Flug des Orion – Sternschnuppeneffekt

flight of the orion

Dieses Foto mit dem Sternschnuppeneffekt entstand aus 30 Einzelfotos, die ich in Photoshop zusammengefügt habe. Dabei habe ich die Deckkraft der Ebenen schrittweise (gleichmäßig, also jeweils um 1/Fotoanzahl %) erhöht. Wobei ich auf allen Ebenen außer der Hintergrundebene den Modus „Aufhellen“ angewendet habe. Die Richtung von dünn (wenig Deckkraft) nach dick (hohe Deckkraft) könnt ihr dabei frei wählen. Aber Achtung, so eine Bearbeitung braucht recht viel Rechenpower, da die PSD-Datei je nach Anzahl der eingebunden Fotos schnell mehrere Gigabyte groß wird. Deshalb solltet ihr am Ende einfach alle Ebenen auf eine sichtbare reduzieren und schon ist die Datei wieder rechnerfreundlich klein.
Ich habe den Fehler gemacht die Kamera-interne Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen eingeschaltet zu lassen. Diese erstellt ein Schwarzbild mit gleicher Belichtungszeit wie bei der eigentliche Aufnahme. Durch diese zusätzliche Zeit zwischen den einzelnen Fotos sind kleine Lücken zwischen den Sternen entstanden. Das fällt vor allem bei den etwas dunkleren Sternen auf. Nächstes mal bin ich da klüger und schalte sie ab.
Ganz wichtig für solche Fotos ist ein stabiles Stativ, damit die Sterne eine gleichmäßige Spur ziehen und nicht irgendwelche Wellen oder Ausreißer entstehen. Man sollte das Stativ auch auf einen festen Untergrund stellen und auch nicht drum-herum rennen, denn selbst solche Erschütterungen reichen um ein Foto zu verwackeln.

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eine Rose und viel Licht

rose

Wie ich schon im letzten Beitrag geschrieben habe, besitze ich auch eine weiße Plexiglasplatte. Ich wusste letzte Woche noch nicht so recht, was ich genau damit anstellen würde. Heute hab ich die Lösung gefunden und das Ergebnis seht ihr oben. Sieht ein bisschen aus wie ein Röntgenbild, ist aber natürlich keines.

Wie ich das genau gemacht habe ist eigentlich ganz einfach. Die weiße Plexiglasplatte lässt im Gegensatz zur schwarzen noch ein kleines bisschen Licht hindurch (Transmissionsgrad ca. 7%). Also habe ich die Platte auf zwei Seiten auf die Sitzflächen von Stühlen gelegt und einen Blitz drunter gestellt. Nach oben durch die Platte blitzen und schon hat man eine Art Leuchttisch. Rose oben drauf legen und eine recht kleine Blende (ich habe f/11 genutzt) nutzen, damit auch viele Bereiche der Rose scharf abgebildet werden. Mehr ist da nicht dazu.

Plexiglas statt Photoshop – Spiegelungen leicht gemacht

Wenn man so durch die eigene Wohnung stöbert, findet man hier und da Objekte, die auf einem Foto was her machen könnten. Seien das nun Urlaubsmitbringsel, Deko-Staubfänger oder abgefallene Blüten. Während einige Dinge auch mit klassischen Licht-Setups gut rüberkommen (z.B. Tropfen auf einer Tulpenblüte oder ein Terrakotta-Krieger), wollen manche einfach nicht wirken. Eine kleine Spiegelung würde einiges bringen.

