Abgeerntet – was vom Raps übrig blieb

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Letztes Wochenende bin ich mal wieder auf ein Feld in Südbrandenburg gegangen um eine Langzeitbelichtung zu machen. Es ist das gleiche Feld, dass auch im Beitrag „Haida ND-Filter – günstig und gut!“ und auf dem Foto „Alles in Bewegung“ zu sehen ist.
Die Sonne stand schon tief und hüllte alles in ein wunderschönes, warmes Licht. Also machte ich neben meiner Langzeitbelichtung noch ein paar Fotos der stehengebliebenen Raps-Strünke. Und dieses Foto gefiel mir so gut, dass ich es zeigen möchte.

An diesem Foto habe ich mal einen Farblook aus Dom Quichottes Buch „Die Bildlooks der Profis“ benutzt, „Sunglasses“ um genau zu sein. Dann habe ich in Photoshop noch einen Light Leak aus dem Paket „Light Leaks & Flares V6“ von Krolop und Gerst eingefügt. Beides kann ich übrigens nur empfehlen, da man mit ihnen Fotos das gewisse Etwas verleihen kann.

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Windows 10 und die Adobe Creative Cloud

Ja, ich muss zugeben, ich bin einer von denen, die gleich auf Windows 10 umgestellt haben. Die Umstellung von Windows 7 auf Version 10 verlief fast reibungslos. Lediglich die Unterstützung für beide Bildschirme war nicht von Anfang an gegeben. Treiber-Programm von Nvidia gestartet und schon lief alles ohne Probleme. Sogar die Kalibrierungsdaten von den Bildschirmen wurde übernommen. Auch sonst sind keine Daten verloren gegangen. Was mich sehr freut ist, dass auch alle Programme ohne Probleme laufen. Da hat Microsoft wirklich ganze Arbeit geleistet.
Für den Notfall hatte ich natürlich alle Daten gesichert. Nichts wäre ärgerlicher, als wenn meine Masterarbeit und alle Quellen dazu plötzlich weg wären.

Was mich persönlich natürlich auch sehr interessiert hat, war ob denn Lightroom CC und Photoshop CC auf Windows 10 laufen.

Lightroom auf Win10

Das Bibliotheksmodul von Lightroom CC funktioniert einwandfrei mit Windows 10. Auch das Entwickeln-Modul zeigt kein ungewöhnliches Verhalten. Die Geschwindigkeit in Lightroom hat sich nicht verändert. Allerdings startet es bei mir jetzt deutlich schneller.

Photoshop auf Win10

Photoshop läuft bei mir genauso stabil unter Windows 10 wie es das auch schon unter Windows 7 gemacht hat. Auch hier ist von der Geschwindigkeit kein Unterschied festzustellen. Auch beim Start nicht. Es funktionieren auch alle Plugins, die ich getestet habe (Nik Complete Collection, Plugins von Topaz Labs). Und zudem laufen meine Panels (Raya Pro, Beauty Retouch CC 1.2, Contrast Masking 1.2) ebenfalls ohne Einschränkungen.

In meinen Augen ist der Umstieg auf Windows 10 für Nutzer Lightroom CC und Photoshop CC (sowohl das ursprüngliche, als auch Version 2015) kein Problem, also für alle die auch das Fotografen-Abo der Adobe Creative Cloud besitzen. Beide Programme haben heute auch ein kleines Update von Adobe spendiert bekommen. Ob damit die Kompatibilität zu Windows 10 sichergestellt werden sollte weiß ich nicht. Wie es mit LR6 und allen älteren Versionen aussieht und mit Photoshop CS6 und älter bzw. den Elements-Versionen aussieht kann ich leider nicht sagen.

