Testbericht Fujifilm X-M1

Um es vorweg zu nehmen, ich bleibe Nikon treu und wechsle nicht zum Fuji X-System. Aber wie heißt es so schön, auch andere Mütter haben schöne Töchter. Also warum dann nicht mal einen Blick über den Tellerrand wagen?

Fuji X-M1

Fuji X-M1

Schon seit letztem Jahr befindet sich eine Fuji X-M1 mit 16-50mm Objektiv in unserem Haushalt und ich hatte genug Gelegenheit mich mit ihr zu befassen. Habe unter anderem bei einer Hochzeit mit ihr fotografiert. Aber eigentlich gehört sie ja meiner Freundin. Sie hat sie sich gekauft, da ihre Kompaktkamera unbrauchbar (fieser Schmutz im Objektiv) geworden war. Ich riet ihr damals zu einer Systemkamera. Ehrlich gesagt war ich selbst auch sehr neugierig, was so eine Spiegellose kann. Ich nehme es vorweg, sie ist ein feines Gerät und ich bereue meine Empfehlung nicht.

Ich fange am besten mal mit dem Äußeren an. Die Fuji X-M1 hat einen Kunststoff-Body. Im Netz wird der oft als wenig wertig und billig beschrieben. Kann ich so nicht bestätigen. Ja klar, eine echte Belederung wäre haptisch besser und würde den Retro-Style noch verstärken, aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Der Body alleine kostet nur rund 450€ und ist vollgestopft mit feinster Technik. Dass man da ein paar Abstriche machen muss, sollte klar sein. Der Kunststoff ist wie eine Belederung strukturiert und bietet genug Halt, es sei denn man hat schwitzige Hände, dann wird er schnell glatt. Aber die kleine Griffwulst vermittelt zusätzliche Sicherheit, zumindest ein bisschen.

Batterie- und Kartenfach der Fuji X-M1

Batterie- und Kartenfach der Fuji X-M1

Es ist nicht alles gelungen, was das Gehäuse betrifft. Das Stativgewinde liegt erstens nicht mittig auf der Bildachse und zweitens so nah am Batterie- und Kartenfach, dass dieses bei angeschraubter Wechselplatte nicht mehr auf geht. Was hat sich Fuji dabei gedacht? Finde ich nicht gut gelöst.

Bedienelemente Fuji X-M1

Bedienelemente Fuji X-M1

Die Bedienelemente sind alle gut erreichbar angeordnet, auch für kleinere Frauenhände. Die zwei Einstellräder liegen recht nah beieinander, aber das macht die Einhandbedienung leichter. Das Moduswahlrad liegt weiter weg und damit verstellt man auch nichts aus Versehen. Die Knöpfe für die grundlegende Bedienung sind logisch angeordnet und man findet sich sofort zurecht, wenn man schon mal eine Digitalkamera in der Hand hatte. Allerdings lassen sich die Knöpfe mit dünnen Handschuhen kaum mehr bedienen, da sie recht klein und ins Gehäuse eingelassen sind.

Blitz der Fuji X-M1

Blitz der Fuji X-M1

Der integrierte Blitz ist für seine Größe verdammt stark (LZ 7). Er klappt, nein er schnellt eher, per Knopfdruck aus dem Gehäuse und ragt hoch empor. Aber das Ganze wirkt doch etwas filigran. Ist eine Streulichtblende auf das Objektiv gesetzt, gibt’s eine unschöne Abschattung im Bild, aber das Problem haben eigentlich alle integrierten Blitze.

Klappbildschirm und Quickmenü der Fuji X-M1

Klappbildschirm und Quickmenü der Fuji X-M1

Sehr gut finde ich den klappbaren Bildschirm. Der wirkt von der Mechanik her nicht so klapprig, wie diese dreh- und kippbaren Bildschirme. Er löst mit 921k auch gut auf, aber das setze ich heutzutage auch voraus. Und noch besser finde ich das Quickmenü, in dem man alle grundlegenden Einstellungen vornehmen kann. Ist sehr gut gelöst und lässt auch keine Knöpfe für die direkte ISO-Wahl, oder für den Fokusmodus vermissen. Das richtige Menü ist übersichtlich und klar strukturiert. Es kommt Nikon-Nutzern von seiner Art her bekannt vor. Ich kam sofort damit zurecht. Die X-M1 hat integriertes WiFi und Fuji bietet für iOS und Android ein entsprechende App an. Ich hab mich damit noch nicht näher beschäftigt.

