den Anblick davon einfach klasse. Alos bin ich am 3. Dezember dann etwas eher von Arbeit gegangen, um noch ein paar Fotos im Hbf zu machen. Unter anderem auch von diesem Karussell und vom Museumsgleis (da schlägt das Verkehrsherz höher).

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Pentax 645, 45mm, Ilford FP4 Plus

Ein historisches Karussell und alte Loks verlangen natürlich auch nach einer klassischeren Aufnahmemethode. Und so konnten es nur Analogfotos werden. Davon wird es in Zukunft von mir noch mehr geben. Ich fange ja gerade erst damit an, sehr zum Leidwesen meiner Frau. Sie ist ja sehr tolerant, aber dieses Mal hat sie schon ein bisschen mit dem Kopf geschüttelt 😀 Mal sehen, was ich so mit der Pentax fabriziere, damit ich sie gänzlich überzeugen kann. Es macht mir auf jeden Fall sehr viel Spaß mit den Rollfilmen zu hantieren und gespannt auf die Entwicklung zu warten. Außerdem ist der Look vom Mittelformat irgendwie etwas Besonderes.

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Pentax 645, 75mm, Ilford HP5 Plus

Natürlich zwingt mich die analoge Technik dazu, wirklich bewusster zu fotografieren und mir mehr Gedanken um Bildaufbau und Einstellungen zu machen. Und so bin ich wieder einen Schritt weiter gekommen auf meinem Weg zur bewussteren Fotografie.

Achja, ich lasse meine Rollfilme bei Foto Görner in Dresden entwickeln. Da bekommt man neben der Entwicklung auch immer Tipps zu Filmen oder einfach ein nettes Pläuschen.

Dresdner Altstadt bei Nacht – es wird nie langweilig

Dresden

Ich habe die Dresdner Altstadt schon oft fotografiert. Tagsüber, abends, nachts und auch früh war ich dort unterwegs. Und es wurde mir nie langweilig, denn immer wieder gab es neue Dinge zu entdecken, aber auch Altbekanntes durch neue Blickwinkel zu betrachten. Das ist der Grund, warum ich Dresden so liebe. Es ist vielfältig und doch einzigartig. Außerdem ist immer was los, aber nie wirklich hektisch. Der Dresdner ist gemütlich, und so ist auch die Stadt.

„Dresden hat mir große Freude gemacht und meine Lust, an Kunst zu denken, wieder belebt. Es ist ein unglaublicher Schatz aller Art an diesem schönen Orte.“
Johann Wolfgang von Goethe

Wenn das schon Goethe so sah, muss was dran sein, dass Dresden etwas besonderes ist.

Chaos – wenn Orte vergessen werden

Heute gibt es anlässlich des vierten Advents mal wieder eine kleine Fotoserie.

Das Nachbargrundstück meiner Schwiegereltern verfällt zunehmends, was die Besitzer der benachbarten Grundstücke natürlich nervt. Für mich ist das jedoch die reinste Fundgrube. Vor allem im Winter, wenn die Sonne so tief steht entsteht in der Scheune eine sehr atmosphärische Lichtstimmung. Das ganze Gerümpel wirkt dann auf Fotos viel ansehnlicher, als es in Wirklichkeit der Fall ist.

Wenn man im Netz nach Fotos von verlassenen Orten sucht, wird man meist mit scheußlichen HDR-Bildern bombardiert. Ich finde aber, dass da schwarzweiß besser passt. Das war schon bei den Fotos vom Kraftwerk Plessa der Fall.

chaos I

chaos IIa

chaos IIb

chaos III

chaos IV

chaos V

chaos VI

 