Flug des Orion – Sternschnuppeneffekt

flight of the orion

Dieses Foto mit dem Sternschnuppeneffekt entstand aus 30 Einzelfotos, die ich in Photoshop zusammengefügt habe. Dabei habe ich die Deckkraft der Ebenen schrittweise (gleichmäßig, also jeweils um 1/Fotoanzahl %) erhöht. Wobei ich auf allen Ebenen außer der Hintergrundebene den Modus „Aufhellen“ angewendet habe. Die Richtung von dünn (wenig Deckkraft) nach dick (hohe Deckkraft) könnt ihr dabei frei wählen. Aber Achtung, so eine Bearbeitung braucht recht viel Rechenpower, da die PSD-Datei je nach Anzahl der eingebunden Fotos schnell mehrere Gigabyte groß wird. Deshalb solltet ihr am Ende einfach alle Ebenen auf eine sichtbare reduzieren und schon ist die Datei wieder rechnerfreundlich klein.
Ich habe den Fehler gemacht die Kamera-interne Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen eingeschaltet zu lassen. Diese erstellt ein Schwarzbild mit gleicher Belichtungszeit wie bei der eigentliche Aufnahme. Durch diese zusätzliche Zeit zwischen den einzelnen Fotos sind kleine Lücken zwischen den Sternen entstanden. Das fällt vor allem bei den etwas dunkleren Sternen auf. Nächstes mal bin ich da klüger und schalte sie ab.
Ganz wichtig für solche Fotos ist ein stabiles Stativ, damit die Sterne eine gleichmäßige Spur ziehen und nicht irgendwelche Wellen oder Ausreißer entstehen. Man sollte das Stativ auch auf einen festen Untergrund stellen und auch nicht drum-herum rennen, denn selbst solche Erschütterungen reichen um ein Foto zu verwackeln.

Topaz Glow – Angebot und kleiner Test

Es gibt ja viele Spielereien in Sachen Fotosoftware. Plug-Ins, Ergänzungen schießen wie Pilze aus dem Boden. Die meisten kann man getrost links liegen lassen. Man braucht sie einfach nicht. Vor allem nicht, wenn man Photoshop CC besitzt. Nun hat Topaz Labs Glow vorgestellt. Damit lassen sich ganz verrückte Effekte zaubern, die schwer in Worte zu fassen sind. Aus Strukturen werden Lichtblitze, oder so.

Topaz Glow - vorher und nachher

Topaz Glow – vorher und nachher

Braucht man das? Nicht wirklich. Am Anfang denk man sich, wow, das sieht ja cool aus. Aber nach einer Weile setzt die Ernüchterung ein. Zu speziell ist der Effekt, zu oft wird er wohl gezeigt werden. Es wird wie mit dem HDR-Hype. Erst finden es alle genial und wollen es probieren, dann übertreiben es die meisten und man kann es nicht mehr sehen. Schade eigentlich, denn sowohl HDRI als auch der Glow-Effekt bieten viele Möglichkeiten. Also gilt auch hier das Credo, weniger ist manchmal mehr.

Und genau dabei hilft Glow dem Benutzer, denn der Effekt kann in der Stärke von vornherein angepasst werden. In Photoshop kann man natürlich auch nachträglich die Deckkraft der Ebene senken, aber der Lightroom-Nutzer guckt da normalerweise dumm aus der Wäsche. Ist eine gute Lösung, genau wie die verschiedenen Blend-Modes, die Photoshop entlehnt sind (Normal, Überlagern, Miltiplizieren, weiches Licht, hartes Licht, …). Außerdem lässt sich jede der Effekt-Vorgaben noch genauer anpassen, je nach Geschmack (hier ist ein bisschen Probieren angesagt). Insgesamt ist die Bedienoberfläche sehr übersichtlich und selbsterklärend. Die Vorschauen bauen sich fix auf, da gibt es nichts zu meckern.

Topaz Glow Bedienoberfläche

Topaz Glow Bedienoberfläche

Wer kein Photoshop oder Lightroom besitzt muss nicht traurig sein, denn Topaz Glow funktioniert auch als unabhängiges Programm. RAWs kann es nicht lesen, aber das wäre wohl auch zuviel verlangt.

Abschließend kann ich nur empfehlen, sich Glow mal anzusehen. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit, lässt sich damit die Licht-stimmung auf eine spezielle Art und Weise manipulieren. Ist wie mit vielem natürlich Geschmackssache.