Einige denken sich dann, nichts wie ran an Photoshop und fix einfügen. Geht zwar, muss aber nicht sein. Der Baumarkt bietet da eine einfachere Lösung: Plexiglas. Das gibt’s in verschieden Farben, Dicken und Lichtdurchlässigkeiten. Eine schwarze Scheibe Plexiglas mit 0% Transmission ist nichts anderes als ein schwarzer Spiegel. Der Vorteil von einer Plexiglasplatte ist, dass man sie immer wieder nutzen und mit Lichtsituationen experimentieren kann. Auch die Ausrichtung des Objektes auf der Platte und die Position der Kamera relativ zum Objekt kann beliebig ausprobiert werden. In Photoshop muss man da jedes mal von neuem anfangen. Man läuft auch nicht Gefahr, dass die Spiegelung unecht aussieht, oder vielleicht verzerrt.

gespiegelte Muschel

gespiegelte Muschel (D7000, 60mm, 1/200s, f/16, ISO100)

Das Foto oben kommt direkt aus der Kamera. Es ist schwarzweiß, da ich Picture Control in meiner D7000 auf Monochrom gestellt habe, somit kann ich Kontraste besser beurteilen. Mal davon abgesehen mag ich die interne schwarzweiß-Konvertierung der D7000 sehr gern.

Das Lichtsetup für das das Foto ist recht einfach:

Licht-Setup für Spiegelungen

Licht-Setup für Spiegelungen

Links ein einfacher Yongnuo-Blitz mit Softbox, rechts ein Stück weißer Karton als Aufheller und dahinter schwarzer Karton, mehr ist nicht zu machen. Ihr müsst nur aufpassen, dass weder der Blitz, noch der Aufheller eine Spiegelung auf der Plexiglasplatte erzeugen, die im Bild liegt. Außerdem muss die Platte sauber sein, eigentlich staubfrei. Ist aber unrealistisch, weswegen hier und da doch etwas digitale Nacharbeit nötig ist. Geht jedoch in Lightroom recht flott. Wer keinen Blitz sein Eigen nennt, der kann auch eine Taschenlampe nehmen.

Nach ein paar Verbesserungen in Lightroom sieht das Endergebnis dann so aus: crystal Kleiner Hinweis: je flacher der Winkel von Objektivachse zu Plexiglasplatte, desto besser bzw. heller die Spiegelung. Ich habe das Plexiglas übrigens nicht aus dem Baumarkt, sondern hier bestellt: Expresszuschnitt.de. Erstens sind sie günstig und zweitens schneiden die einem genau die Größe zu, die man möchte. Schnell sind sie auch noch, Montag Nachmittag bestellt und Donnerstag schon da. Ich habe mir eine schwarze und eine weiße Platte (mal sehen, was ich damit anstelle ^^) zuschneiden lassen, jeweils 50x50cm.

Feuerwerk fotografieren – ein paar Tipps von mir

Es steht wieder einmal Silvester an. Überall werden Böller gezündet und Raketen in die Luft geschossen. Als Besitzer einer Kamera fragt man sich immer wieder, wie man Feuerwerk am besten fotografiert.

Eins gleich vorweg, es gibt kein Patentrezept. Alles was ich hier schreibe, basiert auf meinen Erfahrungen.

Vorm eigentlichen Fotografieren muss man erstmal ein paar Überlegungen anstellen. Wo fotografiere ich? Was will ich alles aufs Bild bekommen? Wie ist das Wetter und woher kommt der Wind? Welche Ausrüstung nehme ich mit?

Standort

Ich stelle mich lieber etwas weiter weg vom Feuerwerk, um möglichst viel aufs Bild zu bekommen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Teile vom Motiv abgeschnitten sind. Croppen kann man später immer noch. Mehr dazu beim Punkt Einstellungen. Euer Standort sollte nicht grad in Windrichtung des Feuerwerks liegen, denn spätestens nach 5 Minuten seht ihr durch den Rauch nichts mehr. Wasser vor einem Feuerwerk macht sich auch immer gut, da die Reflektionen sehr schön aussehen.

fireworks in Dresden

Ausrüstung

Ein Stativ ist in meinen Augen unabdingbar. Aus der Hand lässt sich ein Feuerwerk nicht gut fotografieren. Man ist was die Belichtungszeit betrifft zu sehr limitiert. Ein Fernauslöser ist von Vorteil, denn so könnt ihr die Finger von der Kamera nehmen. Die Spiegelvorauslösung ist zwar eine feine Sache, um Verwacklungen weiter zu reduzieren, allerdings verzögert sie auch die Auslösung. Das müsst ihr dann mit bedenken, wenn ihr fotografiert.