Pfahl und Baum – eine bildhafte Erinnerung

pole and tree

Bei unserem Kurzurlaub in Lauenstein hatten wir eines nicht dabei, was wir sonst immer dabei haben: eine Wanderkarte. Trotzdem machten wir uns auf den Weg und wollten die andere Talseite erkunden. Wenn man sich allerdings auf die Wegweiser vor Ort verlässt, ist man irgendwie auch verlassen. Das hat aber auch sein Gutes. Man erlebt viel mehr, man achtet auf Dinge, die man sonst so nicht sieht. Wandern ist ja sowieso gut, um mal abzuschalten. Doch so frei durch die Landschaft zu streifen, ohne Karte und Kompass, ist noch besser. Die Neugier wird geweckt und man kann den Moment genießen, ihn leben. Vor allem in hektischen Zeiten gibt es keinen besseren Ausgleich. Und wenn man ihn dann noch fotografisch festhalten kann, dann ist das doch perfekt. Eine bildhafte Erinnerung.

Ich mache ja öfter mal Langzeitbelichtungen und ich wollte auch auf diesem Weg mal wieder eine erstellen. Ich sah diesen Pfahl eines Weidezauns und dachte mir, das wäre der optimale Vordergrund. War es auch, nur sah die LZB nicht so aus, wie ich das wollte. Das Foto oben habe ich dann danach gemacht. Und mit ihm bin ich vollkommen zufrieden. Ist wieder schwarzweiß geworden, gefällt mir zurzeit einfach am besten.

Der Falkner – Tag und Nacht

Obwohl diese beiden Fotos ein und das selbe Motiv zeigen, sind sie doch grundverschieden. Und genau das ist es, was mich an der Fotografie so fasziniert. Es werden täglich Millionen von Fotos gemacht und trotzdem ist es noch möglich Unikate zu schaffen. Eine andere Tageszeit reicht aus, um aus einer Silhouette eine Lichtgestalt zu machen.  Wie ich es hier am Beispiel des Falknerbrunnens in Lauenstein versucht habe. Ein Motiv bietet viele Möglichkeiten und ebenso viele Facetten. Die Kunst besteht darin diese zu erkennen und auch mal Altbewährtes links liegen zu lassen und neue Pfade zu beschreiten. Es klappt natürlich nicht immer alles so, wie man es vorstellt. Manchmal geht halt gerade dann das Licht aus, wenn man eine gute Position gefunden hat (ist meinem Kumpel Tobi und mir in München an der Allianz-Arena so gegangen). Das ist alles kein Beinbruch. Scheitern ist auch nur ein anderes Wort für Lernen. Und Lernen ist ja bekanntlich etwas gutes.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen schönen 3. Advent.

 

Kraftwerk Plessa IV – das Kraftwerksgebäude

Der letzte Teil der Serie über das Kraftwerk Plessa zeigt das eigentliche Kraftwerksgebäude von Innen. Ich habe noch viel mehr Fotos vom Inneren gemacht, die hier gezeigten gefallen mir jedoch am besten und zeigen in groben Zügen, was im Kraftwerk alles so zu sehen ist.
Es ist nur noch eine Dampfturbine zu sehen, dafür jedoch die älteste. Das Kraftwerk wirkt an einigen Stellen recht ausgeräumt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es jahrelang unverschlossen brach lag. Es wurde vieles „weggefunden“ was nicht niet- und nagelfest war. Umso mehr muss man die Leistungen des Fördervereins würdigen, die versucht haben zu retten was zu retten war und auch vieles wiederhergestellt haben.

Kraftwerk Plessa IVa
Kraftwerk Plessa IVa
(D7000, 16mm, f/4, 1/10s, ISO1600)

Kraftwerk Plessa IVb
Kraftwerk Plessa IVb
(D7000, 16mm, f/8, 1/640s, ISO100)

Kraftwerk Plessa IVc
Kraftwerk Plessa IVc
(D7000, 16mm, f/5.6, 1/30s, ISO200)

Kraftwerk Plessa IVd
Kraftwerk Plessa IVd
(D7000, 16mm, f/4, 1/8s, ISO100)

Kraftwerk Plessa IVe
Kraftwerk Plessa IVe
(D7000, 16mm, f/4, 1/20s, ISO1600)