Königstein Glow
Historischer Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein (mit Glow)

Königstein
Historischer Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein (ohne Glow)

Übrigens gibt es Topaz Glow bis zum 31.12. noch für einen reduzierten Preis zu erwerben. $49,99 statt $69,99, einfach „introglow“ als Gutschein-Coupon angeben und schon gibt’s den Rabatt.

Herbstmorgen – wieder Weimar, wieder Park an der Ilm … diesmal jedoch mit Bearbeitungs-Making-of

Am 4. Oktober machte der goldene Herbst seinem Namen alle Ehre. Vor allem am Morgen, als die Sonne noch recht tief stand und der Morgennebel sich langsam lichtete. An diesem Morgen entstanden neben dem Foto „Morgennebel“ noch weitere Bilder. Unter anderem dieses hier:

Herbstmorgen

Es zeigt den Blick vom Römischen Haus in Weimar ins Tal der Ilm.

Im Original sah das Foto jedoch etwas anders aus, da das grelle Gegenlicht zu viel für die besten Linsenbeschichtungen ist. Hässliche Flares zeigten sich an Stellen, an denen sie nicht leicht zu korrigieren sind. Auch leichtes Verschieben des Bildausschnitts beim Fotografieren brachte keine Abhilfe. Die Flares tauchten nur an anderer Stelle wieder auf.

Ausgangsmaterial

Ausgangsmaterial

Also hhieß die Lösung Photoshop. So einfach, wie es Jimmy McIntyre in seinem Youtube-Video erklärt, ging es bei mir nicht. Ich hatte schließlich kein Stativ benutzt und konnte somit nicht einfach zwei Fotos mit identischen Bildausschnitten überlagern. Aber der Grundgedanke ist ähnlich. Ich bearbeitete alle Basisfotos voll-kommen gleich. Also gleiche Raw-Entwicklung in Lightroom und identische Farb- und Detailanpassungen in Color Efex.

Identische Entwicklung der Ausgangsfotos

Identische Entwicklung der Ausgangsfotos

Und nun exportierte ich beide Fotos nach Photoshop. Dort schaute ich mir an, wo die Flares sind, die nicht einfach mit dem Reparatur-pinsel korrigiert werden können. Diese Bereiche sind im anderen Foto fehlerfrei. Folglich musste ich lediglich diesen Bereich kopieren und in das Zielfoto einfügen. Ich habe dafür mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug eine Auswahl erstellt und diese dann als neue Ebene hinzugefügt.

Korrekturauswahl in Photoshop

Korrekturauswahl in Photoshop

Die Korrekturebene habe ich anschließend frei transformiert, da durch die Verschiebung des Bildausschnitts die Proportionen nicht genau gepasst haben. Dieses ganze Prozedere habe ich für mehrere Bereiche durchgeführt. Einige Flecken habe ich ich jedoch nach bewährter Art mit dem Reparaturpinsel ausgebessert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Alles in allem geht so eine Flare-Korrektur recht flott. Ich habe zudem wieder einmal festgestellt, dass es sinnvoll ist, sich eigene Presets in Lightroom zu erstellen. So geht alles viel schneller von der Hand und vor allem kann man so schon eigene Kamera-Farbprofile schon mit anwenden. Auch in Color Efex sind eigene Presets durchaus sinnvoll und beschleunigen das Arbeiten ungemein.

Gläserne Manufaktur Dresden – Making-of Teil 2: Photoshop

Nachdem es im Teil 1 des Making-ofs um den Weg zu den Fotos und um die recht kurze Bearbeitung in Lightroom ging, werde ich in diesem Teil meine Arbeitsschritte in Photoshop erläutern.

Zu allererst muss ich jedoch sagen, dass ich kein Photoshop-Profi bin und jeden Tag noch dazulerne. Also wenn der Workflow ineffizient und nicht erstklassig ist, seht es mir bitte nach.

Ausgangsfoto in Photoshop

Ausgangsfoto in Photoshop

Anhand dieses Fotos möchte ich meinen Weg der Bearbeitung in Photoshop erläutern. Oben seht ihr das Ausgangsfoto; so sah das korrekt belichtete Bild aus. Dieses habe ich dann in Photoshop CC geladen und als Hintergrundebene genutzt.