Ich nutze meist ein recht weitwinkliges Objektiv um Feuerwerke zu fotografieren. Also entweder mein 11-16mm Tokina oder mein 16-85mm Nikkor, Mehr als 24mm Brennweite stelle ich aber nie ein. Lichtstark muss das Objektiv auch nicht sein. Feuerwerke sind hell genug.

Manchmal sind auch 11mm nicht weit genug, wenn das Feuerwerk zum Beispiel sehr streut oder man doch noch zu nah dran ist.

Einstellungen

So, nun zum interessanten Teil, den Einstellungen. Vom ISO-Wert gehe ich meist sehr weit runter, also ISO100 bist ISO200. Als Brennweite nutze ich meistens alles zwischen 11 und 24mm, bei Blendenzahlen von f/4 bis f/8. Meistens nutze ich eine Blende von f/5.6.

Die Belichtungszeit sollte nicht zu kurz sein, denn sonst sieht man nur Punkte oder kurze Linien und das ist nicht so hübsch. 1/10s ist meistens zu kurz, aber manchmal reicht schon eine halbe Sekunde aus. Hängt von der Art des Feuerwerks ab.

Zwischen 1s und 10s klappt meistens ganz gut. 5s sind meistens ein guter Startwert.

fireworks in Dresden

10s und länger sind dann sinnvoll, wenn es nicht nur ein Feuerwerk ist, sondern ihr viele zeitlich etwas versetzt abgefeuerte Raketen einfangen wollt. Wie zum Beispiel hier auf der Augustusbrücke in Dresden.

fireworks in Dresden

Manche Fotografen empfehlen auch den Bulb-Modus, der einen in die Lage versetzt, individuell und nach Gefühl zu belichten. Ich mache das kaum, weil ich persönlich dabei immer zum Überbelichten neige. Und bei ausgebrannten Bereichen ist auch in der Nachbearbeitung kaum noch was zu retten.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Feuerwerke fotografieren und natürlichen eine guten Rutsch.

Portraitfotografie – ein Gastbeitrag von Kathi Steiner

Das besondere „Etwas“ beim Porträt

Die Portrait-Fotografie ist sozusagen eine eigene Disziplin inmitten der weiten und umfangreichen Welt der Fotografie. Viele von uns können sich sicherlich noch daran erinnern, als man im Kindergarten oder in der Grundschule schon vor dem Fotografen gesessen ist und dabei sein allerschönstes Lächeln präsentiert hat, um danach schöne Fotos zu haben. Oder vielleicht ist man ja vor nicht allzu langer Zeit zum Fotografen gegangen um Passfotos machen zu lassen. Doch die Porträt-Fotografie kann auch sehr viel spannender sein. Einige Fotografen sind dadurch berühmt geworden, dass sie richtig gute Fotos von sehr berühmten Personen geschossen haben. Die meisten dieser Fotos haben bei allen Unterschieden eines gemeinsam: Sie haben das gewisse „Etwas“, das sie von herkömmlichen Passfotos unterscheidet. Ein gutes Foto erzählt eben auch immer eine Geschichte, auch wenn man dazu vielleicht ein kreativer Kopf sein muss.

Quelle: happyfoto.at

Quelle: happyfoto.at

Eine gute Vorbereitung kann zum guten Bild führen

Im optimalen Fall ist das Foto bereits im Kopf des Fotografen, bevor er überhaupt auf den Auslöser gedrückt hat. Wenn man einen Menschen fotografieren möchte, ist es meistens von Vorteil, auch etwas über ihn zu wissen. So kann man zum Beispiel herausfinden, wo sich das Fotoobjekt (in diesem Fall die Person) gerne aufhält. Eine gewohnte Umgebung kann zum Beispiel dazu beitragen, dass sich die Menschen locker und natürlich verhalten. Das wiederum kann sich in einem Foto widerspiegeln und es zu einer ganz besonders gelungenen Aufnahme werden lassen. Doch als Fotograf muss man natürlich auch immer mit unerwarteten Ereignissen umgehen können. Oft ist es trotz aller Vorbereitung auch der Zufall, der für das gewisse „Etwas“ sorgt. Als Fotograf muss man es nur rechtzeitig erkennen, um es auch auf Bild bannen zu können. Im Normalfall braucht man aber doch auch viel Zeit und Ruhe, um das perfekte Porträt aufnehmen zu können.