Fuji XC 16 - 50mm F3.5-5.6 OIS

Fuji XC 16 – 50mm F3.5-5.6 OIS

Das Objektiv, das es im Kit mit der X-M1 gab, ist besser als gedacht. Es hat zwar nur ein Kunststoff-Bajonett, und besteht auch sonst nur aus Kunststoff, aber die optischen Leistungen sind klasse. Egal bei welcher Brennweite, es ist bei Offen-blende schon sehr scharf. Es verzeichnet am weitwinkligen Ende etwas, aber das ist noch vollkommen okay. Fuji bietet für das X-System noch so einige andere Objektive an. Aber die meisten davon liegen preislich in den hohen dreistelligen Euro-Bereichen. Dafür sollen sie von exzellenter (optischer) Qualität sein.

Der Autofokus ist nicht der schnellste, aber das liegt wohl nicht am Objektiv. Das X-System ist nicht für seinen Autofokus berühmt, sondern für seine Sensoren. Beim Manuellen Fokussieren steht Fokus-Peeking zur Verfügung. Klappt sehr zuverlässig. Ein Klick auf das hintere Einstellrad und schon landet man in der 100%-Ansicht. Finde ich sehr gut umgesetzt.

Der X-Trans-Sensor ist der Wahnsinn! Er hat 16MP, genau wie meine D7000, aber ist deren Sensor um einiges überlegen. Und zwar in allen Belangen. Farbwiedergabe? Besser, vor allem die Hauttöne sind realistischer. Dynamikumfang? Besser, sowohl was Tiefen, als auch Lichter betrifft. Rauschverhalten? Mindestens eine Blende besser. Detailwiedergabe und Schärfe? Einfach nur WOW! Was die X-M1 an Details raushaut ist der Wahnsinn. Während der Hochzeit meiner Schwägerin habe ich mit der X-M1 viele Fotos gemacht und die meisten davon bei ISO-Werten über 1600. Die Ergebnisse sind sehr gut. Selbst bei ISO3200 besitzen die RAWs noch ein paar Reserven (vor allem in den Lichtern), dass in der Nachbearbeitung einiges machbar ist.

Ich hab mal drei Beispielfotos in voller Größe in die Galerie gepackt. Da kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Fazit

Die Fuji X-M1 ist eine durchdachte (bis auf das Stativgewinde) Systemkamera zu einem fairen Preis. Der 16MP X-Trans-Sensor ist einfach klasse. Mit Adaptern kann man auch so manche Objektivschätze anderer Hersteller und Epochen an ihr nutzen (ich mache das mit meinen Nikon-Objektiven so), nur halt ohne Autofokus. Aber das gut funktionierende Fokus-Peeking greift einem da gut unter die Arme.

Ich kann die X-M1 nicht mit anderen Systemkameras vergleichen, daher weiß ich nicht, wie die sich, vor allem was die Bildqualität betrifft, schlagen. Aber ich finde die Fuji X-M1 trotzdem sehr empfehlenswert.

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Happy End – ein besonderer Bildband von Dietmar Eckell

Gestern habe ich euch den Bildband Logbuch Vietnam vom Stilpiraten Steffen Böttcher vorgestellt. Heute soll es um das Buch „Happy End“ von Dietmar Eckell gehen. 
Auch dieser Bildband ist besonders, aber diesmal nicht des Autors wegen, sondern wegen seiner Entstehung und seinem Inhalt. Entstehen konnte das Buch nur dank Crowdfunding. Dietmar Eckell sammelte für seine Idee, ein Buch aus seinen Fotos zu machen über 57.000 Dollar. Wahnsinn, denn sein Ziel waren eigentlich nur 4000 Dollar. Und nun zu den Fotos. Worum geht es?