In Photoshop geladenes Ausgangsbild

In Photoshop geladenes Ausgangsbild

Danach habe ich die anders belichteten Fotos als neue Ebenen eingefügt und diese jeweils schwarz maskiert (entweder die Alt-Taste gedrückt halten beim KLicken aufs Masken-Symbol, oder Maske erstellen und dann Strg+i drücken). Dann habe ich mir angeschaut, welche Bereiche bei welchen Fotos am besten aussahen und die meisten Details zeigten. Die nicht mehr benötigten Ebenen habe ich dann wieder gelöscht.

Erste Ebene: Strukturen wiederherstellen

Erste Ebene: Strukturen wiederherstellen

Die dunkelste Ebene habe ich im Modus weiches Licht und mit 30% Deckkraft angewendet, so sah das Ergebnis am harmonischsten aus. Zudem habe ich die Maskierung nun so angepasst, dass alle über-strahlten Bereiche wieder Zeichnung bekamen. Den Himmel rechts habe ich auch mit dieser Ebene verarbeitet, da ich ihn sowieso sehr dunkel gestalten wollte. Ich habe einfach mit einem weißen Pinsel die schwarzen Bereiche der Maske weiß gemacht, natürlich genau an den Stellen, bei denen ich die Ebene anwenden wollte.

Zweite Ebene: Himmel

Zweite Ebene: Himmel

Die zweite Ebene habe ich im Modus normal mit 100% Deckkraft angewendet, um den Himmel dunkler zu machen. Klar, ich hätte den Himmel folglich bei der ersten Ebene nicht mit maskieren müssen, aber da meine Bearbeitung Ebene für Ebene erfolgte, war es da schon passiert. Ich habe übrigens beim Maskieren häufiger das Polygon-Lasso-Werkzeug genutzt und eine Auswahl erstellt, die ich dann weiß ausgemalt habe. Vor allem bei geraden Gebäudestrukturen und -formen ist diese Methode genauer, als wenn man nur mit dem Pinsel arbeitet. Zudem geht es viel schneller.

Dritte Ebene: Tower

Dritte Ebene: Tower

Die dritte Ebene ist eins von den überbelichteten Foto und die habe ich wieder im Modus weiches Licht angewendet. Die Deckkraft beträgt nur 65%. Durch die erste Ebene bekam ich zwar wieder etwas Zeichnung in die Elemente des Towers, jedoch wurden einige Teil zu dunkel. Ich wollte jedoch, dass die strahlende Beleuchtung des Towers wieder besser zur Geltung kommt. Deswegen habe ich in dieser Ebene wieder etwas Helligkeit in den Bereich des Towers zurückgebracht.

Vierte Ebene: Dach

Vierte Ebene: Dach

Mit der vierten Ebene wollte ich das Dach und Teile der ins Bild ragenden Säule aufhellen und auch etwas Glanz zurückbringen. Diese Ebene habe ich im Modus normal bei 100% Deckkraft angewendet und wieder die entsprechenden Bereiche maskiert. Damit ist der Teil der Bereichskorrekturen was Helligkeit und Strukturen betrifft abgeschlossen. Die vier Ebenen habe ich dann in eine Gruppe mit dem Namen „Bereichskorrekturen“ gepackt, damit ich später noch den Überblick habe, was genau der Zweck jeder Ebene ist.

Retusche

Retusche

Als nächstes habe ich eine leere Ebene hinzugefügt, die ich für die Retusche genutzt habe. Dazu habe ich den Reparatur-Pinsel genutzt. Wichtig dabei ist, dass er die aktuelle und alle darunterliegenden Ebenen aufnimmt, denn sonst kommt es entweder zu einer Fehler-meldung, dass keine Pixel gewählt sind, oder es kann zu ungewollten Ergebnissen kommen, wenn ihr schon weitere Ebenen über der Retusche-Ebene angelegt habt.
Ich habe nun ein paar hässliche Flecke im Dachbereich und die fünf Lichtflecken im Himmel retuschiert.