Welche Art von Porträt möchte ich aufnehmen?

Einzelporträt, Doppelporträt oder ein Familien- bzw. Gruppenporträt – auch auf einem Porträt-Foto können mehrere Menschen abgebildet sein. Außerdem gibt es die Möglichkeit, zwischen einem Oberkörperporträt (Kopf, Brust bis maximal zur Taille), einem Ganzkörperporträt, einer Nahaufnahme (nur Kopf und Hals) oder einer Halbtotalen (Kopf bis zur Hüfte) zu wählen. Bei Menschen mit ganz besonders markanten Gesichtszügen bietet sich die Nahaufnahme an. Als Beispiel könnte man hier ältere Menschen nennen, deren Falten vielleicht etwas über ein hartes und entbehrungsreiches Leben erzählen könnten. Man muss sich als Fotograf überlegen, auf welchen Aspekt man sich konzentrieren sollte, um vielleicht ein gutes Foto machen zu können.

Licht und Tageszeit

Bei Aufnahmen im Freien ist es am günstigsten, wenn man sich am Vormittag oder am späten Nachmittag hinter den Fotoapparat klemmt. Das Licht ist zu dieser Tageszeit nicht allzu intensiv, somit kommen viele Farben besser zur Geltung. Außerdem müssen die Modelle nicht ständig blinzeln oder die Augen zusammenzwicken, was auf dem Foto sicherlich nicht zum Vorteil des Motivs ist. Wenn die Sonne schon tief steht, kann man ganz tolle Aufnahmen machen, wenn man sich die fallenden Schatten zunutze macht. So kann man die Konturen oft ganz besonders gut betonen. Wenn man jedoch zur Mittagszeit fotografieren muss oder möchte, dann sollte man wenn möglich einen schattigen Platz wählen. Die Porträtfotos, die man vielleicht später in seine Fotobücher mitaufnehmen möchte, kann man aber natürlich auch in geschlossenen Räumen machen. Dabei ist es oft einfacher, die optimalen Lichtverhältnisse herzustellen. Aufpassen sollte man aber mit dem Blitz. Am besten ist es, indirekt zu blitzen, falls man dazu die Möglichkeit hat.

Quelle: happyfoto.at

Quelle: happyfoto.at

Der Hintergrund

Sehr entscheidend ist natürlich auch bei einem Porträt der Hintergrund. Das Hauptaugenmerk des Betrachters sollte auf der Person liegen, nicht auf einem auffälligen Hintergrund. Moderne Kameras haben meist eine eigene Porträt-Funktion, die die Einstellungen für Blende und Belichtungszeit automatisch vornimmt. Bei Porträt-Aufnahmen ist eine geringe Tiefenschäfte von Vorteil, das bedeutet, dass der Vordergrund (der Mensch als Motiv) scharf erscheint, während der Hintergrund unscharf ist. Für eine geringe Schärfentiefe ist ein lichtstarkes Objektiv von Vorteil, dabei sollte eine eher geringe Distanz zum Fotomotiv und eine weit geöffnete Blende gewählt werden. Natürlich spielt auch die Farbe des Hintergrunds eine gewichtige Rolle. Knallige Farben lenken eher vom eigentlichen Motiv, dem Menschen, ab. Das macht sich in den Fotobüchern eher nicht so gut. Zu starke Kontraste zur Kleidung des Modells sollte man ebenso vermeiden.