Dietmar Eckell - Happy End

Dietmar Eckell – Happy End

Dietmar Eckell hat 15 Flugzeuge auf 4 Kontinenten fotografiert, soweit so gut. Doch alle diese Flugzeuge haben zwei Dinge gemeinsam. Erstens, ihre Landungen waren eher unfreiweillig und zweitens, alle Insassen haben überlebt und wurden gerettet. Gerettet aus teilweise tiefster Einöde. Westliche Sahara, Island, Kanadische Wildnis, und und und.

Dietmar Eckell - Happy End

Ein Flugzeug mitten in der westlichen Sahara.

Neben den sehr schönen und teilweise unwirklich wirkenden Fotos, gibt es zu jedem Flugzeug noch die passende Historie dazu. Die Texte sind sehr interessant und hauchen den Fotos etwas Leben ein. Aber Achtung, das gesamte Buch ist in englischer Sprache verfasst. Keine Angst, die Texte sind kurz und in meinen Augen leicht verständlich.

Dietmar Eckell - Happy End

Ein Foto und die Geschichte zur versunkenen Vought F4U Corsair.

Auf jeder Seite ist höchstens ein Foto zu sehen, was bei dieser Art von Fotos in meinen Augen optimal ist. Auch doppelseitige Aufnahmen sind zu finden. Der Druck ist hervorragend und die Qualität des Buches im Allgemeinen sehr gut. Vielleicht hätten es bei dem ein oder anderen Flugzeug noch ein oder zwei Fotos mehr sein können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Dietmar Eckell - Happy End

Die Fotos im Buch haben Platz zum Wirken und der Druck ist auf ganz hohem Niveau.

Ich persönlich mag ja alle Arten von Fortbewegungsmitteln, ganz besonders jedoch Fluggeräte. Und allein schon deshalb mag ich diesen Bildband von Dietmar Eckell. Dass noch wunderbare Landschaften dazukommen ist für mich das Tüpfelchen auf dem i. Lost Places mal anders, ganz anders. Wer das Buch „Happy End“ kauft, der bekommt als besonderes Schmankerl noch ein eBook über die Entstehung der Fotos dazu. Auch das ist sehr interessant und lesenswert. 35€ (inkl. Versand in Europa) die sich in meinen Augen auf jeden Fall lohnen, denn dieser Bildband ist sehr gut und mal etwas anderes.

Dietmar Eckell - Happy End

Dietmar Eckell – Happy End … besondere Fotos von besonderen Flugzeugen

Für Freunde von Lost Places und Landschaftsfotografie empfehle ich die Seite von Dietmar Eckell: http://www.dietmareckell.com/.

Logbuch Vietnam – ein Bildband vom Stilpiraten Steffen Böttcher

Mitte Januar 2013 machte sich der Fotograf Steffen Böttcher, auch bekannt als „Stilpirat“, auf den Weg nach Vietnam. Seine Frau meinte damals, dass er mal wieder raus müsste. Zum Glück! Denn ohne sie wäre dieses Buch wohl nie entstanden. Und das wäre echt schade, denn es ist mehr als nur ein Bildband von Vietnam. Es ist eine Reise in Buchform.

Logbuch Vietnam

Mehr als nur ein Bildband, eine Reise in Buchform.

Steffen Böttcher nahm seine Blog-Leser schon damals mit auf seine Reise, fast jeden Tag gab es einen Beitrag mit einigen Fotos und eine typische Stilpirat-Beschreibung des Erlebten. Es war ein Genuss, drei Wochen lang seine „Abenteuer“ in Vietnam im Prinzip „live“ mitzuerleben. Wer damals nicht mitgelesen hat, der hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder auf http://www.stilpirat.de/ nach Vietnam suchen und die alten Beiträge durchforsten, oder aber sich das Logbuch Vietnam zuzulegen. Ich musste das Buch unbedingt haben, erstens weil ich wie gesagt seine Beiträge schon sehr gemocht hatte und zweitens, weil ich Bildbände (und Bücher im Allgemeinen) sehr mag. Zum Geburtstag habe ich es dann bekommen. 184 Seiten Vietnam. 184 Seiten Stilpirat.