Schärfen

Schärfen

Der letzte Schritt ist das Schärfen. Dazu habe ich alle Ebenen dupliziert und auf eine Ebene reduziert, das geht ganz leicht mit Shift+Strg+Alt+E. Dann habe ich die Ebene mit der Option Helligkeit und Kontrast im Bild-bzw. Korrekturen-Menü auf -50 gestellt, obei ich die Option „Früheren Wert verwenden“ gewählt habe. Danach habe ich den Hochpassfilter mit einem Radius von 10 Pixeln angewendet. Diese entstehenden Ebene ist natürlich alles andere als schön, da sie eigentlich nur noch Strukturen zeigt, jedoch keine Farben mehr. Also muss sie im Modus lineares Licht angewendet werden, damit eben nur die Strukturen betont werden, nicht aber die Flächen. Weil ich das ganze etwas überschärft fand, habe ich die Deckkraft der Ebene auf 65% zurückgenommen.

Damit ist das Foto fast fertig bearbeitet. Ich habe es dann abschließend nochmal in Lightroom geladen und den leichten Rotstich, den das Lightroom-Preset am Anfang eingefügt hat, wieder entfernt. Während der Bearbeitung in Photoshop wurde mir langsam klar, dass er doch nicht so ganz zu den Fotos passt.

Erst nachdem ich schon fertig mit Bearbeiten war, habe ich ein kurzes Video von Jimmy Mcintyre gesehen, wie das Zusammenfügen verschiedener Belichtungen (auch Exposure-Blending genannt) mit Hilfe von Luminanz-Ebenen noch viel schneller und besser geht. Wenn mal wieder schlechtes Wetter ist, werde ich das mal ausprobieren.

 

Darf man Landschaftsbilder retuschieren? – Meine persönliche Meinung

Ich habe mir am Wochenende das Tutorial „DIGITAL LANDSCAPE“ von Calvin Hollywood auf Youtube angesehen. In dem Training geht es um die Bearbeitung eines Landschaftsfotos mittels Photoshop. Wer Calvin Hollywood kennt, der wird wissen, dass das Endergebnis relativ stark vom Ausgangsmaterial abweicht.

Und hier stellt er selbst die Frage in den Raum, ob man denn Land-schaftsfotos retuschieren darf. Und wenn ja, wie weit man es denn treiben darf. Gute Frage. Habe ich mir selbst auch schon gestellt. Vor allem auf 500px sieht man doch so einige Landschaftsaufnahmen, die einer sehr umfassenden Bearbeitung unterzogen wurden. Ich selbst bin ja auch kein Freund des Out-of-Cam-Looks.

Dresdner Altstadt vorher

Dresdner Altstadt vorher

Das obige Foto habe ich in einer Minute nur in Camera Raw aus dem originalen Raw entwickelt. Ist nicht schlecht. Aber da is so ein häss-licher Flare an der Frauenkirche. Außerdem ist vor dem zweiten Salonschiff ein kleines Motorboot, das mich etwas stört. Also ab in Photoshop damit und anfangen mit Retuschieren.

Dresdner Altstadt nachher Version 1

Dresdner Altstadt nachher Version 1

Neben der Retusche von störenden Elementen habe ich noch ein paar andere Anpassungen vorgenommen (Farbstimmung verstärkt, Wolken betont, Wasser und Gras mit dem Ölfilter aufgehübscht).

Nun stellt sich die Frage, ob das noch authentisch genug ist, um als reines Landschaftsfoto durchzugehen. Meine Meinung ist: ja das ist es. Die Kernaussage und die entscheidenden Bildelemente werden nicht maßgeblich verändert. Als dokumentarisch geht es natürlich nicht mehr durch, aber als Landschaftsfoto durchaus.

Dresdner Altstadt nachher Version 2

Dresdner Altstadt nachher Version 2

Jetzt habe ich (etwas stümperhaft) einfach 3 Wolken oben links eingemalt. Ist das auch noch okay? Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht so recht. Einerseits erzeugen sie eine weitere (gedankliche) Linie zur Sonne hin und erzeugen somit eine Art Dreieck im Bild, das so vorher nicht da ist. Andererseits verändern sie das Bild nicht in der Form, dass ich die Landschaft verändere. Würde ich dezente Strato-cirrus-Wolken, die ja sowieso schon im Bild vorhanden sind, von einem anderen Foto dezent hineinkopieren wäre ich durchaus geneigt es noch als reines Landschaftsfoto durchgehen zu lassen.