Die Position der Kamera

Wichtig bei Porträtfotos ist es, dass die Augen des Modells scharf sind. Günstig ist es außerdem, das Modell eher von oben oder leicht von der Seite zu fotografieren. So wirkt die Person schlanker. Bei Aufnahmen im Freien sollte man außerdem besonders darauf achten, dass dem Modell keine Verkehrsschilder oder Lampenschirme aus dem Kopf wachsen, das kann die Aufnahme ruinieren.

Viele nützliche Tipps zum Fotografieren findet man auf der Homepage von Happyfoto.at. Hier kann man sich über alle möglichen Themen und Motive gute Anleitungen holen, die vor allem Anfängern das Fotografieren ganz beträchtlich erleichtern. Der Blog von Happyfoto.at ist sehr umfangreich und bietet eine wirklich gute Anleitung für gut gelungene Fotos.

Autor: Kathi Steiner

Woher bekomme ich als Anfänger mein Fotowissen? – Teil 1: Fotozeitschriften

Als Anfänger in Sachen Fotografie stellt man sich häufig die Frage, woher bekomme ich das Grundlagenwissen und zudem noch die besten Tipps und Tricks? Wer kann mich bei der Kaufentscheidung für eine Kamera und Zubehör am besten beraten? Sollte ich eine Fotozeitung abonnieren, mir Fotobücher kaufen, in Foren aktiv werden, Blogs lesen oder doch lieber bei Fotochannels in Youtube suchen? Diesen Fragen habe ich mir selbst oft genug gestellt und möchte hier meine Erfahrungen teilen. Den Anfang machen die Fotozeitschriften.

Fotozeitschriften

Fotozeitschriften – die Qual der Wahl

Fotozeitschriften gibt es wie Sand am Meer. Und genau das ist das Problem. Woher soll man wissen, welche man nehmen soll? Schließlich überbieten sich die Verlage gegenseitig mit immer peppigeren Titelseiten, immer reißerischeren Artikelüberschriften und dem immer exklusiveren Insiderwissen. Der geneigte Leser ist dann schnell versucht alle Zeitschriften zu kaufen. Macht das bloß nicht! Das wichtigste beim Auswählen ist nämlich Ruhe und sich Zeit bei der Entscheidung zu lassen. Ginge man nur nach den Titelblättern, so wäre natürlich jedes Fotomagazin das Richtige. Auch ich habe mich zu oft von den Titelseiten blenden lassen. Die DigitalPhoto hatte ich sogar ein Weile abonniert. Im Nachhinein betrachtet, war das reine Geldverschwendung! Am besten ist es, wenn man sich den Inhalt anguckt und einige Artikel querliest. Dann bekommt man relativ schnell einen Überblick über die Themen und ob der Inhalt mit dem übereinstimmt, was man erfahren möchte.

Von einem Abo rate ich aus eigener Erfahrung ab. Nach einer kurzen Zeitspanne wiederholen sich die Themen in erschreckender Regelmäßigkeit. Während meiner Abo-Zeit (15 Monate) wurde das Thema richtige Belichtungsmessung mit der Kamera (Spot, Matrix oder Mittenbetont) vier Mal behandelt. Zudem nimmt die Qualität der Artikel immer mehr ab, und da meine ich nicht nur die teilweise gruselige Rechtschreibung, sondern vor allem den Inhalt. Auch die gezeigten Beispielfotos in den Workshop-Rubriken werden immer schlechter, bzw. wiederholen sich. Und das ist nicht nur bei der DigitalPhoto der Fall. Daher ist es in meinen Augen besser, sich einmal im Monat die Mühe zu machen und in den Zeitschriftenladen des Vertrauens zu gehen und kritisch zu Prüfen, welches Magazin hilfreich ist. Denn es ist ja so, dass eine Fotozeitung nicht unbedingt schön sein muss, sondern eher anregen und vor allem helfen soll.