Logbuch Vietnam

Es ist nicht einfach nur ein Bildband, vollgestopft mit vielen Fotos von Vietnam. Nein, denn zu jedem Abschnitt gibt es mal mehr, mal weniger Worte vom Stilpiraten. Er erzählt in unnachahmlicher Weise, was er erlebt hat und was ihn bewegte. Es sind die selben Texte, wie in seinen Blog-Beiträgen vom Januar/Februar 2013 und das ist auch gut so. Warum ändern, was treffender nicht formuliert sein könnte? Allerdings gibt es bedeutend mehr Fotos zu bestaunen. Diese nehmen manchmal eine ganze Doppelseite ein, manchmal sind aber auch bis zu zwölf Fotos auf einer Seite untergebracht. Überladen wirkt jedoch keine Seite. Steffen Böttcher versteht es, ein perfektes Fotobuch zu erstellen!

Logbuch Vietnam

Mal mehr, mal weniger Worte.

Da er die Reise im Vorhinein nicht wirklich geplant hatte, kam er in den Genuss, Dinge zu sehen, die ein normaler Tourist sonst nicht sieht. Glücklicherweise, denn Vietnam hat offenbar viel mehr zu bieten als man denkt. Steffen Böttcher zeigt alles, Land und Leute, Tradition und Moderne, Städte und Landschaften. Immer wieder gespickt mit teilweise sehr amüsanten, aber auch zum Nachdenken anregenden Episoden. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, aber Reichtum und Wohlstand ersetzen eben auch kein Glück.

Logbuch Vietnam

Mondfest in Hoi An

Mich hat das Buch begeistert und ich sehe es mir immer wieder gern an. Ja, 49€ sind nicht wenig für ein Buch. Aber das ist es wert, denn es hebt sich nicht nur vom Inhalt von anderen Bildbänden ab, sondern auch von der Qualität. Eine echte Reise nach Vietnam kann das Logbuch Vietnam freilich nicht ersetzen, aber es ist nah dran.

Logbuch Vietnam

Kein Bildband wie jeder andere, das Logbuch Vietnam.

Ich kann das Logbuch Vietnam von Steffen Böttcher nur empfehlen und würde es mir jederzeit wieder zulegen, wenn ich es nicht schon hätte.

Tamrac Expedition 7 Fotorucksack

Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eines Tamrac 5587 Expedition 7 Fotorucksacks. Ich wollte schon länger einen neuen, größeren Fotorucksack. Mein bisheriger Rucksack, der Lowepro Pro Runner 200AW hat sich mittlerweile beim Wandern als sehr ungeeignet herausgestellt. Nach einiger Recherche kam ich auf den Tamrac Expedition 7, der einerseits groß und gut gepolstert ist, andererseits aber nicht so teuer ist, wie z.B. ein Lowepro Pro Trekker 600AW. Zudem wollte ich mein Stativ (Manfrotto 055XPROB), das ja nicht ganz so kompakt und leicht ist, am Rucksack befestigen können. Auch das kann der Tamrac. Was genau diesen 210€-Rucksack für mich perfekt macht, werde ich in diesem Beitrag näher beleuchten.

Tamrac Evolution 7 vs Lowepro Pro Runner 200AW

Größenvergleich: Lowepro Pro Runner 200AW vs. Tamrac Evolution 7 (mit Stativ)

Auf dem Foto ist klar zu sehen, dass das ein großer Sprung in Sachen Größe ist. Außerdem sieht man, dass die Tragegurte des Lowepro sehr dünn und kaum gepolstert sind.

Tragesystem des Tamrac

Tragesystem des Tamrac

Der Tamrac hingegen hat ein besseres Tragesystem, schon allein durch die viel bessere Polsterung, als auch durch den gut funktionierenden Hüftgurt. Dieser verteilt beim Tragen des Rucksacks einiges an Gewicht von den Schultern weg, hin zu den Hüften. Dass das Rückenpolster nicht durchgängig ist, soll dafür sorgen, dass man nicht so schnell schwitzt. Das ist aber auch nur graue Theorie. Ich hab bis jetzt bei jedem Rucksack, auch mit noch so ausgeklügelten Lüftungssystemen, am Rücken geschwitzt. Einzig, es ist angenehmer zu tragen, wenn das nasse Shirt oder Hemd nicht die ganze Zeit und großflächig am Rücken „anklatscht“.