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus dem Elbsandsteingebirge.

Jägersteig vorher

Jägersteig vorher

Das Foto oben ist nur in Lightroom bearbeitet. Da fehlt nichts und wurde nichts hinzugefügt.

Jägersteig nachher

Jägersteig nachher

Mit etwas Photoshop-Spielerei sieht es nun so aus. Den Himmel hab ich stark dramatisiert und natürlich ist der Blitz auch neu. Geht das noch als Landschaftsfoto durch? Nein. Der Blitz stellt schon eine maßgebliche Änderung dar. Aus den abziehenden Wolken mit der Aussage, dass die Gefahr vorbei ist, wird etwas völlig anderes. Jetzt scheint das Gewitter noch im vollen Gange zu sein, also die Gefahr nicht gebannt. Ein solches Bild ist dann eher ein Composing, wenn auch ein sehr einfaches. Gleiches gilt, wenn ein markantes Objekt hinzugefügt oder entfernt wird, egal ob Baum, Gebäude, Denkmal, …

Der Grünewalder Lauch muss nun als letztes Beispiel herhalten.

Grünewalder Lauch vorher

Grünewalder Lauch vorher

So sieht das nur mit Camera Raw entwickelte Foto im Original aus. Die Lightroom-Version war noch ausgereifter, aber dort hatte ich auch schon selektiv eingegriffen, was Helligkeit, Kontrast, Sättigung, und und und betrifft.

Grünewalder Lauch nachher

Grünewalder Lauch nachher

Bei dem Foto habe ich nun wieder einiges in Photoshop verändert: Ölfilter, farbige Verläufe, Details verstärkt, Wolken hervorgehoben, selektive Farbkorrektur, Beschnitt geändert, lokale Helligkeits- und Kontrastanpassungen, …
Geht das noch als Landschaftsfoto durch? In meinen Augen nicht wirklich, da ich hier unter anderem den Bäumen einen herbstlichen Look verpasst habe. Das Foto entstand jedoch im Juni. Außerdem sind auch an anderen Stellen die Farben sehr verfälscht. Folglich bleibt vom Original zu wenig übrig, als dass es noch als reines Land-schaftsfoto durchgehen könnte.

Also kurz zusammengefasst, wenn ein Landschaftsfoto in seiner Aussage und in seinen maßgeblichen Elementen und Farben ver-ändert wird, dann ist es in meinen Augen kein reines Landschafts-foto mehr. Werden unwichtige, störende Elemente entfernt, die ohnehin vorhanden (farbliche) Stimmung verstärkt oder sonstige dann sehe ich es immer noch als Landschaftsfoto an. Eine reine S/W-Konvertierung zähle ich nicht unter farblicher Veränderung, Color-Key aber schon.

Ich weiß, dass sicherlich nicht jeder meine Meinung teilen wird. Wie ist eure Meinung zum Thema Retusche bei Landschaftsfotos?

Rauchfotografie – Wie wird’s gemacht?

Ich bin schon länger von Fotos begeistert, bei denen Rauch die Grundlage bildet. Also lag es nah, diese Art der Fotografie einmal selbst zu probieren. Und siehe da, es ist gar nicht so schwer und die Ergebnisse können sich in meinen Augen sehen lassen.

Rauchtrichter

Rauchtrichter

Wie also macht man sowas? Was benötigt man dazu? Letztere Frage ist leicht beantwortet: nicht viel! Was genau liste ich im Folgenden auf:

  1. Fotoapparat
  2. externer Blitz
  3. Funkblitzauslöser
  4. 2 Bögen schwarzer Karton (50x70cm)
  5. Kerzen oder andere Raucherzeuger

Der Funkblitzauslöser ist nicht unbedingt nötig, da man die meisten Blitze auch im Slave-Modus betreiben kann. Jedoch muss man dafür den Kamerablitz aktivieren und kann durchaus ungewollt den Hintergrund beleuchten. Zudem ist bei meinem Setup der externe Blitz von einem Bogen schwarzem Karton umhaust, was die Zuverlässigkeit des Auslösens doch sehr einschränkt. So sieht das Ganze dann aus:

