Rauchende Amphore – es darf wieder geraucht werden

Heute möchte ich euch ein Foto meines neuen Fotoprojekts zeigen. Es geht um Rauchfotografie. Vor einiger Zeit habe ich dazu schon mal eine kleine Anleitung geschrieben. Dort hatte ich vor allem die nachträgliche Einfärbung in Photoshop beschrieben. Diesmal kam zwar auch Photoshop zum Einsatz, allerdings nur für kleinere Korrekturen.

smoking amphora

Diesmal geht es vielmehr um die Verbindung von Objekten und Rauch. Ich hatte das schon mal mit einem Räuchermann versucht, das Ergebnis war aus Mangel an Rauch aber nicht so, wie ich das gern gewollt hätte.

Das Problem waren damals die Räucherkerzen, die kaum Rauch erzeugten. Also mussten diesmal wieder Kerzen ran, die ausgepustet werden. Manche erzeugen da mehr, andere weniger Rauch. Am besten ist es, wenn der Docht noch eine Weile nachglimmt, dann gibt’s für längere Zeit schöne Rauchspuren.

Die Idee mit der Amphore ist übrigens meiner Freundin gekommen, sie ist manchmal halt die etwas kreativere von uns beiden. Ein Teelicht hat gerade so durch den Hals gepasst. Mit meinem Blasebalg war es dann möglich, die Kerze im Inneren auszupusten. Es funktioniert natürlich nicht bei jedem Versuch gleich gut. Mal ist der Rauch zu dünn, mal entschwebt er in die falsche Richtung und manchmal kommt gar nichts. Geduld muss man da schon haben.

Das Lichtsetup war übrigens recht simpel. Im Prinzip ist es ein seitliches Blitzlicht (mit Grid für gerichtetes Licht mit wenig Steuung), ein schwarzer Hintergrund, schwarze Unterlage und ein Stück weißer Karton als Aufheller/Reflektor. Die Kamera habe ich aufs Stativ gepackt. Den Bildausschnitt habe ich vorher festgelegt, ebenso habe ich vorher fokussiert. Somit war ich dann sicher, dass der Fokus sitzt und musste eigentlich nur noch auslösen. Die Einstellungen für das obige Foto waren: 50mm, f/8, 1/125s bei ISO100. Bei anderen Objekten musste ich etwas mit der Blitzleistung und den Blendeneinstellungen experimentieren, bis es gepasst hat. Geblitzt habe ich mit einem Yongnuo YN560 (den Mark I, den ich habe gibt’s leider in dieser Bauart nicht mehr) und ausgelöst wie immer mit meinen Pixel Kings.

Lichtsetup für "Rauchende Amphore"

Lichtsetup für „Rauchende Amphore“

In der Nachbearbeitung habe ich auch wieder Topaz Glow verwendet, um den Rauch noch etwas leuchtender und knackiger zu bekommen. Größere Rußpartikel, die etwas gestört haben, habe ich in Photoshop mit dem Reparaturpinsel, bzw. dem Bereichs-reparaturwerkzeug entfernt.

Es werden noch weitere Fotos vom Shooting folgen. Es bieten sich ja einige Objekte an, denen man mit Rauch etwas Stimmung einhauchen kann.

Da das Wetter in den letzten Tagen eher weniger dazu geeignet war über die Weihnachtsmärkte zu ziehen, habe ich stattdessen einen meiner Räuchermänner fotografiert. Was so ein richtiges „Raachermannl“ sein will, muss natürlich auch ein bissl „nabeln“. Also ein Raacherkarzle angemacht und schon kommt weihnachtliche Stimmung auf.

Räuchermann

Leider erzeugen die guten Räucherkerzen (z.B. die von der Firma Huss) einen sehr feinen Rauch, der sich kaum fotografieren lässt. Die Billigen eignen sich besser, riechen aber dafür nicht so gut und brennen viel schneller ab. Deswegen ist nicht so viel Rauch zu sehen, wie bei meinem Beitrag zu Rauchfotografie.

Räuchermann

Rauchfotografie – Wie wird’s gemacht?

Ich bin schon länger von Fotos begeistert, bei denen Rauch die Grundlage bildet. Also lag es nah, diese Art der Fotografie einmal selbst zu probieren. Und siehe da, es ist gar nicht so schwer und die Ergebnisse können sich in meinen Augen sehen lassen.