Nun aber zu den wesentlichen Dingen. Wieviel passt rein? Ums kurz zu machen: sehr viel! Meine D7000 passt mitsamt all meinen Objektiven und allerlei Zubehör locker rein. Das Hauptfach ist, wie fast immer bei solchen Rucksäcken, durch gepolsterte Stege unterteilt, die man beliebig verschieben kann und die mittels Klett fixiert werden. Bei mir sieht das Hauptfach jetzt so aus:

Hauptfach - mit Blitz und Pixel Kings

Hauptfach – mit Blitz und Pixel Kings

Man sieht, da ist noch Platz. Ich habe das eine Fach, in dem der Blitz liegt, mit Absicht so groß gelassen, denn so bekomme ich ohne Umkletten, eine 1,5l-Flasche rein. Unabdingbar bei längeren Touren. Ich will ja auch nicht, dass meine Freundin immer die Getränke schleppen muss …

SAM_1730Auf der Innenseite der Klappe vom Hauptfach sind drei Klarsicht-Fächer angebracht, in denen man allerlei Zubehör unterbringen kann. Ich nutze sie vor allem für meine Filter, Putztücher und Objektivdeckel, und für Dinge, die ich für Langzeitbelichtungen benötige (Stoppuhr, Fernauslöser, Sucherbadeckung, Taschenlampe).

Innenseite der Klappe vom Hauptfach

Innenseite der Klappe vom Hauptfach

Dann gibt es noch ein Fach im Deckel, in das ein Laptop passt. Ich werde es für eine Jacke und mein Nexus 7 nutzen. Auf der Außenseite der Klappe sind einerseits zwei weitere Fächer vorhanden, als auch die Fixierpunkte für das Stativ.

Vorderseite des Tamrac

Vorderseite des Tamrac

In den Zwei Fächern kann man wieder allerlei Kleinzeug unterbringen, z.B. Speicherkarten und Batterien/Akkus. Ich hab dort noch ein USB-Kabel drin, weitere Putztücher und meine Weißabgleichkarte. Eine sehr praktische Lösung ist das „Memory & Battery Management System™“. Es ist an jeder kleinen Tasche für die Speicherkarten und Batterien eine rote Lasche angebracht. Diese kann man nun in der Tasche belassen oder nach außen klappen. Dadurch ist es leicht möglich, erkennbar zu machen, welche Speicherkarten voll sind, bzw. welche Batterien/Akkus leer sind.

Memory & Battery Management System™

Memory & Battery Management System™

Das Stativ ist wirklich schnell am Rucksack befestigt. Zwei Stativbeine werden in die dafür vorgesehene Tasche geschoben und dann werden noch drei Bänder mit Schnellverschlüssen um das Stativ gezogen. Man hat jedoch keinen Zugriff auf das Hauptfach, wenn die oberste Sicherung fixiert ist. Will man ans Fach, muss man nur den einen Schnellverschluss lösen und schon kommt man schnell an sein Equipment. Alles in allem weckt die Befestigung am Rucksack Vertrauen.

Stativbefestigung

Stativbefestigung

Fazit

Der Tamrac 5587 Expedition 7 ist ein wandertauglicher Fotorucksack mit tollen Detaillösungen und einer sehr guten Verarbeitung. Ja, er ist mit zur Zeit ca. 210€ nicht ganz billig, aber man bekommt hier einen nahezu perfekten Rucksack für längere Fototouren, der auch mal was wegstecken kann. Alle Reißverschlüsse sind entweder gummiert, oder mit einem regenfesten Überzug versehen, sodass auch bei schlechtem Wetter die Fotoausrüstung geschützt ist. Alles in allem kann ich den Rucksack nur empfehlen!

Nachtrag

Nach den ersten Touren bestätigt sich mein erster Eindruck. Der Rucksack trägt sich sehr gut, auch nach längeren Touren (mit angehangenem Stativ) gibt es keine Rücken- oder Schulterschmerzen. Ich bin rundum zufrieden!