Besondere Betrachtung in negativer Hinsicht bekommen von mir die Techniktests in den Fotozeitschriften, wie DigitalPhoto, FotoMagazin, ColorFoto, etc. Diese Tests sind allesamt so gut wie nutzlos in meinen Augen. Ja klar, da wird alles unter Laborbedingungen überprüft und fein säuberlich in Zahlenform ausgedrückt. Aber was sagt das letzten Endes über ein Objektiv oder eine Kamera im Praxisumfeld aus? Wenig bis nichts! Kameras werden generell im jpeg-Modus getestet, egal ob Kompaktkamera oder Profimodell alà Nikon D4 oder Canon 1D X. Gerade bei Spiegelreflexkameras nutzen viele den RAW-Modus! Bei Objektiven das gleiche Spiel. Hier kommt noch hinzu, dass zum Beispiel das Auflösungsvermögen von Objektiven für das Nikon DX-Format immernoch mit der D300s (sehr gute Kamera, ohne Zweifel, aber eben nur 12,3 MP) getestet wird. Diese Tests sind wenig aussagekräftig, wenn man eine D7000 (16,2 MP) oder gar eine D5200 (24 MP) benutzt, denn hier kann das Auflösungsvermögen schon ganz anders aussehen. Bei Canon-Modellen wird übrigens die 60D verwendet (18 MP). Weiterhin nützt dem Leser eine Bewertung der einzelnen Kategorien bis auf zwei (!) Nachkommastellen einer Prozentwertung nichts. Wie kommt man eigentlich auf eine Bewertung der Haptik von z.B. 87,78% (DigitalPhoto 07/2012, S.50)? Was sagt so etwas aus? Für einen groben Überblick mögen die Tests reichen, für mehr aber auch nicht!

Häufig gibt es in den Magazinen auch eine Rubrik, die sich um Fotowissen dreht, bzw. praktische Beispiele behandelt. Die Idee ist ja gut, aber die Umsetzung häufig zum fürchten. Was da an Beispielfotos gezeigt wird, ist meist dermaßen mies und beliebig, dass man gar nicht erst in die Versuchung kommt, deren Tipps nachzumachen. Und dann kommen häufig noch Photshop-Beispiele, die zwar ganz nett sind, aber teilweise mittels richtiger Fototechnik obsolet wären. Warum überbelichtete Fotos in PS retten, statt gleich richtig belichten? Warum bei einem Portrait aus einem Modelshooting nachträglich den Hintergrund unscharf machen, wenn man doch gleich eine besser geeignete Blende hätte wählen können? Das ist doch verwirrend für jeden Anfänger! Der sagt sich dann: egal, wie das Foto aus der Kamera kommt, ich kanns ja in PS retten. Das ist die vollkommen falsche Herangehnsweise in meinen Augen. Photoshop sollte in der Fotografie der letzte Anker sein, es sei denn man möchte real nicht erzeugbare Spezialeffekte einsetzen. Oder eine Szenerie mit zu großem Kontrastumfang korrekt abbilden (siehe auch hier).

Es gibt jedoch auch positive Ausnahmen in qualitativer Hinsicht. So legen sowohl Pictures, als auch Photographie ihr Hauptaugenmerk auf Fotos und sind daher perfekt, um sich Anregungen zu holen. Auf fragwürdige Labor-Testmethoden wird hier verzichtet. Abonnieren werd ich sie trotzdem nicht, noch nicht 😉

Fazit: Der Inhalt von Fotozeitschriften lässt häufig zu wünschen übrig, und sind daher für Anfänger nicht zu empfehlen. Allein schon, da man als Anfänger nur wenig brauchbare Tipps bekommt und die Grundlagen nur Stück für Stück behandelt werden. Das ist für Anfänger nicht zielführend und daher wenig sinnvoll. Das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO wird zwar halbjährlich behandelt, aber in nicht ausreichender Form und gerade dieses Grundlagenwissen ist nötig, um Fotografie „zu verstehen“. Denn es ist doch sinnlos, Wissen über Bildkomposition zu besitzen, aber nicht zu wissen, mit welchen Parametern man es am besten ablichtet.

Was haltet ihr von Fotozeitschriften und deren Qualität?

Teil 2: Bücher über Fotografie folgt morgen