Rauchtrichter

Rauchtrichter

Wie also macht man sowas? Was benötigt man dazu? Letztere Frage ist leicht beantwortet: nicht viel! Was genau liste ich im Folgenden auf:

  1. Fotoapparat
  2. externer Blitz
  3. Funkblitzauslöser
  4. 2 Bögen schwarzer Karton (50x70cm)
  5. Kerzen oder andere Raucherzeuger

Der Funkblitzauslöser ist nicht unbedingt nötig, da man die meisten Blitze auch im Slave-Modus betreiben kann. Jedoch muss man dafür den Kamerablitz aktivieren und kann durchaus ungewollt den Hintergrund beleuchten. Zudem ist bei meinem Setup der externe Blitz von einem Bogen schwarzem Karton umhaust, was die Zuverlässigkeit des Auslösens doch sehr einschränkt. So sieht das Ganze dann aus:

Setup Rauchfotografie

Setup Rauchfotografie

Einen Bogen des schwarzen Kartons habe ich als Hintergrund verwendet (1) und den anderen U-förmig als Abschatter um den Blitz positioniert (2). Der Blitz befindet sich somit nicht sichtbar innerhalb des U (3). Die Öffnung des U zeigt in Richtung Kerze (4) und ist parallel zum Hintergrund ausgerichtet. Das ganze Setup ist innerhalb von 2 Minuten aufgebaut. Man fotografiert jetzt einfach in Richtung Hintergrund.

Man hat beim Fotografieren zwei Möglichkeiten. Entweder man nutzt ein Stativ und löst die Kamera aus der Ferne aus oder man hat eine Assistentin (oder einen Assistenten) und fotografiert frei Hand. Der Vorteil bei Variante zwei ist, dass man den Rauch gleich aus Kamerasicht sieht und den Bildausschnitt entsprechend situativ anpassen kann. Variante eins kommt dafür ohne zweite Person aus. Ich habe mich für Variante zwei entschieden und zusammen mit meiner Freundin fotografiert, wobei wir die Rollen (Fotograf und Assistenz) auch mal getauscht haben. Ihre Idee war es auch, die Kerze mit einem Luftballon auszupusten; durch schnelles Ablassen der Luft.

So sieht dann ein unbearbeitetes Ergebnis aus:

Kerze und Rauch

Kerze und Rauch

Das ist zwar ganz nett, aber noch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich wusste aber vorher, dass es ohne Photoshop nur schwer geht. Will man ohne Bildbearbeitung auskommen, so muss man sein Setup etwas komplizierter gestalten und mit Farbgels vor den Blitzen arbeiten. Es geht jedoch einfacher in PS. Ich möchte hier jetzt zeigen, wie das Eingangsbild entstanden ist.

Am Anfang habe ich das Ausgangsfoto in Lightroom ein wenig bearbeitet. Und zwar zuerst beschnitten, dann in monochrom umgewandelt. Dazu noch etwas an den Reglern zu Kontrast, Schwarz- und Weißwert, sowie Klarheit gedreht. Einfach, um einen komplett schwarzen Hintergrund zu erzeugen und etwas mehr Tiefe in den Rauch zu bekommen. Danach habe ich das Bild in Photoshop Elements exportiert:

Start

Start in PSE

In PSE habe ich nun drei Einstellungsebenen „Farbton/Sättigung“ eingefügt, um bestimmte Bereiche des Bildes einzufärben. Dabei habe ich den Ebenen jeweils unterschiedliche Farben zugeordnet. Wichtig ist, dass die Ebenen weiche Kanten haben, damit die Farben sanft ineinander übergehen.

farbiger Rauch

farbiger Rauch

Man muss bei der Farbwahl vorher entscheiden, ob man einen weißen Hintergrund möchte, oder einen schwarzen. Möchte man später einen weißen HG, so muss man beim Einfärben die Negativfarben wählen. Den Farben werden in PSE Werte zwischen 0 und 360 zugeordnet, also muss man von seiner Zielfarbe 180 abziehen, um die entsprechende Negativfarbe zu erreichen. Ich wollte einen weißen HG. Daher musste ich nun das gesamte Bild invertieren.

farbiger Rauch invertiert

farbiger Rauch invertiert

Die schräge Ausrichtung des Rauchs lud förmlich zur Erzeugung eines symmetrischen Bildes ein. Also habe ich das Bild noch gespiegelt und anschließend neu zusammengefügt.

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

farbiger Rauch invertiert und gespiegelt

Nun war das Bild fast fertig. Abschließend habe ich die TIF-Datei aus PSE wieder in Lightroom importiert und noch etwas verfeinert, um ein bisschen mehr Plastizität zu erzeugen.

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachmachen =)

P.S. Es wird noch ein kleine Galerie zum Thema Rauchfotografie geben.

Als Bonus noch ein Schnappschuss von mir beim Fotografieren =D

bei der Arbeit

bei der Arbeit 😉