Pixel King … oder nie wieder Blitzsynchronzeit

Bisher habe ich zum Auslösen entfesselter Blitze entweder das Nikon CLS oder Funkblitzauslöser namens Pixel Soldier genutzt. Ersteres ist draußen im Sonnenschein sehr unzuverlässig und letzteres erlaubt keine Übertragung von TTL-Einstellungen. Eine Funklösung hat jedoch den Vorteil, dass man dan Blitz nicht „sehen“ muss, also keine optische Verbindung bestehen muss. Da liegt es doch nahe, den nächsten Schritt zu gehen und sich TTL-Funkblitzauslöser anzuschaffen. Die Frage ist nur, welche nimmt man? Platzhirsch ist hier Pocket Wizard, aber ich wollte beim besten Willen keine 400€ für zwei Transceiver ausgeben. Also musste ich weitersuchen und schnell kam ich auf die Pixel Kings. Die können auch HSS, was mir sehr gelegen kommt. Gerade bei Gegenlichtaufnahmen ist es sehr günstig, wenn man beim Aufhellblitzen die Blitzsynchronzeit umgehen kann. Klar, man könnte auch Graufilter nehmen, aber da ist man weniger flexibel in meinen Augen. Eine Alternative stellen die Yongnuo YN-622* dar, aber die gibt gab es leider nur für Canon. (Kleiner Nachtrag: Mittlerweile gibt es die auch für Nikon und sie sind eine günstige und teilweise bessere Alternative für die Pixel Kings.)

Der folgende Test handelt hauptsächlich von der HSS-Funktion, denn TTL ist bei den Pixel Kings weniger spannend und das können auch andere Funkblitzauslöser, die noch etwas günstiger sind.

Gestern nun kamen die Pixel Kings an, circa 170€ für einen Sender und einen Empfänger. Das ist vollkommen okay, finde ich. Verarbeitung ist super, und gibt keinen Grund zum Meckern. Eine Stofftasche ist mit dabei, ganauso, wie Verbindungskabel, z.B. für Studioblitz und für Firmwareupdates. Ein Kunststoffständer ist auch dabei.

pixel king funkblitzauslöser lieferumfang neugi85

der Lieferumfang des Pixel King … den Ständer hatte ich vergessen auszupacken ^^

Der Sender hat einen Metall-Blitzfuß mit den Blitzkontakten, der Empfänger einen Kunststufffuß mit eingelassenem Metall-Stativgewinde.

pixel king funkblitzauslöser neugi85

so sehen Sender (links) und Empfänger (rechts) von unten aus

Batterien oder Akkus werden ganz normale AA (bzw. R6) benötigt, keine schwer zu beschaffenden Knopfzellen oder ähnliches. Finde ich sehr praktisch!

Nun zur Funktion. Sie funktionieren einwandfrei. Sowohl im manuellen Betrieb, als auch im TTL-Betrieb. Das schöne ist, dass man nichts weiter einstellen muss, außer den Kanal und die Gruppe. Kein Umstellen auf TTL-Betrieb oder so, einfach aufstecken und los gehts. Die TTL-Daten werden ohne Probleme an meinen Metz 58AF-2 übertragen. Der Blitz zeigt dann entsprechende Werte im Display an (im Foto sieht man auch den mitgeliferten Blitzständer ^^):

Metz 58AF-2 pixel king

Metz 58AF-2 mit korrekt angezeigten TTL-Daten der Kamera

Also iTTL stellt kein Problem dar. Das schöne ist, dass man den Blitz auch auf den Sender aufstecken kann und dieser im eingeschalteten Zustand die Daten an den Blitz durchschleift. Möchte man also einen Blitz auf der Kamera und einen zweiten entfesselt betreiben, ist das kein Problem. Auch HSS funktioniert mit dem Metz 58AF-2 einwandfrei. Der unterstützt das ja sowie von Haus aus. Nun ist die Frage, ob auch Blitze die kein HSS beherrschen, zum Beispiel mein Jinbei DM2-400 oder der Yongnuo YN460, mit Belichtungszeiten unter der Blitzsynchronzeit von 1/250s betrieben werden können. Dazu habe ich einen kleinen Test gemacht, mit einem Durchlichtschirm und den Blitzen.

Die Fotos sollen nicht schön sein, sondern nur verdeutlichen, ob man mit den Pixel Kings die Blitzsynchronzeit umgehen kann. Als erstes war der Yongnuo YN460 dran. Zum Vergleich habe ich die Belichtungszeiten ebenfalls mit den Pixel Soldiers versucht, um Fehler im „Versuchsaufbau“ auszuschließen.