Setup Rauchfotografie

Setup Rauchfotografie

Einen Bogen des schwarzen Kartons habe ich als Hintergrund verwendet (1) und den anderen U-förmig als Abschatter um den Blitz positioniert (2). Der Blitz befindet sich somit nicht sichtbar innerhalb des U (3). Die Öffnung des U zeigt in Richtung Kerze (4) und ist parallel zum Hintergrund ausgerichtet. Das ganze Setup ist innerhalb von 2 Minuten aufgebaut. Man fotografiert jetzt einfach in Richtung Hintergrund.

Man hat beim Fotografieren zwei Möglichkeiten. Entweder man nutzt ein Stativ und löst die Kamera aus der Ferne aus oder man hat eine Assistentin (oder einen Assistenten) und fotografiert frei Hand. Der Vorteil bei Variante zwei ist, dass man den Rauch gleich aus Kamerasicht sieht und den Bildausschnitt entsprechend situativ anpassen kann. Variante eins kommt dafür ohne zweite Person aus. Ich habe mich für Variante zwei entschieden und zusammen mit meiner Freundin fotografiert, wobei wir die Rollen (Fotograf und Assistenz) auch mal getauscht haben. Ihre Idee war es auch, die Kerze mit einem Luftballon auszupusten; durch schnelles Ablassen der Luft.

So sieht dann ein unbearbeitetes Ergebnis aus:

Kerze und Rauch

Kerze und Rauch

Das ist zwar ganz nett, aber noch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich wusste aber vorher, dass es ohne Photoshop nur schwer geht. Will man ohne Bildbearbeitung auskommen, so muss man sein Setup etwas komplizierter gestalten und mit Farbgels vor den Blitzen arbeiten. Es geht jedoch einfacher in PS. Ich möchte hier jetzt zeigen, wie das Eingangsbild entstanden ist.

Am Anfang habe ich das Ausgangsfoto in Lightroom ein wenig bearbeitet. Und zwar zuerst beschnitten, dann in monochrom umgewandelt. Dazu noch etwas an den Reglern zu Kontrast, Schwarz- und Weißwert, sowie Klarheit gedreht. Einfach, um einen komplett schwarzen Hintergrund zu erzeugen und etwas mehr Tiefe in den Rauch zu bekommen. Danach habe ich das Bild in Photoshop Elements exportiert:

Start

Start in PSE

In PSE habe ich nun drei Einstellungsebenen „Farbton/Sättigung“ eingefügt, um bestimmte Bereiche des Bildes einzufärben. Dabei habe ich den Ebenen jeweils unterschiedliche Farben zugeordnet. Wichtig ist, dass die Ebenen weiche Kanten haben, damit die Farben sanft ineinander übergehen.

farbiger Rauch

farbiger Rauch

Man muss bei der Farbwahl vorher entscheiden, ob man einen weißen Hintergrund möchte, oder einen schwarzen. Möchte man später einen weißen HG, so muss man beim Einfärben die Negativfarben wählen. Den Farben werden in PSE Werte zwischen 0 und 360 zugeordnet, also muss man von seiner Zielfarbe 180 abziehen, um die entsprechende Negativfarbe zu erreichen. Ich wollte einen weißen HG. Daher musste ich nun das gesamte Bild invertieren.

farbiger Rauch invertiert

farbiger Rauch invertiert

Die schräge Ausrichtung des Rauchs lud förmlich zur Erzeugung eines symmetrischen Bildes ein. Also habe ich das Bild noch gespiegelt und anschließend neu zusammengefügt.

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

Nun war das Bild fast fertig. Abschließend habe ich die TIF-Datei aus PSE wieder in Lightroom importiert und noch etwas verfeinert, um ein bisschen mehr Plastizität zu erzeugen.

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachmachen =)

P.S. Es wird noch ein kleine Galerie zum Thema Rauchfotografie geben.

Als Bonus noch ein Schnappschuss von mir beim Fotografieren =D

bei der Arbeit

bei der Arbeit 😉