Kraftwerk Plessa IVf
Kraftwerk Plessa IVf
(D7000, 16mm, f/5.6, 1/20s, ISO200)

Kraftwerk Plessa IVg
Kraftwerk Plessa IVg
(D7000, 24mm, f/5.6, 1/50s, ISO200)

Kraftwerk Plessa III – Kohleanlieferung und Außenbunker

Dieser Teil der Serie über das Kraftwerk Plessa zeigt die Kohleanlieferung und den Außenbunker von Innen. Hier kam die Kohle mit dem Zug an und wurde in die Bunker geschüttet. Von dort wurde die Kohle dann zum eigentlichen Kraftwerk gefördert.

Kraftwerk Plessa IIIa
Kraftwerk Plessa IIIa
(D7000, 35mm, f/4, 1/40s, ISO1600)

Kraftwerk Plessa IIIb
Kraftwerk Plessa IIIb
(D7000, 16mm, f/4, 1/13s, ISO100)

Kraftwerk Plessa IIIc
Kraftwerk Plessa IIIc
(D7000, 16mm, f/4, 1/20s, ISO200)

Kraftwerk Plessa IIId – Führerstand der Transportbahn
Kraftwerk Plessa IIId
(D7000, 16mm, f/4, 1/25s, ISO1600)

Kraftwerk Plessa IIIe
Kraftwerk Plessa IIIe
(D7000, 16mm, f/4, 1/5s, ISO400)

Kraftwerk Plessa IIIf
Kraftwerk Plessa IIIf
(D7000, 29mm, f/4, 1/15s, ISO800)

Alle Fotos dieser Serie sind übrigens mit dem Nikon AF-S 16-35mm f/4G VR entstanden. Dessen Bildstabilisator wirklich klasse funktioniert und mich daher davor bewahrt hat, die ISO-Werte zu hoch setzen zu müssen.

50 Shades of … landscape – Landschaftsfotos müssen nicht immer farbig sein

50 shades of ... landscape
(D7000, Nikon AF-S 35mm f/1.8G DX, f/5.6, 1/5000s, ISO100)

Ich war heute mal wieder am Wilisch unterwegs, um zu Fotografieren. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Wilisch und zurück hat man eine herrliche Aussicht hinein ins Vorerzgebirge. Heute war es etwas diesig, was zwar für die Sicht nicht optimal ist, aber für Fotos manchmal umso besser. Denn so werden die Hügel und Berge mit zunehmender Entfernung immer heller. Dadurch bekommt das spätere Foto mehr Tiefe. Das kommt vor allem in schwarzweiß besonders gut zur Geltung. Vor allem wegen dieser sichtbaren Abstufung der Grautöne mit zunehmender Entfernung habe ich mich auch zu dem etwas reißerischen Titel entschlossen. Muss auch mal sein 😉

Ich habe das Foto so in Lightroom bearbeitet, dass es sehr kontrastreich ist und die komplette Bandbreite von richtigem schwarz bis hin zu reinem weiß vorhanden ist. Ich bin der Meinung, dass die Sonne und der Himmel auch gern mal etwas ausbrennen können. Auch die Schatten dürfen hier und da mal absaufen. Warum auch nicht? Es macht bei solchen Aufnahmen viel aus, wenn man die Schwarzweißmischung in Lightroom manuell durchführt und sich nicht auf die Automatik verlässt. Dadurch ist es möglich Kontrast in Bereiche (zum Beispiel die Wiese im Vordergrund) zu bringen, die durch den Kontrastregler (fast) unberührt bleiben.

Ich belichte bei solchen Aufnahmen mit der Spotmessung immer auf den Himmel, aber nicht auf die Sonne. Somit habe ich später noch genug Zeichnung in den hellen Bereichen. Die dunklen Areale des Fotos kann ich dank hinreichender Dynamikreserven nachträglich wieder etwas anheben.