Kleiner Nachtrag: Der YN460 muss auf volle Leistung gestellt werden, damit Hyper-Sync funktioniert. Ist aber kein Problem, da man die Helligkeit ja via Blende, Belichtungszeit und ISO beeinflussen kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Drei Fotos sind mit dem Pixel King entstanden, drei mit dem Pixel Soldier; was zu wem gehört steht jeweils in der Bildunterschrift. Die Belichtungszeiten liefen jeweils (von links nach rechts) von 1/250s über 1/400s zu 1/800s. Es ist klar zu sehen, dass beim Soldier ein schwarzer Balken durch Unterbelichtung entsteht. Beim King nicht. Spitze, genau das war mein Wunsch. Falls die Frage aufkommt, warum die Helligkeit beim King nicht abnimmt, ich habe mittels der Blendeneinstellung die Belichtung korrigiert. Als kleinen Bonus noch ein Foto bei 1/8000s (Blende f/2.2 und ISO100, bei voller Leistung des YN460):

YN460 - Pixel King

YN460 – Pixel King bei 1/8000s

Man sieht, selbst das geht. Als nächstes wollte ich prüfen, ob auch der Studioblitz Jinbei DM2-400 im HSS-Modus betrieben werden kann. Ums abzukürzen, er kann und zwar wunderbar. Ich liefer hier einfach wieder die Vergleichsfotos zwischen Soldier und King:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier ist auch wieder das selbe Ergebnis zu sehen, wie beim YN460, finde ich klasse. Auch bei 1/8000s funktioniert die Synchronisation mit dem Studioblitz:

Jinbei DM2-400 - Pixel King

Jinbei DM2-400 – Pixel King bei 1/8000s

Das einzige, das auffällt ist, dass die Bilder im oberen Bereich etwas dunkler sind. Das ist aber auch logisch, denn das Nachglühen der Blitze ist nicht mehr so hell, wie der eigentliche Blitz. Damit kann ich gut leben, bzw. das kann man mit einem Verlaufsfilter in Lightroom einfach korrigieren. Übrigens funktioniert HSS nicht nur entfesselt, sondern auch wenn man den Blitz (der nativ kein HSS kann, also z.B. den YN460) auf den Sender des Pixel King steckt. Direkt auf der Kamera klappt das nicht, mit dem Pixel King Sender zwischen Kamera und Blitz schon. Finde ich eine feine Sache, auch wenn ichs nicht wirklich brauche, da ich ja den Metz habe, der HSS kann.

Da ich ein bisschen Abwechslung vom Prüfungslern-Alltag brauchte, bin ich heute auch mal vors Haus gegangen und hab mit dem Metz-Blitz und den Pixel Kings ein bisschen experimentiert. Gegenlicht war gut vorhanden und Schnee auf Nadelbäumen sieht auch immer fein aus. Hier mal ein Beispiel des Setups (links) und des Ergebnisses im HSS-Betrieb (rechts):

Das wahre Ergebnis, was mir persönlich gut gefällt, ist hier zu sehen und ebenfalls mit Hilfe der Pixel Kings und des Metz 58AF-2 entstanden.

Wintersonne Metz 58AF-2 Pixel King neugi85

Wintersonne mit Pixel King und Metz

FAZIT

Damit will ich mein kleines Review der Pixel Kings auch abschließen. Die Pixel Kings leisten für relativ schmales Geld hervorragende Arbeit. Wer also TTL- und HSS-fähige Funkauslöser sucht und keine 400€ investieren möchte, dem seien die Pixel Kings wärmstens empfohlen. Schon allein, dass sie auch HSS mit Blitzen, die eine Blitzsynchronzeit von normalerweise 1/250s besitzen, ermöglichen, macht sie für mich ihr Geld wert. Dazu kommt noch die tadellose TTL-Übertragung und die einfache Bedienung. Daher besitzen sie in meinen Augen ein perfektes Preis-/Leistungsverhältnis!

Nachtrag 1: HSS-Funktion mit dem Yongnuo YN560

Auch hier funktioniert der HSS-Modus. Wie beim YN460 funktioniert dieser jedoch ebenfalls nur in der höchsten Leistungsstufe. In der jedoch bei allen 4 Abstufungen, die der YN560 ermöglicht.